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CO2-Gebäudesanierung – energieeffizient Bauen und Sanieren

Öffentliche und private Gebäude in Deutschland verbuchen für Heizung, Warmwasser und Beleuchtung einen Anteil von 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs. Sie stehen für fast 20 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes.

Ein Mann montiert eine Styroporplatte zur Wärmedämmung an die Fassade eines Mehrfamilienhauses.Bild vergrößern Energieverbrauch senken, zum Beispiel durch Wärmedämmung. Foto: picture-alliance/Weigel

Dass hier gespart werden kann und muss, liegt auf der Hand. Viele Häuser in Deutschland sind ungenügend isoliert, denn sie wurden vor der Einführung der ersten Wärmeschutzverordnung von 1979 errichtet. Durch fachgerechtes Sanieren und moderne Gebäudetechnik können teilweise bis zu 80 Prozent des Energiebedarfs eingespart werden. Dieses Potential gilt es zu erschließen.

Deswegen ist die energetische Gebäudesanierung das Herzstück der Maßnahmen der Bundesregierung zur Energieeinsparung: Die Sanierungsrate soll sich verdoppeln. Hierfür hat die Bundesregierung das CO2-Gebäudesanierungsprogramm aufgestockt. Außerdem prüft sie zusammen mit den Bundesländern die Möglichkeit, energetische Sanierungsmaßnahmen steuerlich absetzen zu können.

Zugleich hat sie am 23. Mai 2012 eine Änderung des Mietrechts beschlossen, die Vorteile und Lasten fair auf Vermieter und Mieter verteilen wird und damit Sanierungen erleichtert.  

Beraten, fördern, finanzieren

  • Deutlich mehr Fördermittel: jährlich 1,5 Milliarden Euro stehen 2012 bis 2014 zur Finanzierung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms zur Verfügung. Vorher waren es 936 Millionen pro Jahr. Für die Förderung wurde der Energie- und Klimafonds eingerichtet.
  • Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) wird der ordnungspolitische Rahmen abgesteckt. Sie regelt, welche energetischen Mindeststandards Neubauten und Bestandsgebäude bei einer größeren Sanierung einhalten müssen. Ambitionierte Standards sollen die Effizienz von Gebäuden weiter erhöhen. Insbesondere über eine neue EnEV sollen die Neubaustandards von 2012 bis 2020 den künftigen europaweiten Niedrigstenergie-Gebäudestandard erreichen. Dies gilt soweit es im Rahmen einer ausgewogenen Gesamtbetrachtung unter Berücksichtigung der Belastungen der Eigentümer und Mieter wirtschaftlich vertretbar ist.
  • Informations- und Beratungsmaßnahmen und vor allem der Energieausweis sorgen für mehr Transparenz. Um eine Sanierung gut vorzubereiten, fördert die Bundesregierung die "Vor-Ort-Beratung" durch qualifizierte Energieberater.
  • Im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms hat der Bund die KfW-Förderprogramme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren aufgelegt. Sie unterstützen Haus- und Wohnungseigentümer bei der Finanzierung energiesparender Baumaßnahmen.
  • Für den Gebäudebestand gibt es einen Sanierungsfahrplan. Dieser gibt als Handlungsempfehlung eine Orientierung für Eigentümer, mit welchen Sanierungsmaßnahmen der Niedrigstenergiestandard bis 2050 erreicht werden kann. Die wirtschaftlichen Anreize für energetische Gebäudesanierungen werden sich am Sanierungsfahrplan ausrichten. Bundesbauten sollen bei der Reduzierung des Energieverbrauchs eine Vorbildfunktion einnehmen.

Förderung für Kommunen wird verstärkt

Die KfW-Programme zur CO2-Gebäudesanierung in Kommunen wurden zum 01.09.2012 nochmals verbessert. Damit wird die energetische Sanierung von Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur auch für finanzschwache Kommunen erheblich erleichtert. In den 300.000 Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur liegen große Potenziale für Energieeinsparung und Klimaschutz. Die Kommunen profitieren unmittelbar von sinkenden Energiekosten in ihren Gebäuden. Zugleich werden sie so ihrer Vorbildrolle für ihre Bürger gerecht.

Neue Förderkonditionen:

  • Die Förderung wird um die Förderbausteine für energetisch anspruchsvolle Sanierungen auf das Niveau Effizienzhaus 70 und 55 erweitert.
  • Da häufig gerade Rathäuser, Museen oder Schulen unter Denkmalschutz stehen oder als besonders erhaltenswerte Bausubstanz gelten, wird den Erfordernissen schützenswerter Gebäude mit dem neuen Förderbaustein "KfW-Effizienzhaus Denkmal" künftig verstärkt Rechnung getragen.
  • Erstmals werden auch Maßnahmen an Gebäuden kommunaler Unternehmen (z.B. Betreiber von Schwimmbädern oder Veranstaltungseinrichtungen) mit dem neuen KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren – Kommunale Unternehmen" gefördert.
  • Mit der Einführung von Tilgungszuschüssen gestaffelt nach KfW-Effizienzhaus-Niveau wird die Förderung auch für finanziell schwächere Kommunen attraktiver. Zugleich steigt der Anreiz, in höhere Energieeffizienz zu investieren.

CO2-Gebäudesanierung eine beeindruckende Bilanz

Seit 2006 hat die bundeseigene KfW über eine Millionen Euro bewilligt und Investitionen von knapp 94 Milliarden Euro angestoßen. Mit den Fördermitteln wurden rund 2,7 Millionen Wohnungen saniert oder besonders energieeffizient errichtet, zusätzlich über 950 kommunale Einrichtungen.

Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Bundesregierung ist dreifach erfolgreich es schützt das Klima, macht Wohnen bezahlbarer und schafft Arbeitsplätze:

  • Die Menge der pro Jahr eingesparten Energie entspricht etwa der Energieproduktion von zwei Kernkraftwerken. Zugleich wird jedes Jahr der Ausstoß von gut 5,2 Millionen Tonnen CO2 vermieden.
  • Die Modernisierung von Fenstern, Dämmung von Fassaden, Dach und Kellerdecken oder Installation einer neuen Heizungsanlage reduziert Heizkosten erheblich. Eigentümer und Mieter werden zugleich unabhängiger von steigenden Energiepreisen. Nicht zuletzt profitieren sie auch von einem behaglicheren Wohnklima.
  • Die energetische Gebäudesanierung schafft Wachstum und Arbeit. Von den Bauaufträgen profitieren vor allem örtliche Handwerksbetriebe aus dem Mittelstand. Allein im Jahr 2010 wurden 340.000 Arbeitsplätze für ein Jahr gesichert oder geschaffen.

Zusatzinformationen

Mietrechtsänderungen beschlossen

Deutsche Energie-Agentur

KfW-Förderprogramm