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Forschung und Entwicklung

Talente und Ideen fördern

Nur durch Spitzenleistungen in Bildung und Forschung kann ein rohstoffarmes Land wie Deutschland gegen die internationale Konkurrenz bestehen. Angesichts drastisch gesunkener Geburtenraten fehlt es aber immer mehr an vorzüglich ausgebildeten Fachkräften.

Eine Biochemikerin aus den USA und ein Mathematiker aus Weißrussland arbeiten zusammen im LaborBild vergrößern Talente sind unser Rohstoff Foto: Burkhard Peter

Die Bundesregierung investiert mehr denn je in Innovationen. In dieser Legislaturperiode werden 12 Milliarden Euro mehr in Bildung und Forschung investiert.

Das Ziel: Bund, Länder und Unternehmen sollen 3 Prozent des Bruttoinlandprodukts für Forschung und Entwicklung ausgeben. Nicht zuletzt dadurch entstehen wettbewerbsfähige Arbeitsplätze.

Deutschlands wichtigste Ressourcen sind die Talente und der Ideenreichtum seiner Menschen

Um den Fachkräftebedarf zu sichern, braucht Deutschland gut ausgebildete Menschen. Ein neuer Aufbruch im Bildungssystem ist notwendig. Die Qualifikation von Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen wird endlich durch einen Rechtsanspruch auf eine Gleichwertigkeitsprüfung leichter anerkannt. Die Bundesregierung fördert neben einer guten Berufsausbildung auch Spitzenleistungen in der Wissenschaft. Zusammen mit den Ländern wurden wichtige Reformen auf den Weg gebracht:

  • In der zweiten Phase des Hochschulpakts von 2010 bis 2015 wollen Bund und Länder weitere 335.000 zusätzliche Studienplätze schaffen. Damit reagiert die Bundesregierung auf die doppelten Abiturjahrgänge und die Aussetzung der Wehrpflicht. Verteilt über vier Jahre stehen pro Studienplatz 26.000 Euro bereit. Das sind 4.000 Euro mehr als in der ersten Phase des Hochschulpakts. Die Hälfte der Kosten trägt der Bund. Das sind 5 Milliarden Euro. Denn Deutschland braucht dringend mehr Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen. Das in der Qualifizierungsinitiative gesetzte Ziel einer Studienanfängerquote wurde längst erreicht. Im Wintersemester 2010 stieg sie auf 46 Prozent. Und der Trend setzt sich fort. Zum Wintersemester 2011 haben sich rund 515.000 junge Menschen immatrikuliert. Das sind 70.000 mehr als im Vorjahr.
  • Hinzu kommen bis zu zwei Milliarden Euro, die über den "Qualitätspakt Lehre" bis 2020 in die Verbesserung der Lehrbedingungen an den Hochschulen fließen.
  • In der ersten Phase der Exzellenzinitiative haben sich 9 Spitzenuniversitäten, 37 Exzellenzcluster und 39 Graduiertenschulen in einem Wettbewerb durchgesetzt. Sie erhalten bis 2011 durch die Exzellenzinitiative 1,9 Milliarden Euro zusätzlich. Die Initiative wurde jetzt bis zum Jahr 2017 verlängert. Dafür werden 2,7 Milliarden Euro aufgewendet. An dem bewährten Konzept des Wettbewerbs um die besten Konzepte wird festgehalten. Der Bund wird zwei Drittel der Kosten tragen.
  • Im Nationalen Pakt für Forschung und Innovation ist festgelegt, dass die großen Forschungseinrichtungen einen jährlichen Mittelzuwachs von mindestens 3 Prozent erhalten. Damit können sie Spitzenleistungen erbringen und ihre internationale Vernetzung voran treiben.

Qualifizierungsinitiative

Qualitätspakt

Exzellenzinitiative

Hochschulpakt 2020

Pakt für Forschung und Innovation

Bündelung der Kräfte zentrales Element neuer Innovationspolitik

Mit ihrer Hightech-Strategie hat die Bundesregierung zum ersten Mal ihre Forschungs- und Innovationspolitik ressortübergreifend gebündelt. Ziel ist es, dass aus Ideen schneller marktfähige Zukunftstechnologien, Produkte und Dienstleistungen entstehen. Besonders wichtig: Die Kräfte von Wissenschaft, Wirtschaft und Staat sind vernetzt.

Ein Beispiel: die sogenannten Innovationsallianzen. Dabei teilen sich Forschungseinrichtungen, Betriebe und staatliche Stellen bei besonders vielversprechenden Innovationsfeldern die Aufgaben. Sie legen dabei fest, wie viel jeder Partner an Forschungsinvestitionen beisteuert. Dieses Instrument ist insbesondere für kleine und mittlere Firmen interessant, denen dann auch Fördergelder des Bundes zufließen.

Ein anderes Instrument: Deutschlands Spitzencluster. Der Wettbewerb wählt die leistungsfähigsten regionalen Verbünde von Wirtschaft und Wissenschaft aus und begleitet sie in die internationale Spitzenklasse. Von Klimaschutz und Energieversorgung über Sicherheit und Gesundheit bis hin zu Mobilität – es geht darum, Ideen schneller in Produkte, Prozesse und Dienstleistungen umzusetzen.

