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Donnerstag, 24. Mai 2012

Afrika

Deutschland unterstützt afrikanische Pharmaindustrie

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel setzt sich für den Aufbau einer afrikanischen Pharmaindustrie ein. Diese soll den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten auf dem Nachbarkontinent verbessern.

Eine afrikanische Frau nimmt ihre Medizin ein. Zugang zu Medikamenten verbessern Foto: picture-alliance/dpa

Niebel sagte dem Generaldirektor der Organisation für industrielle Entwicklung der Vereinten Nationen (UNIDO), Kandeh Yumkella, eine Million Euro an Unterstützungsleistung zu. Die Mittel sollen der Umsetzung des entsprechenden Programms der Afrikanischen Union dienen und werden über UNIDO koordiniert.

Die UNIDO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sie hat ihren Sitz in Wien. Die UNIDO hat das Ziel, die industrielle Entwicklung in Entwicklungsländern und Reformstaaten nachhaltig zu fördern. Ihr gehören zurzeit 173 Mitgliedstaaten an.

Deutschland wichtigster Unterstützer

Ärztliche Untersuchung eines Kindes in MosambikBild vergrößern Menschenleben schützen Foto: Unicef

Deutschland unterstützt seit 2006 mit mehr als 70 Millionen Euro den Aufbau der afrikanischen Pharmaindustrie zur Produktion lebenswichtiger Medikamente. Damit ist Deutschland der mit Abstand wichtigste Geber in diesem Bereich.

"Auch für den Bereich der Pharmaindustrie gilt: Nur ein funktionierender afrikanischer Privatsektor kann den Zugang der Armen zu lebenswichtigen Medikamenten nachhaltig verbessern", so Niebel.

Viele Entwicklungsländer verfügen weder über eine eigene Pharmaindustrie, noch können sie sich den Import teurer Medikamente leisten. Aber nur eine gesunde Gesellschaft kann den Weg aus der Armut aus eigener Kraft schaffen. Vor allem bei der Aids-Behandlung gibt es jedoch kaum Alternativen zur Therapie mit Medikamenten.

"Daher unterstützt die Bundesregierung die afrikanische Pharmaindustrie bei der Verbesserung ihrer Marktstellung und Produktionsqualität. Das ist auch ein wichtiges Element in unserem Kampf gegen Medikamentenfälschungen, die vor allem die lokale Generikaindustrie bedrohen und Menschenleben überall auf der Welt gefährden", sagte der Minister.

Generika sind wesentlich kostengünstigere Kopien von Originalmedikamenten. In Sub-Sahara-Afrika wird der Bedarf an HIV/Aids-Medikamenten überwiegend durch Generika gedeckt.

Beispiel Malaria: Zwar sind die Malaria-Todesfälle laut Weltgesundheitsorganisation deutlich zurückgegangen, gefälschte Medikamente im Umlauf gefährden jedoch den Kampf gegen die Tropenkrankheit.

Die in Wien ansässige UNIDO ist der zentrale internationale Partner Deutschlands bei der Förderung lokaler Pharmaproduktion. Deutschland plant zudem die Unterstützung des von UNIDO 2013 ausgerichteten "Vienna Energy Forums". Zentrales Thema der letzten Konferenz war Energie und der internationale Zugang zu Energie. Auch die Unterstützung der Bundesregierung einer gemeinsamen Veranstaltung mit UNIDO im Rahmen der "World Skills Leipzig" 2013, ist geplant. Sie ist eine Art Weltmeisterschaft der Handwerksberufe.