Mobile Zukunft: neue Kraftstoffe und Antriebe
Der weltweite Bedarf an Energie wird in den kommenden Jahrzehnten dramatisch ansteigen – man denke an China oder Indien, die ihren Modernisierungsprozess gerade erst begonnen haben. Parallel dazu wachsen auch die CO2-Emissionen und andere Umweltbelastungen.
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Die erste Wasserstofftankstelle wurde 2004 eröffnet
Foto: Photothek / Koehler
Außerdem werden fossile Energieträger immer knapper. Deswegen ist die Suche nach geeigneten Alternativen bei der Energieversorgung dringend geboten.
Um neue, aussichtsreiche Kraftstoffe und Antriebe zu entwickeln und voranzubringen, braucht es das Zusammenspiel von Industrie und Politik. Erfolgreiches Beispiel hierfür ist das Forum der Verkehrswirtschaftlichen Energiestrategie (VES). Dort moderiert Bundesregierung das Gespräch von Automobilindustrie und Energiewirtschaft zu zentralen Fragen von Ressourcenverbrauch und Klimaschutz im Verkehr.
Herausragendes Praxisprojekt der VES ist die erste öffentliche Wasserstofftankstelle Europas, die im November 2004 in Berlin in Betrieb genommen wurde. Dort wird im Rahmen der so genannten Clean-Energy-Partnership Berlin (CEP) regenerativ erzeugter Wasserstoff als Kraftstoff unter Alltagsbedingungen erprobt und im Flottentest demonstriert.
Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung
Im Koalitionsvertrag 2009 ist die Erarbeitung einer Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie vereinbart, die technologieoffen ist und die alle Verkehrsträger einbezieht. Nach einer Vorstudie wurde die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie mit einer großen öffentlichen Veranstaltung am 9. Juni 2011 in Berlin gestartet. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft verständigen sich hier über Perspektiven von fossilen Kraftstoffen und solchen auf Basis erneuerbarer Energien, über neue Antriebstechnologien und notwendige Versorgungsinfrastrukturen.
Alle sind sich einig: Die Abhängigkeit des Verkehrssektors vom Öl muss sinken. Deshalb sollen im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie alternative Kraftstoffe und Antriebe identifiziert werden, die in großer Verbreitung eingesetzt werden können. Sie sollen zudem die CO2-Emissionen verringern und den Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehr steigern.
Weltweit hat der Verkehr einen erheblichen Anteil am Klimawandel und trägt deshalb eine besondere Verantwortung bei der Bekämpfung seiner Folgen. Die Bundesregierung hat in ihrem Energiekonzept für den Verkehrssektor erstmals ein konkretes Energieeinsparziel festgelegt: Bis 2020 soll der Endenergieverbrauch um 10 Prozent und bis 2050 um 40 Prozent gegenüber 2005 gesenkt werden. Mit diesem Ziel kann der Verkehrssektor seinen Beitrag dazu leisten, dass Deutschland seine internationalen Klimaschutzverpflichtungen erfüllen kann.
Deutschland hat als Industrieland und als Exportland große Chancen, wenn es gelingt, Leitmarkt und Leitanbieter bei neuen, innovativen und klimafreundlichen Technologien zu werden. Auf diesem Wege können auch in Zukunft Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand in Deutschland gesichert werden.
