Dienstag, 11. August 2009
Nachhaltiger Warenkorb
Nachhaltigkeit und Klimawandel sind Tagesthemen. Zugleich erschüttern etwa Berichte von giftigem Spielzeug oder Fleischskandalen das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher. Mehr und mehr Menschen interessieren sich deswegen für einen Konsumstil, der die sozialen, ökologischen und ökonomischen Hintergründe eines Produktes berücksichtigt und sich nicht ausschließlich am Preis orientiert.
Die Kehrseite des Konsums
Erst wer die Folgen seines Handelns besser versteht, ist auch in der Lage, bewusst zu konsumieren. Der Einkaufsführer setzt zum Beispiel bei der CO2-Belastung unseres Konsums an. Eine Übersicht über den „ökologischen Fußabdruck“ bestimmter Produktgruppen macht die eigene CO2-Bilanz transparent. Hinweise helfen, in welchen Bereichen eine Umstellung im Konsumverhalten am sinnvollsten ist, etwa bei Wohnen und Mobilität.
Wo anfangen?
Um dem Verbraucher Hilfestellung zu geben und Licht ins Dunkel des Konsum-Dschungels zu bringen, gibt der „Nachhaltige Warenkorb“ Einzelinformationen sowie Faustregeln zu einigen bewusst ausgewählten Bereichen. Der Rat hat sich auf drei Oberkategorien konzentriert und ihnen jeweils entsprechende Produktkategorien zugeordnet:
- „Der tägliche Einkauf“: Lebensmittel, Textilien, Mobilität, Waschen und Reinigen, Kosmetik und Pflege, Spielzeug, nützliche Dinge im Haushalt
- „Die seltenen Einkäufe“: Haushaltsgeräte, Fernsehen, Informations- und Kommunikationstechnik, Reisen, Renovieren
- „Die großen Anschaffungen“: Das eigene Auto, Ökostrom kaufen, Einrichten, Geldanlage.
Realistische Betrachtung
Oftmals ist es im Alltag nicht möglich, immer ökologisch und sozial verträglich einzukaufen oder zu leben. Vieles ist mit vermehrten Wegen (Bio-Supermärkte befinden sich oft nicht an der nächsten Ecke), zusätzlichen Kosten oder Umstellungen verbunden (zum Beispiel der Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr). Hier versucht der Ratgeber, den Leser über die verschiedenen Alternativen zu informieren.
Oft müssen auch Kompromisse gemacht werden. So müssen aus Sicht der Autoren beim Lebensmitteleinkauf nicht zwangsläufig alle drei Grundsätze „bio“, „saisonal“ und „regional“ befolgt werden. Oft ist es schon ein Anfang, sich auf ein bis zwei dieser Punkte zu einigen, gemäß dem Motto: lieber wenig als gar nicht. Zudem bemüht sich der Einkaufsführer immer auch, kostengünstige Alternativen anzusprechen, und gibt Tipps, wie man mit nachhaltigem Konsum Geld sparen kann: Beim Kleidungskauf zum Beispiel lohnt es sich, etwa auf Langlebigkeit und Qualität statt auf Masse zu setzen oder durch bestimmte Maßnahmen, wie eine effektive Dämmung, zur Senkung der Heizkosten beizutragen.
Saisonkalender und Gütesiegel
Gütesiegel können beim Einkauf helfen, gerade wenn man nicht die Zeit hat, sich über jedes Produkt und deren ökologische und soziale Bedingungen im Herstellungsprozess zu informieren. Sie signalisieren, dass das Produkt bestimmte Standards erfüllt.
Außerdem liefern die Labels und Produktkennzeichen, die in diese Broschüre aufgenommen wurden, auch die Qualitätsurteile aus den bekannten Warentests. Sehr hilfreich sind auch die verschiedenen Hinweise, wo man sich als Verbraucher gegebenenfalls weiter informieren kann. Zum Beispiel auf entsprechenden Internetseiten von Umwelt- und Verbraucher-Organisationen oder auf Internetportalen für nachhaltigen Konsum.
Broschüre - Nachhaltiger Warenkorb (pdf, Nachhaltigkeitsrat)
