Studieren in Europa
Die Europäische Union bietet Studierenden großzügige Unterstützung beim Studium im europäischen Ausland. Das Programm Erasmus fördert aber auch die Zusammenarbeit von Universitäten in Europa.
Bild vergrößern
EU-Studium
Foto: EC/Alain Schroeder
- Europäische Studienaustauschprogramme
- Anprechpartner für Studien im Ausland
- Zulassungsvoraussetzungen an ausländischen Universitäten
- Ausbildungsförderung bei einem Studium im Ausland
- Studium in Ländern außerhalb der EU
Immer mehr deutsche Studenten zieht es für ein oder mehrere Semester ins Ausland, insbesondere ins europäische Ausland. Obwohl Europa immer mehr zusammenrückt, sind bei einem Studium im Ausland noch zahlreiche Regelungen im Detail zu beachten.
Dies gilt nicht nur für die Voraussetzungen, die ein Student erfüllen muss, sondern auch für die Frage nach der Anerkennung von Auslandssemestern. Auch die Finanzierung eines Auslandsstudiums will sichergestellt sein. Bei Planung und Durchführung bieten verschiedene Organisationen ihre Hilfe an.
Europäische Studienaustauschprogramme
Der europäische Studentenaustausch läuft in großem Umfang über das Erasmus-Programm. Erasmus ist ein Unterprogramm des EU-Programms für lebenslanges Lernen (vormals Sokrates), dem europäischen Aktionsprogramm für die Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen Bildung.
Erasmus fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Hochschulen und die Mobilität der Studierenden und der Hochschullehrer. Außerdem soll die Hochschulbildung insgesamt verbessert werden, indem europaweite Netze in bestimmten Fächern oder zu bestimmten Themen aufgebaut werden. Ab 2007 werden auch Unternehmenspraktika im Ausland unterstützt.
Neben den 27 EU-Staaten sind auch Island, Liechtenstein und Norwegen an Erasmus beteiligt. Die Türkei und die Schweiz sollen folgen. Eine Beitrittsoption besteht für die Länder des westlichen Balkans.
Anprechpartner für Studien im Ausland
Ob es um einen längeren Studienaufenthalt im Ausland oder um eine Adresse für einen Sommersprachkurs geht: Der erste Schritt führt ins Akademische Auslandsamt (oder die für Auslandsfragen zuständige Stelle) der Heimatuniversität.
Dort kann man sich persönlich beraten lassen und detaillierte Informationen über die Wege zum Studium in anderen Ländern erhalten. Das Akademische Auslandsamt hilft bei allen Fragen rund um das Auslandsstudium: Von den Austauschmöglichkeiten über die Frage der Krankenversicherung in anderen Ländern bis hin zur Finanzierung des Aufenthalts.
Studenten, die mit Erasmus im Ausland studieren wollen, wenden sich unmittelbar in ihren Hochschulen an die zuständigen Beauftragten für Erasmus.
Der Deutsche Akademische Austauschdienst Dienst (DAAD) unterstützt die Arbeit der Auslandsämter und arbeitet eng mit ihnen zusammen. Die Programme des DAAD sind offen für alle Länder und alle Fachrichtungen und kommen Ausländern wie Inländern gleichermaßen zugute.
Zulassungsvoraussetzungen an ausländischen Universitäten
Die europäischen Universitäten regeln Zulassungsfragen sehr unterschiedlich. Meist reicht es nicht aus, einfach das Reifezeugnis vorzulegen. Im einen Land wird es eine Einladung zu einem Interview geben, im anderen Land vielleicht eine Aufnahmeprüfung.
Immer gilt aber: Bürgerinnen und Bürger aus anderen EU-Mitgliedsstaaten dürfen nicht diskriminiert oder anders behandelt werden, nur weil sie eine andere Staatsangehörigkeit besitzen. Das gilt auch für die Studiengebühren.
Die Anerkennung des Abiturs ist problemlos. Sie ist bereits in der Europäischen Konvention über die Gleichwertigkeit der Reifezeugnisse vom 11. Dezember 1953 geregelt. Danach ist mit dem deutschen Abiturzeugnis der Zugang zu den Universitäten der EU-Partnerstaaten ohne weiteres möglich.
Ausbildungsförderung bei einem Studium im Ausland
Die Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) wird unter bestimmten Bedingungen für einen Auslandsaufenthalt gewährt. Wer in Deutschland BAföG-berechtigt ist, kann für einen Teil seines Studiums im Ausland Ausbildungsförderung erhalten.
Das Studium an einer Hochschule im Ausland wird bis zu einem Jahr unterstützt. Die Studienzeit im Ausland wird nicht mehr auf die Förderungshöchstdauer angerechnet, was die Entscheidung für ein Semester im Ausland erleichtern soll.
Selbst wenn kein Anspruch auf Leistung nach dem BAföG besteht, können Interessenten für ein Auslandsstudium Geld erhalten. Zum normalen BAföG-Satz wird ein Auslandszuschlag gezahlt. Wer BAföG erhält, kann zusätzlich zur nationalen Ausbildungsförderung auch einen Erasmus-Zuschuss beantragen.
Nach einem Urteil des EuGH, kann wer in Deutschland BAföG-berechtigt ist, bereits ab dem ersten Semester für ein Studium im Ausland Ausbildungsförderung erhalten.
Auslands-Bafög kann unter bestimmten Voraussetzungen auch für ein längeres Praktikum bewilligt werden.
Studium in Ländern außerhalb der EU
Interessenten aus der EU und den Beitrittsländern zur EU können im Rahmen des TEMPUS-Stipendiums außerhalb der EU studieren. Hierzu gehören die Länder Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion sowie die Mongolei.
Am Programm nehmen außer Hochschulen auch Unternehmen und Organisationen teil. Studierende können sich um ein TEMPUS-Stipendium zum Studium an einer Partnerhochschule nur bei ihrer Heimathochschule bewerben. Auskunft erteilt das Akademische Auslandsamt.
In Lateinamerika ermöglicht das EU-Programm ALFA (America Latina Formación Académica) Studierenden und Graduierten den Aufenthalt an einer Hochschule. Es soll durch Informationsaustausch und gemeinsame Aktionen den akademischen und wirtschaftlichen Austausch zwischen den Staaten der EU und Lateinamerika fördern.
Auch für die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen in der EU sowie in den USA und Kanada gibt es ein Kooperationsprogramm. Studierende, Postgraduierte und Dozenten haben die Möglichkeit, im Rahmen eines Auslandsaufenthalts die Sprache und Kultur der Partnerländer kennen zu lernen.
