Navigation und Service

Inhalt

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Datenschutz

Smartphones sicher machen

Fast jeder Dritte besitzt ein modernes, internetfähiges Mobiltelefon – Tendenz steigend. Viele nutzen jedoch die Anwendungen ihres Smartphones nur eingeschränkt, weil sie um die Sicherheit ihrer Daten fürchten.

Verbraucherschutzministerin Aigner hält ein Telefon von 1905 in der einen und ein modernes Smartphone in der anderen Hand Verbraucherschutzministerin Aigner: Mehr Sicherheit für Smartphones und Apps notwendig Foto: Bundesregierung/Bergmann

Moderne Handys, so genannte Smartphones, verfügen über eine Vielzahl von Funktionen, die das Leben leichter machen: mobiles Internet, Navigations- und Kartendienste, mobiler E-Mail-Zugang, Anwendungen (Apps) und nicht zuletzt Spiele.

Umfrage zu Sicherheit und Datenschutz

Eine Umfrage im Auftrag des Bundesverbraucherschutzministeriums und der Arbeitsgruppe "Mobile Sicherheit" des Nationalen IT-Gipfels kommt jedoch zu dem Ergebnis: 80 Prozent der Befragten verzichten auf bestimmte Anwendungen, um sich vor Gefahren zu schützen. So nutzen nur wenige bisher das Smartphone für mobile Bankgeschäfte und mobiles Bezahlen, weil sie an deren Sicherheit zweifeln. Viele Verbraucher meinen darüber hinaus, Smartphones seien zu kompliziert zu benutzen.

Kein Flash-Plugin vorhanden. Um diese Webseite darstellen zu können, wird der Adobe Flash Player ab Version 9 benötigt.

Anbieter müssen aktiv werden

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner sieht die Gerätehersteller einschließlich der App-Programmierer in der Bringschuld: "Die Anbieter müssen die Verbraucher mit hohen Sicherheitsvorkehrungen in den Geräten effektiv vor Datenmissbrauch schützen und beim Kauf über wichtige Aspekte der Datensicherheit verständlich informieren." Ziel müsse sein, dass die Verbraucher jederzeit die volle Kontrolle über ihre Smartphone-Daten haben.

Vor allem bei den so genannten Apps sieht die Ministerin Nachholbedarf. Sie würden teilweise auf Daten zugreifen, die für die App gar nicht benötigt würden, beziehungsweise diese an unbekannte Anwender übermitteln. Vorinstallierte Apps müssten zudem einfach und jederzeit deaktivierbar sein. Dafür werde sie sich in den Verhandlungen über die geplante EU-Datenschutz-Grundverordnung einsetzen, so Aigner.

Nur sichere Geräte sind konkurrenzfähig

Auf Dauer würden sich nur Internet-Angebote auf dem Markt behaupten, bei denen die Nutzer auf die Sicherheit der Daten vertrauen könnten. Davon zeigten sich sowohl Aigner als auch der Co-Vorsitzende der AG "Mobile Sicherheit" überzeugt. Hier könne die deutsche Industrie international punkten, denn in vielen technologischen Flaggschiffen auf dem Mobilfunk-Markt stecke deutsche Spitzentechnologie.

Sicher mit dem Smartphone kommunizieren

Bereits jetzt gibt es jede Menge Möglichkeiten, um mit dem Smartphone sicher kommunizieren zu können. Noch vor dem Kauf sollte man sich eingehend beraten und zeigen lassen, welche Datenschutzeinstellungen es gibt, welche Apps voreingestellt sind und wie man dies ändern kann.

Bei der Nutzung des Smartphones können Sie mit folgenden Maßnahmen die Sicherheit erhöhen:

Zugangsschutz: Tastensperre sowie den Geräte-Sperrcode aktivieren, ebenso vor jeder Nutzung die Pin zum Freischalten der Handy-Karte. Zugangsdaten immer geheim halten – Pin und Passwörter in der Öffentlichkeit nur verdeckt eingeben und in regelmäßigen Abständen wechseln.

Umgang mit unbekannten Rufnummern: Keine unbekannten Mehrwertdienste-Rufnummern wie zum Beispiel 0900, 0180 oder 0137 zurückrufen. Es könnte sich um betrügerische Anbieter handeln. Falls erforderlich, diese Nummern und die Identifizierung des eigenen Mobilfunkanschlusses durch den Netzbetreiber sperren lassen.

W-Lan/Bluetooth/öffentliche Hotspots: Grundsätzlich W-Lan und Bluetooth deaktivieren, wenn man sie nicht benötigt. Denn darüber kann das Gerät leichter manipuliert werden. Öffentliche Internet-Zugangspunkte, so genannte Hotspots, nur mit Vorsicht nutzen. Hier können Dritte leichter sensible Daten ausspähen.

Ortung: Wer vermeiden will, dass der eigene Standort geortet wird, sollte die Ortungsfunktion seines Handy ausschalten beziehungsweise nur dann aktivieren, wenn er sie tatsächlich, zum Beispiel zur Navigation, benötigt. Welche Ortungsmöglichkeiten bestehen, erfahren Sie beim jeweiligen Anbieter.

Apps: Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen installieren. Nach Möglichkeit auf solche verzichten, die auf Daten zugreifen, die für die spezielle Anwendung nicht benötigt werden. Eine kurze Suche im Internet nach Herausgeber und Nutzerkommentaren kann gute Hinweise geben. Bei der Installation außerdem darauf achten, dass der Preis klar ausgezeichnet ist. Um zu verhindern, ungewollt kostenpflichtige Apps zu abonnieren, gilt außerdem seit Mai 2012 die so genannte Drittanbietersperre: Mobilfunkanbieter müssen eine Sperre für die Leistungen Dritter einrichten, wenn der Kunde das wünscht.

Sicherheits-Updates: Um das Sicherheitsniveau des Smartphones zu erhalten, regelmäßig Updates aus vertrauenswürdigen Quellen für die Software, das Betriebssystem und die sonstigen Anwendungen durchführen. Außerdem einen Virenschutz sowie eine persönliche Firewall installieren, sofern diese nicht bereits im Betriebssystem integriert sind. Darüber kann der Systemanbieter oder der Händler Auskunft geben. Wenn angeboten, sichere Internet-Verbindungen (https) nutzen, denn diese verschlüsseln die Kommunikation zwischen Gerät und Webseite.