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Ausstieg aus der Kernkraft in zehn Jahren

Schrittweise wird die Bundesregierung bis zum Jahr 2022 alle Kernkraftwerke hierzulande abschalten. Dies ist ein elementarer Teil des Energiekonzepts.

Atomkraftwerk BrokdorfBild vergrößern Kernkraftwerde werden abgeschaltet Foto: Sebastian Bolesch

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima 2011 hat die Bundesregierung das Energiekonzept fortentwickelt und den Ausstieg aus der Kernkraft beschleunigt. Stufenweise geht nun ein Kernkraftwerk nach dem anderen vom Netz.

Die Kosten für den Rückbau und die Entsorgung radioaktiver Abfälle übernehmen die Kraftwerksbetreiber. Die Bundesregierung führt jedes Jahr eine Planungskontrolle durch und prüft, ob die gesetzten Ziele erreicht sind.

 

Grafik Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022Bild vergrößern Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 Foto: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e .V. (AGEB), Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW)

Wird die Energie knapp?

Acht Kraftwerke weniger, aber die Energieversorgung bleibt sicher. Die Bundesnetzagentur hat den Auftrag, Engpässen vorzubeugen und alle notwendigen Maßnahmen zur Netzstabilität zu treffen. Der Winter 2011/2012 zeigte, dass diese Vorsorge greift – auch ohne Kernkraftwerk in Reserve. 

Wie sicher ist die Kernkraft?

Deutschland gehört zu den Ländern mit den höchsten Sicherheitsstandards für Atomanlagen. Dennoch hat die Bundesregierung die Anforderungen mit der Novelle des Atomgesetzes 2011 weiter erhöht, beispielsweise für die Kühlsysteme. Maßstab ist dabei der Stand von Wissenschaft und Technik. Die Betreiber arbeiten mit den Atomaufsichtsbehörden der Länder nun Nachrüstprogramme für ihre Anlagen aus und setzen sie schrittweise um.

Was passiert mit dem Atommüll?

Wer Kernenergie nutzt, muss sich auch um die Lagerung der radioaktiven Abfälle sorgen. Solche mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung werden ab 2019 im Endlager Konrad (nördlich von Salzgitter) eingelagert. Schacht Konrad war ursprünglich ein Eisenerzbergwerk und wird seit Mai 2007 zu einem Endlager umgerüstet. Für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle wird noch ein geeigneter Lagerstandort gesucht.

Zu den wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen gehören vor allem abgebrannte Brennelemente sowie hochradioaktive flüssige Abfälle (Spaltproduktlösungen) aus der Wiederaufarbeitung.

Putzlappen, ausgediente Werkzeuge und Anlagenteile, verbrauchte Filter oder Rückstände aus der Abwasserbehandlung zählen dagegen zu den Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung.

Die Bundesregierung hat im März 2010 das Moratorium für die Endlagersuche aufgehoben und die ergebnisoffene Weitererkundung des Salzstocks Gorleben beschlossen. Mit dem Energiekonzept vom 6. Juni 2011 wurde entschieden, ein neues, an geologischen Kriterien orientiertes Verfahren zur Standortsuche zu entwickeln. Dabei arbeiten Bund und Länder zusammen. Im März 2013 haben sich Bundesumweltminister Peter Altmaier, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel auf einen gemeinsamen Vorschlag geeinigt: Eine Enquete-Kommission soll Fragen zur dauerhaften Lagerung hochradioaktiver Stoffe klären.