Rio+20
Schritt in die richtige Richtung
Mit Bekenntnissen zu mehr Umweltschutz und Armutsbekämpfung ist am 22. Juni 2012 in Rio de Janeiro der UN-Gipfel zu nachhaltiger Entwicklung zu Ende gegangen. Die anwesenden Bundesminister und die EU-Vertreter werteten das Ergebnis als Schritt in die richtige Richtung.
Rio+20 soll Wende zu ökologischem Wirtschaften einleiten
Foto: picture alliance / dpa
Auch wenn nicht alle Ziele erreicht worden seien, so haben sich doch alle 191 Staaten der Erde auf das Konzept des "grünen Wirtschaftens geeinigt", bilanzierte Bundesumweltminister Peter Altmaier die Konferenz.
In einer rund 50 Seiten starken Erklärung unter dem Titel "Die Zukunft, die wir wollen" bekennt sich die Staatengemeinschaft zum Konzept der "Green Economy". Das ist ein Wirtschaftsmodell, das die natürlichen Ressourcen stärker schont. Außerdem hat man sich darauf verständigt, bis 2015 Nachhaltigkeitsziele auszuarbeiten. Das bestehende Umweltprogramm der Vereinten Nationen – UNEP – soll gestärkt werden.
Blick nach vorne
Mit den Millenniumsentwicklungszielen hatten sich die Vereinten Nationen im Jahre 2000 verpflichtet, bis 2015 konkrete Ziele, unter anderem bei der Armutsbekämpfung, dem Zugang zu Bildung und der Gesundheitsversorgung, zu erreichen. Für die Zeit nach 2015 will man neue Ziele entwickeln, die weitere Dimensionen der Nachhaltigkeit einbeziehen. Dazu soll bis Herbst 2014 ein Bericht vorgelegt werden.
Bundesumweltminister Peter Altmaier und Entwicklungsminister Dirk Niebel verwiesen auf die erforderlichen nächsten Schritte: "Die Einigung von Rio ist ein Arbeitsauftrag. Vieles muss konkretisiert und in handlungsorientierte Maßnahmen übersetzt werden." Das gelte insbesondere für den Prozess, die Millenniumsziele nach 2015 um Nachhaltigkeitsziele zu ergänzen. "Wir haben nicht viel Zeit, erfolgreich ein einheitliches und kohärentes Zielsystem mit überprüfbaren Indikatoren zu entwickeln", sagte Niebel.
Neue Formate, neue Allianzen
Beide Minister äußerten sich auch zum Konferenzablauf in Rio: "Die Verhandlungen zu Rio+20 haben gezeigt, dass wir auch über neue Formate nachdenken müssen, wie wir international zu Ergebnissen kommen. Dabei sind auch Akteure der Zivilgesellschaft, der Parlamente oder Vertreter der großen Städte einzubeziehen", so der Entwicklungsminister.
Und der Umweltminister ergänzte: "Wir brauchen neue Koalitionen und Akteure, um die Agenda, die wir uns selbst in Rio gegeben haben, voranzutreiben." Deutschland biete allen Staaten, die bereit seien, sich zu nachhaltigem Wachstum zu bekennen, eine Partnerschaft an.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Wirtschaft: die Vereinten Nationen haben zum ersten Mal "Green Economy", ein umweltverträgliches Wirtschaften, als ein wichtiges Instrument für eine nachhaltige Entwicklung gewürdigt. Interessierte Staaten sollen beim Übergang zu einer solchen Wirtschaftsweise Unterstützung bekommen.
Institutionen: Das UN-Umweltprogramm in Nairobi soll aufgewertet und gestärkt werden, unter anderem durch eine universelle Mitgliedschaft im Verwaltungsrat und bessere Finanzierung.
Anstelle der bisherigen Kommission für nachhaltige Entwicklung wird ein hochrangiges politisches Forum für nachhaltige Entwicklung treten.
Nachhaltigkeitsziele: Alle Staaten werden gemeinsam bis 2015 globale und zahlenmäßig begrenzte Nachhaltigkeitsziele erarbeiten.
