Freitag, 9. März 2012
Stabilisierung des Euro
Griechenland: Erfolgreicher Schuldenschnitt
Der Weg ist frei für die Umschuldung Griechenlands. Eine ausreichende Mehrheit privater Gläubiger signalisierte ihre Teilnahme am Umschuldungsprogramm. Durch den Verzicht von Banken, Versicherungen und Fonds auf rund 107 Milliarden Euro sinken die Schulden Griechenlands bei privaten Gläubigern um gut die Hälfte.
Schäuble: Erste Auszahlungen können erfolgen
Der Schuldenschnitt ist die zentrale Voraussetzung dafür, dass das Land neue Hilfen im Umfang von 130 Milliarden Euro erhält. Die Eurofinanzminister gaben inzwischen grünes Licht für weitere Griechenlandhilfen. Das gab Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nach einer Telefonkonferenz mit seinen Amtskollegen am heutigen Freitag bekannt.
Ein Teilbetrag von gut 35 Milliarden Euro aus dem neuen Hilfspaket im Gesamtvolumen von 130 Milliarden Euro könne wie geplant ausgezahlt werden. Mit diesen Mitteln flankieren die Eurostaaten vorwiegend den Schuldenschnitt der Privatgläubiger.
Wichtige Etappe zur Schuldentragfähigkeit
"Wir sind nicht über den Berg, haben aber einen wichtigen, großen Schritt erreicht", so der Bundesfinanzminister. Er begrüßte ausdrücklich, dass sich der Privatsektor in solch einem hohen Maße freiwillig an der Umtauschaktion beteiligt hatte. Damit sei Griechenland eine wichtige Etappe auf dem Weg hin zu seiner Schuldentragfähigkeit vorangekommen.
Bis 2020 soll Griechenland seinen Schuldenstand auf rund 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts reduzieren.
Signal an die Märkte: Euro ist stabile Währung
Die Eurofinanzminister hatten am Morgen den Bericht der Troika zur Kenntnis genommen. Darin wurde bestätigt, dass Griechenland die sogenannten Prior Actions vollständig erfüllt habe. Dies wiederum ist eine Voraussetzung dafür, dass die Eurofinanzminister über die Freigabe des zweiten Griechenlandhilfspaketes Anfang der kommenden Woche entscheiden können. Wir müssen weiter intensiv arbeiten, so Schäuble, aber die Ergebnisse zeigten: "Der Euro ist eine stabile Währung. Die Eurozone bleibt eine starke Wirtschaftszone und ein hochinteressanter Raum für Investoren."
