Montag, 20. Februar 2012
Das Förderprogramm für mehr Ausbildungsplätze: Jobstarter
Über 300 regionale Projekte sorgen für zusätzliche Ausbildungsplätze und unterstützen ausbildungsunerfahrene Betriebe.
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Integration durch Berufsbildung
Foto: Sebastian Bolesch
Durch die Jobstarterprojekte konnten rund 42.000 Ausbildungsplätze akquirieren werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Akquise von Ausbildungsplätzen in neuen Berufen und in Zukunftsbranchen wie den Erneuerbaren Energien. Andere Fragen sind, wie kleinere Betriebe zusammenarbeiten können, welche Zusatzqualifikationen zweckmäßig sind, welche Unterstützung Unternehmen brauchen, um Ausbildungsplätze einzurichten?
Das Programm Jobstarter leistet einen wichtigen flankierenden Beitrag zu den Aktivitäten des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs. Bis 2013 stellt die Bundesregierung dafür 125 Millionen Euro zur Verfügung, darunter auch Mittel aus dem Europäischem Sozialfonds. Vier Regionalbüros in Hamburg, Nürnberg, Berlin und Düsseldorf informieren zusätzlich vor Ort über die Förderungsbedingungen und aktivieren die Zusammenarbeit regionaler Projekte.
Verschiedene Schwerpunkte
Ein anderes Programm ist Jobstarter Connect erleichtert Jugendlichen, denen im Anschluss an die Schule der Wechsel in die Ausbildung nicht geglückt ist, den Einstieg in die betriebliche Ausbildung. Anhand von Ausbildungsbausteinen soll die Möglichkeit verbessert werden, bislang erworbene berufliche Kompetenzen auf die Ausbildung zeitlich anzurechnen.
Ein weiterer Jobstarter-Programmbereich ist die „KAUSA – Koordinierungsstelle Ausbildung in Ausländischen Unternehmen“. Diese Projekte widmen sich besonders Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund. Ziel ist es, das Ausbildungsplatzpotenzial in diesen Unternehmen zu erschließen und auszubauen.
Ausbildung auch in Teilzeit
Im Rahmen des Jobstarter-Programms gibt es Projekte zur Teilzeitausbildung. Sie ist nach der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes im Jahr 2005 möglich. Junge Mütter und Väter haben es oftmals schwer, Ausbildung und Familie miteinander zu vereinbaren. Fast ein Fünftel der betroffenen Jugendlichen, überwiegend Frauen, hat ein Kind zu betreuen. Mit einer Teilzeitberufsausbildung bekommen sie eine realistische Ausbildungschance. Die ausbildenden Betriebe erhalten mit diesen Jugendlichen motivierte Auszubildende, die aufgrund ihrer familiären Verantwortung gute soziale und organisatorische Kompetenzen mitbringen. Interesse an einer Teilzeitausbildung haben auch Auszubildende, die einen Angehörigen pflegen müssen.
Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Teilzeitberufsausbildung ist grundsätzlich in allen Berufsbereichen des dualen Systems (kaufmännisch, medizinisch, gewerblich-technisch, gastronomisch) möglich.
Konkrete Fragen zur Teilzeitausbildung und zu Finanzierungsmöglichkeiten sowie Kinderbetreuung beantworten die lokalen Agenturen für Arbeit.
