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Die Europäische Bildungs- und Forschungspolitik

Die Europäische Union unterstützt mit vielen Förderprogrammen die berufliche Mobilität der europäischen Bevölkerung. Den mit der Forschung verbundenen Herausforderungen will die Europäische Union mit ihren Forschungsprogrammen begegnen.

Laborantin bei der ForschungsarbeitBild vergrößern EU-Forschungspolitik Foto: Sebastian Bolesch

Bildung

Möglichst viele junge Europäerinnen und Europäer sollen einen Teil ihrer Aus- oder Weiterbildung im Ausland absolvieren, um so von den Binnenmarkt-Chancen profitieren zu können. Fremdsprachenkenntnisse und Erfahrung in den verschiedenen Alltags- und Arbeitskulturen Europas sind ein Plus bei der Arbeitssuche.

Die gegenseitige Anerkennung der Studienabschlüsse soll die Mobilität erleichtern. Hierbei wurde in Deutschland durch die Einführung von Bachelor- und Masterprogrammen an Universitäten ein großer Fortschritt erzielt. Dort, wo die Berufe oder Ausbildungsschritte noch stark voneinander abweichen, bescheinigen Europass-Dokumente die Qualifikationen, die in einem anderen Land der EU erworben wurden.

Knapp drei Millionen Studierende haben seit 1987 bereits vom ERASMUS-Programm der Europäischen Union profitiert. ERASMUS ermöglicht es, drei bis zwölf Monate an europäischen Gastuniversitäten zu studieren. Dabei fallen im Gastland keine Studiengebühren an, und erbrachte Studienleistungen können zu Hause problemlos anerkannt werden. Im Hochschuljahr 2009/2010 nahmen über 213.000 Studierende am Studienaustausch im Rahmen des ERASMUS-Programms teil. Die Unterstützung ermöglichte knapp 29.000 Deutschen einen Studienaufenthalt an einer ausländischen Universität, rund 22.500 ERASMUS-Studenten kamen nach Deutschland.

Das EU-Programm LEONARDO DA VINCI hilft beim Erwerb und Einsatz beruflicher Qualifikationen in anderen Ländern. Gefördert werden grenzüberschreitende Projekte, die den Austausch von Ausbildern, Azubis, Studierenden und jungen Arbeitnehmern (bzw. jungen Arbeitslosen) zum Zweck der Berufsbildung organisieren. Im weitesten Sinne geht es hierbei um Praktika bzw. berufliche Ausbildungen bei Unternehmen oder Bildungseinrichtungen. Die Teilnehmer erhalten von der EU Zuschüsse zu den Fahrt- und Lebenshaltungskosten. Insgesamt über 222.500 junge Menschen profitierten zwischen 2007 und 2009 von der EU-Förderung, davon kamen rund 40.000 aus Deutschland.

Beide Programme laufen Ende 2013 aus und sollen nach den Plänen der EU-Kommission reformiert werden. Für die nächste mittelfristige Finanzplanung der EU 2014 - 2020 sollen aber die finanziellen Mittel deutlich erhöht werden, um noch mehr jungen Menschen die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts zu bieten.

Forschung

Die Globalisierung hat nicht nur Auswirkungen auf Wirtschaft und Handel. Auch Forschung und Entwicklung werden international. Zukunftswissen ist nicht mehr allein auf Europa und Nordamerika beschränkt. Der weltweite Wettbewerb ist auch hier – insbesondere durch Asien – intensiver geworden.

Deshalb braucht die EU eine Strategie, die mehr Wachstumsdynamik, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung in den Vordergrund stellt. Dabei muss Europa auf das Wissen und Können der Menschen setzen: Das ist der Schlüssel zu Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, zu Wachstum und Beschäftigung. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben eine europäische Antwort auf diese Herausforderung verabschiedet: die EU-Wachstumsstrategie „Europa 2020“. Mit Bildung, Forschung und umweltfreundlichen Zukunftstechnologien will sich die Europäische Union bis 2020 zum international führenden und wachstumsstarken Wirtschaftsraum entwickeln.

Als Schlüsseltechnologien von hoher systemischer Bedeutung für Europas Wettbewerbsfähigkeit gelten unter anderen: Innovative Werkstoffe, Nanotechnologie, Produktionstechnologie, IT-Systeme, Kommunikationssysteme, Biotechnologie, Raumfahrttechnologien und Luftfahrtforschung.

Im siebten Forschungsrahmenprogramm der EU für die Jahre von 2007 bis 2013 sind für Forschung und Entwicklung rund 50 Milliarden Euro im EU-Haushalt vorgesehen. Die Gelder fließen vor allem in die Beschäftigung zusätzlicher Forscherinnen und Forscher.

Das nächste Rahmenprogramm für Forschung und Innovation soll im Rahmen der nächsten EU-Haushaltsplanung für die sieben Jahre von 2014 bis 2020 finanziell noch besser ausgestattet werden. Dabei sollen die Investitionen in Forschung und Entwicklung mindestens drei Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts betragen.