Klimapolitik
Die Klimapolitik ist seit einigen Jahren zu einem der wichtigsten Politikbereiche der Welt geworden. Der Europäischen Union (EU) kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Diese Rolle will sie engagiert wahrnehmen.
Klimaerwärmung
Ursache dafür ist die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre, vor allem die des Kohlendioxids (CO2). Ausgelöst hat dies die Industrialisierung der letzten 150 Jahre. Industrie, Haushalte und Verkehr erhöhen diese Konzentration fortlaufend und heizen unsere Atmosphäre unnatürlich stark auf. Vor allem die Industriestaaten sind für diesen zusätzlichen, unnatürlichen Treibhauseffekt verantwortlich. Aber viele andere Länder, insbesondere große Länder wie Brasilien, Indien und China spielen dabei eine wachsende Rolle.
Sollte der steigenden Erwärmung in Zukunft nicht Einhalt geboten werden, hat das weitreichende Folgen weltweit. Dazu gehören die Überflutung von Küstenregionen und tief gelegenen Inselstaaten wegen des steigenden Meeresspiegels nach dem Abschmelzen der Polkappen. Die Wüstenregionen werden sich ausbreiten und die Gletscher schmelzen ab. Bereits heute ist der Klimawandel eine der Ursachen von Naturkatastrophen, wie beispielsweise Hochwasser und Trockenperioden.
Kyoto-Protokoll
Das Kyoto-Protokoll von 1997 hat wesentlich zur Entwicklung eines globalen Problembewusstseins für die Herausforderung des Klimawandels beigetragen. Darüber hinaus hat es die Idee handelbarer Emissionszertifikate in die internationale Klimapolitik eingeführt. Nicht alle Staaten der Welt haben dieses Protokoll unterzeichnet beziehungsweise setzen es um.
Im Kyoto-Protokoll haben sich die beteiligten Industriestaaten verpflichtet, den Ausstoß klimaschädlicher Gase - bis zum Zeitraum 2008-2012 um fünf Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die Europäische Union hat sogar acht Prozent zugesagt. Im Rahmen der Umsetzung des Kyoto-Protokolls hat innerhalb der Europäischen Union am 1. Januar 2005 der Emissionshandel begonnen.
Die EU als Vorreiter in der Klimapolitik
Die EU hat 2007 ehrgeizige Ziele für die Reduzierung des CO2 Ausstoßes formuliert. Sie will bis 2020 ihre Emissionen um 20 Prozent vermindern. Sie strebt eine Reduzierung auf 30 Prozent an, wenn auch die anderen Staaten der Welt sich diesem Klimaschutzziel anschließen. Außerdem sollen 20 Prozent des Energieverbrauchs bis 2020 eingespart werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch der EU soll auf 20 Prozent erhöht werden. Letztlich soll der Anteil von Biokraftstoffen am gesamten verkehrsbedingten Benzin- und Dieselverbrauch um 10 Prozent steigen.
Emissionshandel
Das Emissionshandelssystem schafft eine wirtschaftliche Basis, den Ausstoß des Gases CO2 dort zu reduzieren, wo es am kostengünstigsten ist. Dies bedeutet, dass ökologisch wirksames Handeln ökonomisch umgesetzt wird. Den Wirtschaftssektoren und jeder betroffenen Anlage werden konkrete Minderungsziele zugeordnet. In diesem Umfang wurden Emissionszertifikate für die erste Handelsperiode kostenlos zum 30. September 2004 zur Verfügung gestellt. Die Zertifikate sind handelbar und dienen somit als eine Art Währung. Erreicht das Unternehmen die Ziele durch eigene kostengünstige CO2-Minderungsmaßnahmen, kann es nicht benötigte Zertifikate am Markt verkaufen. Alternativ muss es Zertifikate am Markt zusätzlich erwerben, wenn eigene Minderungsmaßnahmen teurer würden.
Erneuerbare Energien
Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wird bei der Nutzung der meisten erneuerbaren Energien kein Kohlendioxid ausgestoßen. Lediglich bei der Verbrennung von Biomasse wird CO2 in die Umwelt abgegeben.
Nachwachsende Rohstoffe bieten für die moderne Industrie vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe ist heute wichtiger denn je. Bei den erneuerbaren Energien ist zwischen fünf verschiedenen Energieangeboten zu unterscheiden: Solarenergie, Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie, welche alle unerschöpflich in der Natur vorhanden sind. Das Grundprinzip ihrer Nutzung besteht darin, dass aus den in der Umwelt laufend stattfindenden Prozessen Energie abgezweigt und der technischen Verwendung zugeführt wird.
