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Mittwoch, 31. Oktober 2012

Verbraucherschutz

Neues Portal zu Cloud Computing

Viele Verbraucher bewegen sich frei im Internet. Doch haben sie immer die Kontrolle über ihre Daten? Oft ist der eigentliche Speicherort von Daten nicht mehr eindeutig bestimmbar. Das Bundesverbraucherministerium fördert ein neues Internetportal, das über die so genannte Cloud informiert.

Mehrere Menschen mit Laptops Nur jeder Fünfte fühlt sich ausreichend informiert Foto: Bundesregierung/Denzel

Laut einer aktuellen Umfrage von infratest dimap wissen zwei Drittel der Internetnutzer nicht, wo ihre Daten gespeichert werden. Sie befinden sich irgendwo in der virtuellen Welt, der so genannten Cloud.

Nur jeder fünfte Cloud-Nutzer fühlt sich ausreichend über Technologie, Datenbestimmungen und allgemeine Geschäftsbedingungen informiert. Das soll sich mit der neuen Informationsplattform ändern. Unter www.cloud.irights.info finden Verbraucher künftig alle Antworten zu Speichertechnik, Urheberrecht, Datenschutz und vielem mehr. Hinter dem Projekt steht ein gemeinnütziger Verein, der das Portal betreibt.

Der Begriff Cloud Computing steht für zahlreiche Angebote, die virtuell im Internet bereit gestellt werden. So speichern zahlreiche User ihre Daten nicht mehr auf dem eigenen Computer, sondern in der Cloud. Das ist ein virtueller Speicherplatz, auf den die Nutzer über das Internet zugreifen können.

Möglichkeiten und Gefahren erkennen

"Mit dem neuen Portal schaffen wir eine zentrale Anlaufstelle für alle Internetnutzer rund um Cloud Computing", sagte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner bei der Vorstellung der Webseite.

Verbraucher wollen sich im Internet selbstbestimmt und sicher bewegen. Dafür sei es notwendig, die technischen Zusammenhänge zu verstehen. Zumindest so weit, um nicht nur die erweiterten Möglichkeiten, sondern auch die Gefahren erkennen zu können, so die Ministerin.

Anbieter sind in der Pflicht

Die vernetzte IT-Welt macht es möglich, dass Verbraucher von überall her auf ihre Daten zugreifen können. Es ist sogar günstiger, wenn der Speicherplatz und die Software nicht mehr lokal verfügbar sein müssen.

Doch dieses System birgt auch die Gefahr des unberechtigten Zugriffs. Hier sieht die Ministerin die Anbieter in der Pflicht: "Anbieter müssen dafür sorgen, dass die persönlichen Daten der Nutzer zu jeder Zeit sicher sind - und sie haben eine Pflicht zu Transparenz."

Das neue Portal will darlegen, welcher Anbieter wie mit den Daten umgeht. Gegebenenfalls rät Aigner zum Anbieterwechsel.

Entwicklung europäischer Standards

Ende September legte die EU-Kommission ihre Strategie zur "Freisetzung des Cloud-Computing-Potenzials in Europa" vor. Diese sieht unter anderem die Entwicklung von technischen Standards und die Zertifizierung vertrauenswürdiger Anbieter vor.

Dies sei ein erster Schritt, so Ministerin Aigner. Allerdings sieht sie Nachbesserungsbedarf im Datenschutz und im Vertragsrecht.