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Europäischer Rat

Wie und warum soll der Euro gestärkt werden?

Im folgenden werden die Argumente benannt.

Ein Euro MünzeBild vergrößern Warum Euro stärken Foto: photothek.net/Grabowsky

Der Euro ist unser gemeinsames Schicksal, und Europa ist unsere gemeinsame Zukunft

Die grandiose Friedens- und Freiheitsidee der europäischen Einigung ist das Vermächtnis, das heutigen und künftigen politischen Generationen hinterlassen worden ist. Darauf gründet sich auch der Einsatz aller europäischer Politiker für den Euro, unsere gemeinsame Währung: "Niemand in Europa wird alleingelassen, niemand wird fallengelassen", betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Europäischen Rat.

Lehren aus der Krise ziehen – permanenten Krisenmechanismus einführen

Deutschland setzt sich seit langem für einen dauerhaften Krisenmechanismus ein – als letztes Mittel, um ein Gefährdung des Euro zu verhindern. Klar ist, dass die finanzielle Unterstützung einzelner Länder an strenge Bedingungen geknüpft wird. Gegen Deutschland können sie nicht beschlossen werden, denn es gilt das Prinzip der Einstimmigkeit. Private Gläubiger werden beteiligt. Deutschland überträgt keine Hoheitsrechte an die Europäische Union.

Stabilitätspakt stärken

Die nicht nachhaltige Finanz- und Wirtschaftspolitik einiger Mitgliedstaaten der Eurozone hat die Krise der Eurozone maßgeblich verursacht. Damit sich dies nicht wiederholt, setzt sich die Bundesregierung für eine Stärkung des Stabilitäts- und Wachstumspakts ein. Die Haushaltsdisziplin der EU-Mitgliedsstaaten muss gestärkt und die wirtschaftspolitische Überwachung verstärkt werden.

Keine Eurobonds, sondern mehr Wettbewerb

Deutschland lehnt, zusammen mit Frankreich, gemeinsame Staatsanleihen der Euro-Länder, so genannte Eurobonds, ab. Denn Euro-Anleihen hebeln genau das aus, was bisher Grundlage der Euro-Stabilität war: Wer nicht solide wirtschaftet, zahlt höhere Zinsen. Wer gut wirtschaftet, zahlt weniger Zinsen für seine Staatsanleihen. Die Euro-Anleihen würden dazu führen, dass alle dafür denselben, höheren Zinssatz zahlen. Die Lösung ist nicht die Vergemeinschaftung des Risikos, die Lösung sind mehr Harmonie und Wettbewerbsfähigkeit in den Mitgliedstaaten.

Der Euro ist wichtig für Deutschland

Der Euro hat Deutschland in der jüngsten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise zur Stabilität verholfen. Ohne ihn hätte es eine deutliche Aufwertung unserer nationalen Währung gegeben, mit negativen Effekten für unsere Exportwirtschaft. Ohne Wechselkursrisiken sparen deutsche Unternehmen Jahr für Jahr rund zehn Milliarden Euro, die sie ansonsten für die erforderlichen Kurssicherungsgeschäfte hätten ausgeben müssen.

Mit dem Euro wurden die wirtschaftlichen Beziehungen in einem starken, funktionierenden Europäischen Binnenmarkt zusätzlich gestärkt. Davon profitiert auch Deutschland: So exportierte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2009 insgesamt Waren und Güter im Wert von 804 Milliarden Euro, davon allein für 348 Milliarden Euro in die Länder der Eurozone (43 Prozent).

Der Deutsche Industrie- und Handelstag hat errechnet, dass der gemeinsame Binnenmarkt in Deutschland rund 5,5 Millionen Arbeitsplätze sichert.

Und der Euro ist auch ein Garant für stabile Preise: Seit der Euro-Einführung 2002 können wir auf ein Jahrzehnt stabiler Preise zurückschauen:  Die Inflation lag durchschnittlich bei knapp zwei Prozent – halb so viel wie Anfang der 90-er Jahre.