Mobilität der Zukunft – sauber und kostengünstig
Einsteigen, losfahren, schnell, bequem und sicher ankommen: In Zukunft sollen alle die Vorteile und Annehmlichkeiten von Mobilität genießen. Langfristig muss der Straßenverkehr unabhängig vom Öl werden.
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Die Zukunft gehört der Elektromobilität
Foto: picture alliance / ZB
- Elektromobilität – Bewegung mit Zukunft
- Vorfahrt für Elektroautos
- Anreize für Käufer von Elektroautos
- Schwerpunkt Batterieforschung
- Gasfahrzeuge weiterhin begünstigt
- Mehr Bio-Kraftstoffe im Tank
- Bedeutung des Schienenverkehrs
Denn Öl ist eine Ressource, die bald erschöpft ist. Hinzu kommt, dass die Verbrennung von fossilen Stoffen eine große Menge CO2 erzeugt. Deshalb lautet eine zentrale Herausforderung für die Sicherung der Mobilität, effizienten und alternativen Antriebsformen und Kraftstoffen zum Durchbruch zu verhelfen.
Deutschland als Nation des Automobilbaus muss sich die technologische Marktführerschaft sichern. Von den technischen Innovationen hängt ab, ob unsere Unternehmen auch künftig auf dem Weltmarkt erfolgreich sind. Die Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft und Autoherstellern hilft, Know-how und damit auch Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.
Elektromobilität – Bewegung mit Zukunft
Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Bis 2030 sechs Millionen. Das ist Ziel des Regierungsprogramms Elektromobilität. Denn Elektrofahrzeuge verringern nicht nur die Abhängigkeit vom Öl. Lädt man die Batterien mit Strom aus erneuerbaren Energien, fahren Elektrofahrzeuge praktisch ohne Schadstoffausstoß.
Vorfahrt für Elektroautos
Mit knapp zwei Milliarden Euro fördert die Bundesregierung die Forschung, wie Deutschland trotz knapper fossiler Brennstoffe mobil bleiben kann. Dazu wurde gemeinsam mit der Automobilindustrie die "Nationale Plattform Elektromobilität" gegründet. Sie beschäftigt sich mit Themen wie Ausbildungs- und Arbeitsplätzen in der Elektromobilität oder einer geeigneten Infrastruktur von Stromtankstellen.
Zweiter Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität
Die Bundesregierung fördert in den nächsten drei Jahren vier "Schaufenster-Regionen" mit 180 Millionen Euro. Dafür sind groß angelegte regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben ausgewählt worden. In ihnen in denen innovative Elemente der Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem gebündelt werden.
Schon 2009 bis 2011 hat das Bundesverkehrsministerium rund 220 Projekte zur Elektromobilität gefördert. Insgesamt wurden dafür Mittel in Höhe von 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Davon wurden rund 20 Millionen Euro in den Aufbau von Pilot-Wasserstofftankstellen und eines Batterietestzentrums investiert.
Mit 130 Millionen Euro entfiel der größte Teil der Fördersumme auf das Programm "Elektromobilität in Modellregionen". In acht Regionen Deutschlands testete das Ministerium erfolgreich den Einsatz von Elektrofahrzeugen im Alltag. Besonderes Augenmerk wurde dabei gelegt auf Anwenderfreundlichkeit, Umweltauswirkungen und Praxistauglichkeit. Über 1.000 Ladestationen wurden errichtet. Testfahrer legten mit rund 2.400 Elektrofahrzeugen mehrere Millionen Testkilometer zurück. Das Programm umfasste dabei neben PKWs und Nutzfahrzeugen auch Zweiräder und Leichtfahrzeuge.
Fortschrittsbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität
Im Juni 2012 hat die NPE ihren dritten Bericht, den Fortschrittsbericht, an die Bundesregierung übergeben. Sie stellt darin fest, dass Deutschland auf einem guten Weg ist, bis zum Jahr 2020 Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität zu werden. Der Ansatz der Bundesregierung sei richtig, den Schwerpunkt in der jetzigen Phase der Marktvorbereitung auf Forschung und Entwicklung zu legen. Die NPE sieht insbesondere die Einrichtung der vier "Schaufenster Elektromobilität" als zentrale Maßnahme. In diesen vier Regionen soll Elektromobilität durch groß angelegte Demonstrations- und Pilotvorhaben erfahrbar gemacht werden. Außerdem gilt es, in noch offenen Fragen wichtige Erkenntnisse zu gewinnen.
