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Forschungsförderung

Die Bundesregierung verfolgt mit ihrer Energiepolitik drei Zielsetzungen: Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit. Diese Zielsetzungen schlagen sich auch in der Energieforschung nieder.

Mitarbeiter bei Mess- und Prüfarbeiten in einer Firma.Bild vergrößern Forschung und Entwicklung für die Energiewende Foto: Burkhard Peter

Wer in Deutschland lebt, muss nur mit 21 Minuten Stromausfall jährlich rechnen. Daraus berechnet der Bundesverband Energie und Wasserwirtschaft eine Versorgungssicherheit von 99,99 Prozent. Dennoch stört uns jeder Stromausfall sehr. Die wenigen Stromausfälle, die auftreten, führen uns vor Augen, wie abhängig wir von Energie sind.

Kaum noch ein Beruf oder Hobby, das ohne elektrische Energie auskommt. Entsprechend wichtig ist die Strombranche, in der hierzulande über 120.000 Menschen arbeiten.

Neben Strom ist Erdgas ein wichtiger Energieträger. Die "nur" 35.000 Beschäftigten dieses Sektors erwirtschaften einen Umsatz von 36 Milliarden Euro.

Sauber, sicher und bezahlbar

"Energie soll sicher, sauber und vor allem auch bezahlbar sein", das fordert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Um unsere anspruchsvollen Ziele zu erreichen, müssen wir auch auf innovative Energietechnologie setzten. Gerade angesichts der Energiewende brauchen wir Forschung und Entwicklung.  

Das Besondere an der Strom- und Gasbranche ist allerdings, dass es ihr nicht mehr darum geht, jedes Jahr mehr zu produzieren und mehr zu verbrauchen. Die fossilen Rohstoffe Kohle, Gas und Erdöl sind begrenzt. Also ist ein effektiverer Umgang mit Energie gefragt – aber bitte so, dass unser Komfort nicht abnimmt und die Preise nicht ins Unermessliche steigen.

Diese Situation fordert innovative Lösungen, die nur die Wissenschaft bieten kann. Kraftwerke müssen aus der gleichen Rohstoffmenge mehr Energie herstellen. Bei diesem Prozess darf keine wertvolle Energie verloren gehen. Wirksam und preisgünstig soll Strom aus Wasser-, Windkraft, Biomasse oder Sonnenenergie sein. Dabei sollen unsere Elektrogeräte ihre Leistungsfähigkeit behalten und unsere Häuser genauso gut geheizt sein wie früher. Aber natürlich bei geringerem Verbrauch.

6. Energieforschungsprogramm

Die Bundesregierung verfolgt mit ihrer Energiepolitik drei Zielsetzungen: Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit. Diese Zielsetzungen schlagen sich auch im 6. Energieforschungsprogramm nieder, an dem sich vier Ressorts unter Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) beteiligen.

Kurz- und mittelfristig leistet das Programm einen konkreten Beitrag zur Erfüllung aktueller politischer Vorgaben. Dabei geht es vor allem um einen ausgewogenen Energiemix, größere Produktivität bei der Energieumwandlung und einen höheren Beitrag durch erneuerbarer Energien. Darüber hinaus werden die Themen nukleare Sicherheits- und Endlagerforschung sowie die Fusionsforschung behandelt. In den Jahren 2011 bis 2014 stellt die Bundesregierung rund 3,5 Milliarden Euro für die Förderung von Forschung und Entwicklung moderner Energietechnologien bereit.

Speicher im Focus

Der zu erwartende Strombedarf in Deutschland soll im Jahr 2050 zu 80 Prozent aus regenerativen Quellen gedeckt werden. Vom Ausgleich kurzfristiger Fluktuationen bis hin zur Langfristspeicherung über mehrere Monate hinweg gilt es, das Stromangebot jederzeit in Einklang mit der Stromnachfrage zu bringen. Mittel- bis langfristig ist daher neben intelligentem Lastmanagement und neuen Netzstrukturen der verstärkte Einsatz von Speichern wichtig, um die Versorgungssicherheit und Zuverlässigkeit der elektrischen Energieversorgung auch künftig zu gewährleisten.

