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Jugend- und Schüleraustausch

Die Europäische Union hält für junge Leute ein umfangreiches Angebot zur Förderung von internationalen Begegnungen bereit. Dies gilt für alle Altersgruppen, für Schüler, Studierende und Auszubildende.

Jugendbegegnungen in der EU

Die EU und ihre Mitgliedstaaten unterstützen auf vielfältige Weise Begegnungen zwischen jungen Menschen aus ganz Europa. Das EU-Programm "Jugend in Aktion" (vormals Jugend) fördert Veranstaltungen und Treffen von Jugendlichen außerhalb von Schule, Ausbildung und Beruf.

Es spielt also keine Rolle, ob die Teilnehmer Schülerinnen und Schüler, Studierende oder Auszubildende sind: Die Aktion "Jugend in Aktion" steht allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 13 und 30 Jahren offen.

Eine Schülerin vor einer Landkarte im Geographie-UnterrichtBild vergrößern Schüleraustausch Foto: U. Grabowsky/photothek.net

Ziele des Programms sind:

  • die Mobilität junger Menschen zu fördern,
  • Eigeninitiative und Kreativität zu entwickeln und auszuprobieren,
  • andere Kulturen kennen zu lernen,
  • Toleranz und Solidarität zu entwickeln
  • das zusammenwachsende Europa zu erfahren und aktiv zu unterstützen
  • Schlüsselqualifikationen für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung zu erwerben.

In erster Linie gibt es Unterstützung für Austauschprojekte, die von Jugendlichen selbst konzipiert und organisiert werden. Kreativität und natürlich das Thema Europa stehen im Mittelpunkt des Programms. Da Jugendliche nur in Gruppen am Austausch teilnehmen, werden die Projekte von Jugendorganisationen betreut und durchgeführt.

Für Jugendbetreuer gibt es weiterführende Angebote wie Begegnungen auf Konferenzen und Trainingsseminaren auf europäischer Ebene.

Die Aktion "Europäischer Freiwilligendienst" ist ebenfalls Teil dieses Programms. Es bietet jungen Menschen die Möglichkeit, in einem gemeinnützigen Projekt im europäischen Ausland mitzuarbeiten.

Wer will, kann Beiträge fürs Lokalradio moderieren, Jugendkulturzentren aufbauen oder in einem Behindertenrehabilitationszentrum helfen. Seit 1997 arbeiten junge Menschen aus der EU für sechs bis zwölf Monate als Freiwillige in einem anderen Mitgliedsland.

Besonders berücksichtigt werden sozial benachteiligte Jugendliche, denen die soziale und berufliche Eingliederung erleichtert werden soll. Der freiwillige Dienst im Ausland ist kein "Job" und auch kein Ersatz für den Wehr- oder Zivildienst. Junge Freiwillige werden in ein gemeinnütziges Projekt vermittelt und arbeiten dort unentgeltlich. Finanziert wird der Aufenthalt, die nötige Vor- und Nachbereitung, ebenso Versicherungsschutz, Unterkunft und ein Taschengeld.

Am Programm Jugend in Aktion nehmen nicht nur junge Menschen aus den Ländern der Europäischen Union teil, sondern auch aus  Island, Liechtenstein, Norwegen und der Türkei. Auch mit den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, Ländern des südlichen Mittelmeerraums und Lateinamerika sind unter bestimmten Bedingungen Auslandsvorhaben möglich.

In jedem Mitgliedsland der EU gibt es eine Koordinierungsstelle für das Programm, an die sich Interessierte wenden können. 

Auslandsangebote für Schüler

Comenius heißt der für die Schulen zuständige Teil des EU-Programms für lebenslanges Lernen (vormals Sokrates). Es soll helfen, europaweite Partnerschaften zwischen Schulen aufzubauen.

Ziele des Programms: Interesse für Fremdsprachen zu wecken, Kenntnisse europäischer Probleme zu vermitteln und den Schülern Einblick in europäische Kulturen zu gewähren. Ebenso werden Projekte zum Umweltschutz oder zur Geschichte und Politik unterstützt.

Anträge von deutschen Schulen sind bei den zuständigen Kultusministerien der Bundesländer einzureichen. Darüber hinaus gibt es aber auch viele Organisationen - gemeinnützige Vereine oder auch kommerzielle Unternehmen - , die individuelle Auslandsaufenthalte von Schülerinnen und Schülern vermitteln und organisieren.

Wer nach Frankreich gehen möchte, findet Unterstützung beim Deutsch-Französischen Jugendwerk. Zusammen mit seinem Lehrer und der Schule nimmt man mit einer französischen Partnerschule Kontakt auf und sucht einen Schüler oder eine Schülerin für einen Austausch.

Der deutsche Schüler oder die deutsche Schülerin verbringt dann drei Monate in Frankreich, anschließend kommt der französische Schüler oder die Schülerin für drei Monate nach Deutschland.

Die Unterkunft in der Gastfamilie ist kostenlos. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 11. Gleichartige Programme gibt es auch für Polen und Tschechien beim Deutsch-Polnischen beziehungsweise Deutsch-Tschechischen Jugendwerk.

Wer für einige Zeit in Großbritannien zur Schule gehen möchte, wendet sich am besten an den British Council. Hier gibt es Informationen, wie man einen Schüleraustausch organisiert, und Adressen von Institutionen, die bei der Auswahl der richtigen Schule helfen.

Schließlich können oft die Kultusministerien der Länder bei der Vermittlung von Partnerschulen helfen. Ein wichtiger Ansprechpartner ist auch die Stadtverwaltung: Vielleicht bestehen Städtepartnerschaften, in deren Rahmen sich ein Austausch organisieren ließe. "Eurodesk" bietet Informationen für Jugendliche und Jugendorganisationen zu länderübergreifenden Austausch- und Förderprogrammen im Internet.