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Wissenschaft und Forschung

Mit den Technologien und Konzepten von heute werden wir es nicht schaffen, die Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Forschung und Innovation sind mehr denn je gefragt, um Antworten und Lösungen zu finden und umzusetzen. Und wir brauchen einen umfassenden Ansatz, der die ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belange gleichermaßen berücksichtigt.

Die Plasmaforscherin Hannah Böhrk steht an einem Aufbau zum Erzeugen von PlasmastrahlenBild vergrößern Entwicklung neuer elektrischer Triebwerke Foto: picture-alliance/dpa

Der fortschreitende Klimawandel, knapper werdende Ressourcen und ein immer höherer Energiebedarf sind gewaltige Probleme. Hierfür müssen wir die Auswirkungen zum Beispiel des Klimawandels und des Energiekonsums auf das System Erde erforschen, vermitteln und entsprechend gegensteuern. Ob im Gesundheitswesen, in der Landwirtschaft, in der Forstwirtschaft, in der Produktion, bei der Verteilung und Nutzung von Gütern, im Verkehr, bei der Bereitstellung und Verwendung von Energie – überall existieren Potenziale, um mit weitaus geringeren Belastungen für die Umwelt einen größeren Nutzen für alle Menschen zu erwirtschaften. Um in diesen zukünftigen Leitmärkten für Umwelttechnologien und Ressourcenschutz erfolgreich zu sein, sind exzellente Rahmenbedingungen für Innovationen, Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und eine internationale Ausrichtung erforderlich.

Mit zahlreichen Initiativen und Maßnahmen trägt die Bundesregierung zur Lösung der Herausforderungen bei. Dazu gehören unter anderem  

  • das Energieforschungsprogramm bündelt die Maßnahmen zur Förderung von modernen und effizienten Energietechnologien. Im Rahmen der Hightech-Strategie wurde es finanziell verstärkt und neu akzentuiert.
  • die "Hightech-Strategie zum Klimaschutz" bündelt Stärken in Privatwirtschaft, Wissenschaft und Politik, um den erforderlichen Fortschritt und technologische Durchbrüche im Klimaschutz zu erreichen. Kern der Strategie sind die Fragen nach Klimaschutz und effizienter Ressourcennutzung.
  • strategische Partnerschaften für den Klima- und Ressourcenschutz (zum Beispiel organische Photovoltaik, CO2-Pilotspeicher, Lithium-Ionen-Batterie) zielen auf Energie- und Ressourceneffizienz sowie die Entwicklung neuer Technologien zur Energieerzeugung und -speicherung.
  • der Masterplan Umwelttechnologien festigt und baut die führende Rolle Deutschlands im Welthandel mit Umweltgütern aus. Die Aktivitäten konzentrieren sich zunächst auf Wasser, Rohstoffe und Klimaschutz inklusive erneuerbarer Energien. Ein erster wichtiger Schritt ist die im April 2008 gegründete Deutsche Innovationsplattform Wasser (German Water Partnership).
  • verbesserte Klimaforschung unter anderem durch die "klimazwei"-Fördermaßnahme sowie eine verstärkte Klimaberatung durch das "Climate Service Center".
  • Agrarforschung/Biotechnologie: Die Potenziale für die globale Ernährungssicherung bei gleichzeitiger Steigerung der Bioenergieproduktion werden ausgebaut.

Die Förderung der Wissenschaftsorganisationen – Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft und Deutsche Forschungsgemeinschaft – soll dazu beitragen, dass Ressourcen stärker gebündelt werden können, um die Ausrichtung der Forschung am gemeinsamen Ziel der Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Forschung "Vom Wissen zum Handeln"

Was hindert Menschen daran, Nachhaltigkeit in ihren Verbraucheralltag zu integrieren? Ein groß angelegtes Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung widmet sich seit Februar 2008 diesem Thema. In zehn Verbundvorhaben wollen Forscher

  • zeigen, warum Bürgerinnen und Bürger öffentlich verfügbare Erkenntnisse über Möglichkeiten nachhaltigen Konsums nicht zur Kenntnis nehmen und im täglichen Handeln berücksichtigen und warum dies in manchen Fällen dennoch gelingt.
  • untersuchen, wie sich Verhaltensweisen im sozialen Umfeld auf Energie- und Ressourcennutzung auswirken.
  • herausfinden, welche Rahmenbedingungen sich fördernd oder hindernd auf Initiativen auswirken, die bei den Menschen nachhaltiges Konsumverhalten anregen und ermöglichen.
  • zeigen, wie Akteure in den entsprechenden Märkten (Produktion, Dienstleistung und öffentlicher Sektor) und Konsumenten die Hindernisse für einen sozial- und umweltverträglichen, energie- und materialeffizienten Konsum überwinden können.
  • anhand geeigneter Zielvorgaben Fortschritte konkret festlegen und überprüfen.

So wird zum Beispiel untersucht, wie Privathaushalte über ihren Energiemix konkret entscheiden, warum etwa erneuerbare Energien oft nicht zum Zuge kommen. Ein anderes Projekt leuchtet aus, welche Möglichkeiten das Internet als Plattform für den Kauf nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen bietet.

Rahmenprogramm "Forschung für die Nachhaltigkeit" – FONA

Im Rahmen von FONA wurden in vier Aktionsfeldern – Wirtschaft, Regionen, Ressourcen und Gesellschaft – ganzheitliche innovative Technologien und Strategien für eine nachhaltige Entwicklung gefördert und in fast vier Jahren über 1.000 Projekte initiiert. Die Forschungsthemen umfassen das ganze Spektrum nachhaltigkeitsrelevanter Fragestellungen. Vom integrierten Hochwasserschutz über Wassermanagement in Entwicklungsländern, Querschnitttechnologien für Nachhaltigkeit in der Wirtschaft, Anpassung an den Klimawandel bis hin zum Beitrag der Wirtschafts- und Geisteswissenschaften zur Nachhaltigkeit. Charakteristisch für FONA ist neben den inhaltlichen Schwerpunkten die qualitative Weiterentwicklung der Forschung. Dazu zählt die Bearbeitung anwendungs- und politikrelevanter Fragestellungen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Natur- und Geisteswissenschaften sowie die transdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaftlern mit Akteuren außerhalb der Wissenschaft (Unternehmen, NGOs, Kommunen). Die Bundesregierung hat 2009 dazu ein FONA-Rahmenprogamm  bekanntgegeben.