Beruf und Familie meistern
Nachhaltige Familienpolitik muss sich an den Lebensrealitäten und Lebensentwürfen von Frauen und Männern orientieren. Für eine familienfreundliche Gesellschaft bedarf es verlässlicher Rahmenbedingungen, damit sich wieder mehr Menschen für Kinder und für Familie entscheiden.
Erforderlich für eine wirksame Unterstützung von Familien ist ein abgestimmter Mix aus Infrastruktur, Zeit und Geld. Von zentraler Bedeutung ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So gibt das Elterngeld Familien nach der Geburt eines Kindes mehr finanzielle Sicherheit und ermöglicht es Müttern und Vätern, Betreuungsaufgaben zu übernehmen.
Die Möglichkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren, wurden bereits verbessert. So können erwerbsbedingte Betreuungskosten steuerlich abgesetzt werden. Auch die gezielten Aktivitäten für familienunterstützende Dienstleistungen sowie der verstärkte Ausbau der Kinderbetreuung schaffen zusätzliche Arbeitsplätze. Nach wie vor werden insbesondere Frauen wegen fehlender Betreuungsplätze daran gehindert, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, oder Paare entscheiden sich gegen die Gründung einer Familie, da die Versorgung der Kinder nicht gewährleistet ist.
Eine bessere Balance zwischen Familie und Beruf könnte möglicherweise auch dazu beitragen, dass mehr Kinder in Deutschland geboren werden. Die Förderung der Kinder im Rahmen von Ganztagsangeboten ist aber auch ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit und zur Integration ausländischer Kinder und Jugendlicher.
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Foto: Statistisches Bundesamt
Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie ist es, bis zum Jahr 2010 in beiden Altersgruppen für mindestens 30 Prozent der Kinder eine Ganztagsbetreuung zu ermöglichen. Bis zum Jahr 2020 sollen sich die Anteile weiter auf 35 Prozent bei den 0- bis 2-Jährigen und auf 60 Prozent bei den 3- bis 5-Jährigen erhöhen.
Im Jahr 2009 haben Eltern für 29,7 Prozent der 3- bis 5-Jährigen (Kindergartenalter) eine Ganztagsbetreuung in Tageseinrichtungen ergänzend zur eigenen Erziehungsarbeit in Anspruch genommen, für Kinder unter drei Jahren (Krippenalter) lag dieser Wert bei 8,7 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2006, für das erstmals vergleichbare Zahlen vorliegen, haben sich damit deutliche Fortschritte bei der Ganztagsbetreuung in Tageseinrichtungen ergeben.