Für die "Förderinitiative Energiespeicher" stellt die Bundesregierung in einer ersten Phase bis 2014 insgesamt bis zu 200 Millionen Euro bereit. Unterstützt werden Forschungsvorhaben zur Entwicklung einer großen Bandbreite von Speichertechnologien für Strom, Wärme und andere Energieträger.

Energieeffizienztechnologien für den Klimaschutz

Das Bundeswirtschaftsministerium konzentriert seine Energieforschungsförderung auf Energieeffizienztechnologien entlang der gesamten Energiekette: Von der Energieumwandlung über den Energietransport bis hin zur Verwendung von Energie beim Endverbraucher. Im Bereich nicht-nuklearer Energietechnologien hat das Bundeswirtschaftsministerium die Fördermaßnahmen unter dem Namen "Forschung für Energieeffizienz" gebündelt. 

Im Zentrum stehen dabei die folgenden Schwerpunkte:

  • Moderne Kraftwerkstechnologien
  • Kraft-Wärme-Kopplung, Fernwärme
  • Brennstoffzelle, Wasserstoff
  • Effiziente Stromnutzung, Speicher
  • Energieoptimiertes Bauen
  • Energieeffizienz in Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen

Ziel sind vor allem kurz- bis mittelfristige Erfolge. Deshalb konzentriert sich die Förderung auf angewandte Forschung und Entwicklung sowie auf Demonstrationsprojekte.

Der Bine-Informationsdienst informiert im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zu erneuerbaren Energien und Energiespartechniken. Themen sind beispielsweise energieeffiziente Neu- und Altbauten, innovative Gebäudetechnik und die Nutzung der Solarenergie oder der Windkraft.

Erneuerbare Energie für unsere Umwelt

Das Bundesumweltministerium konzentriert seine Forschung auf erneuerbare Energien und hat diese im Jahre 2011 mit 128 Millionen Euro unterstützt. Dabei floss der größte Mittelanteil in die Photovoltaik und in die Windenergie.  

Beachtliche Erfolge sind auch bei der Geothermie zu vermelden: Die vom Bundesumweltministerium unterstützten Erdwärmekraftwerke in Landau und Unterhaching arbeiten seit 2007. Neben der Bereitstellung von Wärme produzieren beide Kraftwerke auch Strom. Damit haben sie der Geothermie ein weiteres Entwicklungsfeld eröffnet.

In dem sich neu entwickelnden Weltmarkt für solarthermische Kraftwerke haben deutsche Firmen dank der mit Bundesförderung entwickelnden Technologien hervorragende Chancen. Deutsche Forscher und Firmen beteiligten sich maßgeblich an den ersten Kraftwerken in Nevada und Spanien.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist vor allem für die institutionelle Förderung der Energieforschung zuständig. Es finanziert die Energieforschungsprogramme mehrerer Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft. Es geht dabei vorwiegend um Grundlagenforschung, für die jährlich über 200 Millionen Euro fließen. Zusätzlich fördert das Ministerium Projekte der Energie-Grundlagenforschung, in die es jährlich mehr als 125 Millionen Euro investiert.

All diese Aktivitäten sind im Programm "Grundlagenforschung Energie 2020+" gebündelt. Es reicht von innovativen Verfahren zur Sonnenenergienutzung bis zur Erforschung der Kernfusion.

Die Bundesregierung fördert zusätzlich auch außerhalb des Energieforschungsprogramms Forschung und Entwicklung von zukunftsweisenden Energietechnologien. Dabei geht es um Vorhaben in anderen Programmen, in denen die energiepolitischen Aspekte nicht im Vordergrund stehen. Beispiele hierfür sind der Technologiewettbewerb "E-Energy: IKT-basiertes Energiesystem der Zukunft", Projekte in der Verkehrsforschung oder auch die Fördermaßnahmen des Bundesministeriums für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung in den Bereichen Transport, Bauen und Wohnen.