Freitag, 17. Februar 2012
Bildungspaket für Kinder aus einkommensschwachen Familien
Das Bildungspaket hilft den rund 2,5 Millionen Kindern und Jugendlichen aus Familien, die Grundsicherung beziehen. Inzwischen erhält nahezu jedes zweite Kind Leistungen aus dem Bildungspaket.
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Bund unterstützt bei der Bildung
Foto: Sebastian Bolesch
Bis Oktober 2011 haben 44 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder und Jugendlichen Leistungen aus dem Bildungspaket beantragt. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen möchte das Verfahren dafür vereinfachen. Ein Globalantrag soll für alle Leistungen möglich sein.
Beharrliche Information zahlt sich aus
Sowohl von der Leyen als auch die Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände betonen, dass Eltern gut über das Bildungspaket informiert werden. Sie werden über Kindergärten und Schulen, über die kommunalen Einrichtungen und über die Jobcenter angesprochen.
„Ich freue mich sehr, dass das Bildungspaket inzwischen bei so vielen Kindern ankommt. Das zeigt, dass sich das gemeinsame beharrliche Dranbleiben von Bund, Ländern und Kommunen lohnt. Die Kinder haben einen Anspruch auf ihr Bildungspaket. Deswegen werden wir das Verfahren weiter vereinfachen", so von der Leyen.
Globalantrag für alle Leistungen
Für Ausflüge, Sportverein oder Musikschule gibt es Unterstützung. Dazu kommen Zuschüsse zum Mittagessen in Schule und Kindergarten und Hilfe beim Lernen. Allerdings muss jede Leistung des Bildungspakets bislang einzeln beantragt werden. Das soll einfacher werden.
Künftig soll es möglich sein, einen Global-Antrag für das Bildungspaket im Jobcenter zu stellen. 80 Prozent der Leistungen werden über die Jobcenter bewilligt. Die einzelnen Leistungen müssen dann nur noch abgerechnet werden. Für kurzfristig angesetzte Ausflüge ist auch eine rückwirkende Erstattung möglich.
Tendenz steigend
Vorrangig werden die Zuschüsse zum Mittagessen und zur sozialen Teilhabe genutzt. Diese Leistungen können vom Kita-Alter bis zum Abitur beantragt werden. Dass die Nachfrage steigt, beweist die wachsende Zahl der Anträge seit dem Sommer.
Das Nachhilfe-Angebot wird deutlich weniger abgerufen. Dies liegt zum einen daran, dass es für Lernförderung keine vergleichbaren Infrastrukturen gibt wie für Sportvereine. Zum anderen sind Kinder von einkommensschwachen Familien nicht automatisch schwächer in der Schule. Trotzdem soll verstärkt über dieses Angebot an den Schulen informiert werden. Insgesamt werden 700 Millionen in die Bildung und teilhabe bedürftiger Kinder investiert.
