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Die Einheit rückt näher

23. August 1990: Die Volkskammer beschließt in einer turbulenten Sitzung den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes. Von 363 Abgeordneten stimmen 294 dem Beitritt zu, 62 votieren dagegen und sieben enthalten sich.

Der Vorsitzende der PDS, Gregor Gysi, tritt ans Rednerpult: "Das Parlament hat nicht weniger als den Untergang der Deutschen Demokratischen Republik zum 3. Oktober beschlossen."

Die PDS ist die Nachfolgepartei der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). PDS steht für Partei des Demokratischen Sozialismus.

Einige Tage später, am 31. August, unterschreiben Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und DDR-Staatssekretär Günter Krause den „Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands“, kurz den Einigungsvertrag.

Beide Politiker hatte in nur vier Sitzungen den über 1.000 Seiten starken Vertrag ausgehandelt. Beide Seiten waren sich einig, dass dies der unkomplizierteste und zügigste Weg zur Deutschen Einheit war – und dass man ihn beschreiten musste, solange die internationale Situation günstig war, insbesondere in Moskau.

Am 20. September 1990 stimmen der Deutsche Bundestag und die Volkskammer über den Einigungsvertrag ab. Er erhält die notwendige Zwei-Drittelmehrheit.

Es kommt damit zu einem historisch einzigartiger Vorgang: Ein Staat löst sich selbst auf - und das friedlich und demokratisch.

Einigungsvertrag