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Freitag, 27. Juli 2012

Wissenschaftsjahr 2012

Kein Leben ohne Wasser

Klimawandel, eine wachsende Weltbevölkerung, Umweltverschmutzung, Verschwendung und Unwissenheit bedrohen die natürlichen Wasservorräte der Erde. Aber gerade der nachhaltige Umgang mit Wasser ist für uns alle lebenswichtig.

Gebirgslandschaft mit Fluss Mit Wasser nachhaltig umgehen Foto: picture-alliance/Bildagentur Huber

Rund die Hälfte des Wassers, das weltweit bei Anbau und Produktion von Lebensmitteln verwendet wird, geht verloren oder wird verschwendet. Gleichzeitig leben etwa 1,2 Milliarden Menschen in Gegenden ohne ausreichendes  Wasserangebot.

„Wenn wir unser Verhalten nicht ändern, wird die künftige Nahrungsmittelproduktion vor allem durch das Wasserangebot beschränkt“, warnen Wissenschaftler.

Was ist verstecktes oder virtuelles Wasser?

Viele Menschen haben davon noch nie gehört. „Virtuelles Wasser“ gibt an, wie viel Wasser in einem Produkt enthalten ist oder zu dessen Herstellung verwendet wird. Virtuelles Wasser wird während des gesamten Produktionsprozesses aufgewendet, etwa zur Bewässerung von Anbauflächen oder bei Reinigungsvorgängen in der Lebensmittelindustrie.

Rechnet man das virtuelle Wasser zum durchschnittlichen Wasserverbrauch von täglich knapp 130 Litern pro Person dazu, dann nutzt jeder Deutsche mittlerweile 4.000 Liter am Tag.

Halbe Seen verstecken sich in  vielen Produkten, die wir täglich brauchen. So benötigt man 140 Liter, um eine Tasse Kaffee herzustellen. Rinder fressen Gras, trinken große Mengen Wasser und leben länger als Schweine. Für die Erzeugung von einem Kilo Rindfleisch werden so 15.000 Liter Wasser benötigt.

Lebensmittelverschwendung verschärft weltweiten Wassermangel

Deutschland ist einer der größten Nettoimporteure von virtuellem Wasser. Deshalb ist es wichtig, nur so viel einzukaufen, wie auch wirklich benötigt wird. Neuesten Studienergebnissen zufolge entsorgt nämlich jeder Deutsche 82 Kilo Lebensmittel pro Jahr im Müll. „Mit jedem Apfel, den ich wegwerfe, spüle ich 70 Liter Wasser in die Tonne“, erklärt Professor Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Dresden. „Es geht dabei weniger um Verzicht, sondern um einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln.“

Angebote für Kinder zum Thema Wasser

Für viele Menschen gibt es nichts schöneres als Ferien am Wasser. Jahr für Jahr ziehen die Küsten der Meere, große Seen und Flüsse Jung und Alt an. Die Urlauber sammeln Muscheln, angeln oder genießen das frische Quellwasser in den Bergen. Immer öfter  erfahren sie dabei mehr über die Umwelt und ihren Schutz. Besonders für Kinder und Jugendliche gibt es interessante und pädagogisch wertvolle Informationsangebote zum mitmachen. 

Die Kinder-Uni Sylt informiert beispielsweise über „Fremdlinge im Meer“. Im Deutschen Museum Bonn am Rhein sind „die Wasserdetektive“ - Kinder zwischen sechs und neun Jahren - dem Thema Wasser auf der Spur.  Dort erfahren sie, dass jeder Mensch in Deutschland rund 130 Liter Wasser am Tag verbraucht.  Sie finden zugleich heraus , wie sich Süßwasser, Salzwasser und Brauchwasser unterscheidet und führen spannende Experimente zu Wasserqualität und –verbrauch durch.

Im Geomar-Helmholtz-Zentrum für Meeresforschung in Kiel wecken spezielle Angebote für Schüler das Interesse an der Meeresforschung. In Workshops wie „Das Meer vor unserer Tür“ oder der „Sommerschule Marine Geowissenschaften 2012“, aber auch bei Projekten wie „NaT-Working“ lernen die Jugendlichen die Arbeit von Meeresgeologen, Vulkanologen und Biologen kennen.

Im Schülerwettbewerb „Ich sehe Wasser, was Du nicht siehst“ sind Kinder und Jugendliche eingeladen, verstecktes Wasser zu entdecken und zu beschreiben, welche Wassermengen zum Beispiel in Lebensmitteln enthalten sind. Sie können aber auch erforschen, was unsere Lebensweise mit der Wasserknappheit in anderen Ländern der Erde zu tun hat. 

Die Wasserdetektive im Deutschen Museum in Bonn haben herausgefunden, dass für die Herstellung von einem Kilo Käse 10.000 Liter Wasser benötigt werden. 2.400 Liter war für sie bislang die Füllung eines mittleren Planschbeckens. Nun wissen sie, dass man diese Wassermenge für die Herstellung eines Hamburgers braucht.