Dienstag, 5. Februar 2013
Safer Internet Day
Gefahren im Internet erkennen
Die Welt des Internet erscheint grenzenlos. Wer aber mit seinem PC, Laptop oder Smartphone online geht, hinterlässt Datenspuren. Geschäftemacher können diese missbrauchen. Deshalb gilt es, die Daten zu schützen.
Weniger ist mehr - mit persönlichen Angaben im Internet ist Vorsicht geboten
Foto: Burkhard Peter
Anlässlich des 10. "Safer Internet Day" der Europäischen Union diskutierten Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und der Branchenverband BITKOM über das Thema "Big Data – Goldmine oder Dynamit?"
Big Data verantwortlich nutzen
Für immer mehr Menschen bedeutet das Internet ein neuer Lebensraum. Viele persönliche Daten fließen ins Netz. Nur so sind bestimmte Dienste überhaupt nutzbar: als Mitglied von Foren und so genannten Communities, als Kunde beim Online-Banking oder Online-Shopping oder beim Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte.
Dadurch lassen sich riesige Datenmengen aus unterschiedlichsten Quellen zusammenführen, auswerten und verarbeiten. Das bietet einerseits große Chancen, etwa in der Forschung und in der Medizin. So lassen sich aus Daten von Ärzten und Patienten wertvolle Informationen über Nebenwirkungen von Medikamenten oder die Wirksamkeit neuer Behandlungsmethoden gewinnen.
Problematisch ist es aber, wenn durch das Zusammenführen verschiedener Datenquellen Rückschlüsse auf eine bestimmte Person möglich sind.
Datenschutz wahren
Aigner forderte daher klare Grenzen für die Auswertung personenbezogener Daten: "Die Akzeptanz der Verbraucherinnen und Verbraucher für umfangreiche Datenanalysen lässt sich nur gewinnen, wenn der Datenschutz auf hohem Niveau sichergestellt wird", sagte sie.
"Gerade bei Big Data-Anwendungen muss der Datenschutz schon im Design berücksichtigt und die Selbstbestimmung der Betroffenen gewahrt werden, indem sie aktiv einwilligen müssen." Eine massenhafte Auswertung dürfe es nur bei effektiv anonymisierten Daten geben. Hierfür reiche es nicht, nur die Namen zu löschen, so Aigner. "Auch Bewegungsdaten können leicht auch ohne Namen oder Telefonnummer zugeordnet werden."
Das europäische Datenschutzrecht müsse den Datenschutz auf europaweit hohem Niveau festschreiben. Dabei müsse die Balance zwischen Innovation und Privatsphäre gewahrt bleiben, verlangte die Ministerin.
Eine wichtige Voraussetzung für den Verbraucherschutz im Netz ist eine nutzerfreundliche Technik. Hier sind die Anbieter gefragt: Denn je effektiver diese die Probleme selbst angehen und lösen, desto weniger muss der Gesetzgeber eingreifen.
Gefahren im Internet
Die größte Bedrohung für Internetnutzer sind derzeit nach Angaben der BITKOM so genannte Drive-by-Downloads. Das sind Schadprogramme, die sich Nutzer beim Besuch manipulierter Webseiten einfangen können. Auf dem zweiten Platz liegen Würmer und Trojaner.
Trojaner führen auf infizierten Computern unerkannt gefährliche Funktionen aus. Digitale Würmer verbreiten sich selbst über das Internet. Weitere Gefahren sind Attacken auf Datenbanken und Web-Anwendungen, massenhaft gekaperte und ferngesteuerte Computer (Botnets) oder betrügerische Mails und Webseiten (Phishing).
Vorsicht mit persönlichen Daten
Zum Schutz der Privatsphäre und zur IT gilt grundsätzlich: Weniger ist mehr - gerade beim Umgang mit persönlichen Angaben. Denn das Internet "vergisst" nichts. Die meisten Daten bleiben auf ewig erhalten und auffindbar.
Verbraucherministerium und BITKOM haben die wichtigsten Tipps zu Datenschutz und Sicherheit zusammengestellt. So kann man beispielsweise mit Pseudonymen seine Privatsphäre schützen. Private Adressen und Telefonnummern sollte man möglichst nicht angeben.
Fachleute empfehlen, in Formularen nur jene Informationen einzugeben, die zur Nutzung der Dienste unbedingt erforderlich sind - also nur die so genannten "Pflichtfelder". Auch Banken und Firmen mahnen, nie vertrauliche Daten ins Netz einzugeben. Im Zweifel sollte man dubiose E-Mails einfach löschen.
Ebenso wichtig sind sorgfältig gewählte Passwörter und aktuelle Sicherheitsprogramme für den PC. Kurze und einfache Begriffe reichen für den sicheren Zugang nicht aus. Empfohlen wird eine Kombination von Groß- und Kleinschreibung, Ziffern und Sonderzeichen. Vor allem Namen und Geburtsdaten sollten vermieden werden.
