Das Neue Forum entsteht
9./10. September 1989: Mitglieder der Friedensbewegung wie Bärbel Bohley, Rolf Henrich, Jens Reich und Katja Havemann treffen sich in Grünheide bei Berlin im Haus von Katja Havemann. Sie unterzeichnen den Gründungsaufruf „Aufbruch 89“.
Mit dem Neue Forum entsteht die erste landesweite Oppositionsbewegung in der DDR außerhalb der evangelischen Kirche.
Das Forum fordert einen Dialog über demokratische Reformen, der mit Unterstützung möglichst breiter Bevölkerungskreise eine „Umgestaltung“ der Gesellschaft zum Ziel hat. Die Gruppe versteht sich als politische Vereinigung, „die es Menschen aus allen Berufen, Lebenskreisen, Parteien und Gruppen möglich macht, sich an der Diskussion und Bearbeitung lebenswichtiger Gesellschaftsprobleme in diesem Land zu beteiligen“.
Am 19. September 1989 stellt das Neue Forum einen Antrag auf Zulassung als „politische Vereinigung“. Das Innenministerium lehnt ihn zwei Tage später ab – mit der Begründung, das Neue Forum sei „staatsfeindlich“ und „illegal“. Als die Behörden durch Demonstrationen zusätzlich unter Druck geraten, tolerieren sie zunächst das Neue Forum und lassen es schließlich als politische Vereinigung zu.
Neues Forum verzeichnet starken Zulauf
Von allen Oppositionsgruppen in der DDR erhält das Neue Forum den stärksten Zulauf: Bis zur Jahresende 1989 unterzeichnen rund 200.000 Menschen den Gründungsaufruf, etwa 10.000 sind feste Mitglieder.
Am 8. November 1989 erkennt die SED-Führung das Neue Forum als politische Gruppierung an. Damit ist ein Präzedenzfall geschaffen, da bis dahin Bürgerrechtsbewegungen generell verboten waren.