Die Bundesregierung verdoppelt dafür die Mittel für Forschung und Entwicklung. Die Wirtschaft will in den nächsten drei bis vier Jahren 17 Milliarden Euro investieren. Angesichts des globalen Wettbewerbs sei es nicht einfach, dass Deutschland internationale Spitze werde, so Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es gehe aber nicht nur um attraktive Produkte und Exporte, sondern auch um 30.000 zusätzliche Arbeitsplätze bis zum Jahr 2020 in Deutschland.
Anreize für Käufer von Elektroautos
Es gilt der Grundsatz: Markt und Wettbewerb sind die besten Treiber für Innovationen. Die Hauptverantwortung liegt daher bei Wirtschaft und den Unternehmen. Deshalb plant die Bundesregierung auch keine "Kaufprämie für E-Autos", sondern setzt auf andere Kaufanreize.
Das Regierungsprogramm Elektromobilität im Überblick:
- Kfz-Steuerbefreiung für zehn Jahre für Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß unter 50 Gramm pro Kilometer bei Anschaffung bis zum 31. Dezember 2015,
- Wechselkennzeichen: Fahrer von Elektrozweitfahrzeugen brauchen nur ein Nummernschild und sparen eine Versicherungsprämie,
- Sonderparkflächen sowie Lockerungen von Zufahrtsverboten,
- Mitbenutzungsmöglichkeit von Busspuren.
Die Bundesregierung geht mit gutem Beispiel voran: Der Fuhrpark der Bundesregierung wird schrittweise auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Ab 2013 werden zehn Prozent der Neufahrzeuge weniger als 50 Gramm pro Kilometer CO2 verbrauchen.
Schwerpunkt Batterieforschung
Die Bundesregierung sieht vor allem bei Forschung und Entwicklung noch großen Bedarf und verdoppelt die Förderung auf zwei Milliarden Euro. "Über den Markterfolg der Elektromobilität entscheidet nicht das üppigste Subventionspaket, sondern die größte technologische Kompetenz" erklärt Bundesforschungsministerin Annette Schavan. "Einen besonderen Schwerpunkt werden wir auf die Batterieforschung legen."
Folgerichtig lehnt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer teure Kaufprämien entschieden ab: "In einen teuren Subventionswettlauf zu treten, können wir uns nicht leisten. Wir brauchen marktfähige, alltagstaugliche Produkte, die sich in der Praxis bewähren und die Bürger überzeugen."
Gasfahrzeuge weiterhin begünstigt
Die Bundesregierung fördert auch weiterhin Erdgasfahrzeuge. Die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz bleibt steuerlich begünstigt, die Preise bleiben attraktiv.
Mehr Bio-Kraftstoffe im Tank
Die Bundesregierung wird den Bio-Anteil in Kraftstoffen weiter steigern und den Einsatz von Bio-Kraftstoffen noch klimafreundlicher gestalten. Die Automobil- und Kraftstoffindustrie soll technische Voraussetzungen für einen Bio-Anteil über zehn Prozent bei Benzin und sieben Prozent bei Dieselkraftstoffen schaffen. Außerdem möchte die Bundesregierung die Nutzung von Bio-Kraftstoffen auf Bahnverkehr und Binnenschifffahrt ausdehnen.
Die Bundesregierung beabsichtigt, Maßnahmen für einen verstärkten Einsatz von Biogas im Kraftstoffsektor zu ergreifen und die Entwicklung von innovativen Biokraftstoffen (2. Generation) gezielt zu fördern.
Zukünftige Fördermaßnahmen für Bio-Kraftstoffe sollen die Treibhausgasbilanz besonders berücksichtigen.
Bedeutung des Schienenverkehrs
Vor allem weil zu erwarten ist, dass der Güterverkehr zunimmt, wird die Bundesregierung die Investitionen in die Schieneninfrastruktur auf hohem Niveau fortsetzen. Investitionsschwerpunkt sind der Ausbau der Knoten, die Beseitigung von Engpässen sowie der Bau spezieller Korridore für den Schienengüterverkehr.
