Bildung verbessern
Nachhaltigkeit bei der Bildung zielt darauf ab, die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschlüsse zu verringern. Fehlende Schul- und Berufsabschlüsse bedeuten ein Armutsrisiko und eine Belastung der Sozialsysteme. Es ist das erklärte Ziel der Bundesregierung, dass alle Jugendlichen ein Schulabschluss erreichen, einen Ausbildungsplatz erhalten oder ein Studium absolvieren.
Schulabschlüsse
Im Jahr 2008 waren insgesamt 791.000 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz oder entsprechenden Abschluss. Zwischen 1999 und 2008 ging ihr Anteil unter den 18- bis 24-Jährigen von 14,9 Prozent auf 11,8 Prozent zurück. 2006 hatte er noch bei etwa 14 Prozent gelegen.
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Foto: Statistisches Bundesamt
Nach wie vor besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Bildungserfolgen deutscher und ausländischer Jugendlicher. Die familiäre Herkunft und die Kenntnisse der deutschen Sprache spielen eine wichtige Rolle für die schulische und berufliche Entwicklung.
Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt deshalb das Ziel, den Anteil der ausländischen Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die mindestens einen Hauptschulabschluss erreichen, zu erhöhen. Der Anteil soll bis zum Jahr 2020 an die entsprechende Quote für die deutschen Jugendlichen angeglichen werden. Staatliche Maßnahmen in diesem Bereich wären vor allem von den für die schulische Bildung zuständigen Ländern zu treffen.
In Deutschland lebten Ende 2008 rund 7,2 Millionen Mitbürgerinnen und Mitbürger mit ausländischem Pass, das sind 8,8 Prozent der Bevölkerung. Im Schuljahr 2008/2009 besuchten rund 806.000 Ausländerinnen und Ausländer allgemein bildende Schulen. 196.000 ausländische Schülerinnen und Schüler waren es an beruflichen Schulen. Der Ausländeranteil lag damit bei 8,9 Prozent an den allgemein bildenden Schulen und bei 7,0 Prozent an den beruflichen Schulen.
Hochschulausbildung verstärken
Eine hoch entwickelte Volkswirtschaft wie in Deutschland benötigt hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Immer wieder sind Studiendauer und Durchschnittsalter von Absolventinnen und Absolventen zentrale Themen der hochschulpolitischen Diskussion. Deshalb wurde als Indikator der Anteil aller jungen Menschen, die im Alter von 25 Jahren eine Hochschulausbildung abgeschlossen haben, gewählt. Es besteht das Ziel, diesen Anteil bis zum Jahr 2010 auf 10 Prozent und bis 2020 auf 20 Prozent zu steigern. Zwischen 1999 und 2008 stieg der Wert von insgesamt 5,5 Prozent auf 8,8 Prozent und gewann 1,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr hinzu. Der Trend des Indikators war in den letzten fünf Jahren positiv. Bei Fortsetzung der durchschnittlichen Entwicklungsgeschwindigkeit könnte der Zielwert für 2010 erreicht werden.
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Foto: Statistisches Bundesamt
Um den Zuwachs an hochqualifizierten Arbeitskräften zu erreichen, ist es erforderlich, möglichst vielen jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist die Studienanfängerquote von Bedeutung. Sie misst den Anteil der Studienanfänger im 1. Hochschulsemester (aus dem In- und Ausland, an Hochschulen außer Verwaltungsfachhochschulen) an der altersspezifischen Bevölkerung.
Ziel der Bundesregierung war es, die Studienanfängerquote in Deutschland bis zum Jahr 2010 auf 40 Prozent zu erhöhen und in den Folgejahren auf hohem Niveau weiter auszubauen und zu stabilisieren. Zwischen 1993 und 2004 verbesserte sich die Quote für Studienanfänger in Deutschland von 24,8 Prozent auf 37,5 Prozent. Nach einem Rückgang in den Jahren 2005 bis 2007 stieg sie bis 2009 zuletzt stark an und erreichte mit 39,8 Prozent fast vollständig das für 2010 angestrebte Ziel.