Hierzu zählt auch die 2007 eingeführte Forschungsprämie. Sie wird an öffentliche und staatlich anerkannte Hochschulen sowie die gemeinsam von Bund und Ländern finanzierten Forschungseinrichtungen für Forschungs- und Entwicklungsaufträge von Unternehmen mit maximal 1.000 Beschäftigten gezahlt. Außerdem strebt die Bundesregierung eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen an

Ein zentrales Anliegen der Bundesregierung ist die Innovationsförderung in kleineren und mittleren Unternehmen. Deshalb gestaltet das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem programm KMU-innovativ den Zugang zur Forschungsförderung für sie spürbar einfacher, etwa durch vereinfachte Bonitätsprüfung. Mit KMU-innovativ fördert das BMBF Spitzenforschung in wichtigen Zukunftsbereichen.

Spitzencluster Wettbewerb

Forschungsprämie

Förderung von kleineren und mittleren Unternehmen

Spitzenforschung und Innovation in den neuen Ländern

Eine nachhaltige Innovationspolitik ist auch der Schlüssel für den Aufbau Ost. "Unternehmen Region" fördert den Auf- und Ausbau besonderer technologischer, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Kompetenzen in ostdeutschen Regionen.

Auslänische Fachkräfte, Marie Campos, Biochemikerin aus U.S.A. und Victor Ridtchenko, Mathematiker aus Weissrussland zusammen im Labor der Knauer Laborgeräte GmbH, Berlin, 2011Bild vergrößern Besondere Chancen für den Aufbau Ost Foto: Burkhard Peter

In Ostdeutschland gibt es aufgrund der Strukturschwächen nach wie vor Defizite bei der Entwicklung von Innovationen. Vor diesem Hintergrund hat das BMBF in den letzten Jahren systematisch eine Reihe von Programmen für die Neuen Länder entwickelt, um die Rahmenbedingungen für Innovationen zu verbessern. "Unternehmen Region" fördert den Auf- und Ausbau besonderer technologischer, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Kompetenzen in ostdeutschen Regionen.
 

Das Programm "Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern" ergänzt die Innovationsinitiative. Das 2008 aufgelegte Programm fördert die aus eigener Kraft entstandenen Innovationsverbünde aus Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen. Geförderte Projekte: Plasmamedizin, optische Mikrosysteme, virtuelle und erweiterte Realität, medizinische Systembiologie, Wasserforschung und Geo-Energie. Das BMBF fördert die erfolgreichen Projekte fünf Jahre lang, je Initiative stellt das Ministerium maximal 15 Millionen Euro zur Verfügung.

Unternehmen Region - die Innovationsinitiative für die Neuen Länder

Kinder  für  mathematisch-naturwissenschaftliche und technische Berufe begeistern

Eine bessere frühkindliche Bildung ist ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung. Dazu gehört, Kinder für die sogenannten MINT-Berufe zu interessieren, naturwissenschaftlich-technische Begabungen zu erkennen und zu fördern.

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik. Hier besteht ein großer Fachkräftebedarf. Die Berufschancen und die Gehälter sind überdurchschnittlich. Die von der Bundesregierung unterstützte Initiative "Haus der kleinen Forscher" leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Kinderkindertagesstätten machen die Naturwissenschaften und die Mathematik für die Jüngsten erlebbar.

Die Wissenschaftsjahre haben in den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen Dialog zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftern mit der Bevölkerung hergestellt. In Ausstellungen und auf vielen öffentlichen Veranstaltungen kann man viel Wissenswertes erfahren.

Jungen und Mädchen können in einem technischen Praktikum feststellen, ob ein technischer Ausbildungsberuf oder ein MINT Studium ihren Begabungen entspricht. Die Bundesregierung unterstützt diese Praktika genauso wie den MINT-Pakt mit mehr als 40 Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Durch ihn sollen sich gerade auch mehr junge Frauen für die MINT-Berufe entscheiden. Denn immer noch wählen die meisten einen traditionellen Frauenberuf.

Bundesweite Jugendwettbewerbe helfen Interessen zu entwickeln und Talente zu fördern. Ein Beispiel aus dem MINT-Bereich ist der Bundeswettbewerb „Jugend forscht“.

Haus der kleinen Forscher

Frauen in MINT-Berufen

Jugendwettbewerbe

Förderberatung Forschung und Innovation

Die Bundesregierung hat im Rahmen ihrer Hightech-Strategie eine Erstanlaufstelle für Fragen zur Forschungs- und Innovationsförderung eingerichtet. Die zentrale Förderberatung wendet sich mit ihren Informations- und Beratungsangeboten besonders an Erstantragsteller. Sie sorgt bei Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen für mehr Transparenz zu Förderprogrammen, Verfahrenswegen und Konditionen. Der Zugang zur Forschungsförderung beschleunigt sich dadurch.

Förderberatung "Forschung und Innovation" des Bundes

Beratung der Politik

Aber auch die Bundesregierung benötigt Beratung durch die Wissenschaft. Diese Aufgabe hat die Nationale Akademie der Wissenschaften übernommen, die 2008 aus der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina hervorgegangen ist. Die Nationale Akademie repräsentiert die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien.

Die Leopoldina identifiziert wichtige gesellschaftliche Zukunftsthemen und beschreibt sie nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen für Politik und Öffentlichkeit. Dabei ist die Bandbreite der Fragestellungen groß: Interdisziplinäre Fragen wie die Herausforderung des demografischen Wandels werden genauso die Agenda bestimmen wie die Resistenz von Antibiotika.

Leopoldina Halle

Erfolge stellen sich ein

Der Außenhandel mit forschungs- und entwicklungsintensiven Waren ist eine Erfolgsgeschichte. Deutschland konnte mit einem Welthandelsanteil von 12,3 % (2009) für FuE-intensive Güter seine Position als führender Exporteur auf diesem Gebiet vor China und den USA behaupten und damit seine hervorragende Wettbewerbsposition auf den internationalen Märkten sichern.