Mittwoch, 30. Januar 2013
Ernährung sichern
Ländliche Räume fördern
Die Bundesregierung stärkt das landwirtschaftliche Potenzial in Entwicklungsländern, um deren Ernährung sicherzustellen und um mehr Wertschöpfung in ländliche Gebiete zu bringen. Um dem Hunger die Stirn zu bieten, braucht es auch engagierte Partner.
Ländliche Wirtschaft fördern
Foto: Bundeswehr / Martin Stollberg
Nach Schätzungen werden bis zum Jahre 2050 rund neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Bereits heute ist die Versorgung der stetig wachsenden Weltbevölkerung unzureichend gesichert. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser ist in vielen Regionen der Welt an ihre Grenzen gestoßen. Die Folge ist: Mehr als 800 Millionen Menschen müssen weltweit hungern. Kurios: Die meisten Hungernden leben in ländlichen Gebieten, dort wo eigentlich die Lebensmittelproduktion stattfinden kann.
Rund zwei Milliarden Menschen, das sind fast 30 Prozent der Weltbevölkerung, sind von Mangelernährung betroffen. Die drängende Frage, wie die Ernährung der Weltbevölkerung langfristig gesichert werden kann, fordert Politik und Wissenschaft, aber auch die Zivilgesellschaft.
In vielen Entwicklungsländern ist das landwirtschaftliche Potenzial enorm und wird nicht ausreichend genutzt. Hier setzt die Bundesregierung an, indem sie ihre Kräfte in der Entwicklungszusammenarbeit auf den Ausbau und die Unterstützung der Landwirtschaft in Entwicklungsländern konzentriert. Ziel sind Ertragssteigerungen und mehr Wertschöpfung in ländlichen Gebieten. Dazu sollen auch mehr Bildung und Ausbildung vor Ort eingesetzt werden. Um diese Ziele zu erreichen, wirbt das Bundesentwicklungsministerium auch in der Zivilgesellschaft für Partner und Kooperationen.
Starke Kooperation für eine sichere Ernährung
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Fachausbildung für Kleinbauern
Foto: Philipp Ziser
Dass diese gigantische Herausforderung nur durch eine umfassende Kooperation engagierter Partner bewältigt werden kann, steht außer Frage. Darum hatte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Ende Januar ein hochrangiges Treffen initiiert. Thema: "Starke Kooperationen für eine sichere Ernährung!"
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel, Microsoft-Gründer Bill Gates und Vertreter der "German Food Partnership" (GFP) stellten gemeinsame Projekte zur Ernährungssicherung vor und gaben Anregungen. Die GFP ist ein starkes Bündnis von 35 deutschen Unternehmen und Verbänden, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren..
Die BMZ-Initiative in Berlin brachte erfreuliche Ergebnisse: Das Bundesentwicklungsministerium, die Bill und Melinda Gates Stiftung und die GFP wollen ihre bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit in Zukunft erheblich intensivieren. So sollen bestehende Vorhaben zur Förderung des Anbaus von Baumwolle und Cashewnüssen ausgeweitet und stärker auf Ernährungssicherung ausgerichtet werden. Die gemeinsamen Projekte haben ein Volumen von insgesamt mehr als 80 Millionen Euro.
Mehr Nahrung vor Ort produzieren
Neue gemeinsame Vorhaben zielen zudem darauf ab, mehr Nahrung vor Ort zu produzieren. Wertschöpfungsketten von Grundnahrungsmitteln wie Reis und Kartoffeln sollen ebenfalls verbessert werden. Durch diese Maßnahmen wird die Abhängigkeit der Menschen von internationalen Agrarmärkten reduziert und der Nährwert der Produkte verbessert. Neben der Beratung über weitere Kooperationsmöglichkeiten im Kampf gegen den Hunger wurde ein Prozess zur Ausarbeitung von Richtlinien für die Zusammenarbeit mit der Agrar- und Ernährungswirtschaft eingeleitet.
Die deutsche Entwicklungspolitik hat die Förderung von ländlicher Entwicklung und Landwirtschaft als Schlüssel zur Ernährungssicherung in den Mittelpunkt gerückt. Das BMZ investiert jährlich mehr als 700 Millionen Euro in diesen Bereich. Dieses hohe Finanzvolumen soll auch zukünftig beibehalten werden, so Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel.
