Montag, 5. März 2012
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung
Der Rat unterstützt die Bundesregierung in allen Fragen der nachhaltigen Entwicklung. Seine Mitglieder werden jeweils für drei Jahre von der Bundeskanzlerin ernannt. Sie stehen nach ihrem fachlichen und persönlichen Hintergrund für ökologische, ökonomische, soziale oder globale Themenfelder.
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Beim Austausch bewegen vor allem die Themen Wohlstand, Innovation und Arbeit.
Foto: Bundesregierung/Denzel
Seit Anfang Juni 2010 gehören dem neu berufenen Rat 15 Personen an; davon wurden 10 erstmals in den Rat berufen. Marlehn Thieme ist seit 1. März 2012 neue Vorsitzende. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Ratsmitglieder den Präsidenten des Naturschutzbundes Deutschlands (NABU), Olaf Tschimpke. Unterstützt wird der Rat von einer Geschäftsstelle, die vom Generalsekretär des Rates, Dr. Günther Bachmann, geleitet wird.
Der Rat ist fachlich unabhängig und trägt mit Stellungnahmen und konkreten Vorschlägen zur Fortentwicklung der Strategie bei. Dabei ist er weit mehr als ein intern wirkendes Beratungsgremium für die Bundesregierung; er ist gleichzeitig ein wichtiger Akteur im gesellschaftlichen Dialog zur Nachhaltigkeit. Ob im Rahmen seiner Jahreskonferenzen oder von sonstigen Veranstaltungen: Der Rat wirkt in die Gesellschaft hinein, fungiert aber gleichzeitig als Scharnier zwischen gesellschaftlichen Aktivitäten und der Politik.
"Der Rat will die nachhaltige Entwicklung zu einem wesentlichen Ziel und Handlungsfeld der Politik machen, bei Bürgerinnen und Bürgern wirkt er auf einen bewusst nachhaltigen Lebensstil hin und drängt auf Nachhaltigkeit bei wirtschaftlichem Handeln. Er will die gesellschaftliche Diskussion über Nachhaltigkeit verbreitern und ihre Ergebnisse wirkungsvoller und verbindlicher machen. Angesichts der zunehmend populären, aber auch inhaltlich beliebiger werdenden Verwendung des Begriffes Nachhaltigkeit in der Öffentlichkeit ist es Anliegen des Rates, klar herauszustellen, worum es geht: Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben." (Factsheet Rat für Nachhaltige Entwicklung, Stand 1/2011).
Wichtige aktuelle Aktivitäten des Rates umfassen unter anderem
- die Organisation des Deutschen Aktionstages Nachhaltigkeit am 4. Juni 2012,
- die Erarbeitung eines "Deutschen Nachhaltigkeitskodex für die Wirtschaft", der mit Experten, Stakeholdern und der Öffentlichkeit entwickelt wurde,
- eine Empfehlung des Rates zur Stabilisierung der Finanzmärkte,
- die Betreuung einer Initiative von Oberbürgermeistern für nachhaltige Kommunalentwicklung, Klima- und Finanzpolitik,
- eine Empfehlung zum Thema Ressourcen.
Der Rat verleiht besonderen Nachhaltigkeitsinitiativen für jeweils ein Jahr das Qualitätslabel "Werkstatt N". Die 2010 begonnene Aktion würdigt den vielfältigen persönlichen Einsatz von Menschen für eine nachhaltigere Gesellschaft und verhilft ihm zu größerer Öffentlichkeit.
Werkstatt N
Mit dem Qualitätslabel "Werkstatt N" werden jedes Jahr 100 Projekte und Projektvorhaben aus dem gesamten Bundesgebiet ausgezeichnet. Die Menschen "hinter" den Initiativen zeigen nach Ansicht des Rates einfallsreich und engagiert, wie aus Ideen zur Nachhaltigkeit Taten und Mehrwert für die Gesellschaft werden können.
Wie schon 2008 beteiligte sich der Rat auch am Fortschrittsbericht 2012 mit einem Text, der von ihm als Gastbeitrag selbst verantwortet wird. Die Bundesregierung möchte den Austausch mit dem Rat stärken. Hierzu dient unter anderem die neu in der Geschäftsordnung des Rates verankerte Möglichkeit, den Rat um interne Stellungnahmen zu einzelnen Fragen zu bitten.
