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Dienstag, 21. Februar 2012

Mehr Mobilität beim Studium

Ziel aller Länder, die sich 1999 in Bologna trafen, ist es einen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Er zielt auf vergleichbare Abschlüsse und eine höhere Mobilität von Studierenden und Absolventen der Hochschulen.

ChemieunterrichtBild vergrößern Gerade Naturwissenschaften sind wichtig Foto: Laif

Der europaweite Bologna-Prozess führte zur größten Hochschulreform seit Jahrzehnten. Vor allem sollen dabei international akzeptierte Abschlüsse geschaffen werden. Diese soll zu besseren Studienangeboten und international besseren Beschäftigungsmöglichkeiten führen.

Kern der Reform ist ein System von verständlichen und vergleichbaren Abschlüssen. Bachelor und Master und eine gestufte Studienstruktur. Durch dieses Abschlüsse und eine bessere Transparenz der Studieninhalte durch Kreditpunkte und Diploma Supplements soll sich die Anerkennung von Abschlüssen und Studienabschnitten verbessern.

Insgesamt kommen die Studienreformen in Deutschland gut voran. Im Wintersemester 2011/2012 waren 85 Prozent der über 15.000 Studiengänge auf Master und Bachelor umgestellt. Vor drei Jahren lag der Anteil noch bei 75 Prozent. Rund 1,3 Millionen Studierende waren in Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben (60 Prozent aller Studierenden). Im Wintersemester 2008/2009 waren es erst 43 Prozent.

Wachsende Mobilität

Auslandsaufenthalte erweitern den Horizont und die Kenntnisse der Studierenden. Die verbesserte Studienfinanzierung erleichtert Auslandssemester, denn Bafög kann auch bezogen werden, wenn in einem anderen EU-Land studiert wird.

Einen Bachelor-Abschluss in Köln und den Master an einer Universität in London: Immer mehr deutsche Studenten wechseln für den Master-Abschluss in ein anderes Land. Zwischen 2000 und 2008 hat sich die Zahl deutscher Studierender im Ausland verdoppelt. Von 2008 auf 2009 stieg deren Anzahl um mehr als acht Prozent. Etwa jedem dritten Hochschulabschluss ist ein studienbezogener Auslandsaufenthalt vorangegangen, bei mehr als einem Viertel dauerte dieser Aufenthalt mehr als drei Monate. Das geht aus dem Bericht der Bundesregierung über die Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland hervor.

Die Auslandsmobilität der Bachelorstudierenden hat zwar zugenommen, ist im Vergleich zu den alten Studiengängen aber immer noch zu gering. Damit das nicht so bleibt, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung seine Mittel zur Mobilitätsförderung um rund 90 Millionen Euro bis zum Jahr 2015 aufgestockt.

Unterstützung finden Studierende in Deutschland, die im Ausland studieren wollen, und Ausländer, die einen Studienaufenthalt in Deutschland anstreben, beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Der DAAD ist die weltweit größte Förder- und Beratungsorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Seit seiner Gründung 1925 hat der DAAD über 1,5 Millionen Akademiker im In- und Ausland unterstützt.

Das Angebot des DAAD reicht vom Auslandssemester für junge Studierende bis zum Promotionsstudium, vom Praktikum bis zur Gastdozentur, vom Informationsbesuch bis zum Aufbau von Hochschulen im Ausland.

Das EU-Programm Erasmus fördert die transnationale Zusammenarbeit von Hochschulen in Europa, insbesondere auch die Zusammenarbeit von Hochschulen mit der Wirtschaft. Erasmus trägt wesentlich dazu bei, einen europäischen Hochschulraum im Rahmen des Bologna-Prozesses zu verwirklichen.

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Gute Aussichten für Bachelor und Master

Rund drei Viertel aller Bachelorabsolventen wollen ein Masterstudium anschließen. Neun von zehn Studierenden erhalten dabei einen Studienplatz an ihrer Wunschhochschule. Der Übergang von Bachelor-Absolventen in den Beruf gelingt mittlerweile gut. Der Bologna-Bericht zitiert Studien, nach denen Bachelor- und Masterabsolventen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Eine Befragung der Bachelorjahrgänge 2007 und 2008 ergab, dass nur vier Prozent der Universitäts- und sechs Prozent der Fachhochschulabsolventen eineinhalb Jahre nach ihrem Abschluss keinen Arbeitsplatz hatten.