Freitag, 27. April 2012
Deutscher Computerspielpreis
Jedes Jahr zeichnet der Kulturstaatsminister die besten deutschen Computerspiele aus. Der Deutsche Computerspielpreis wurde von der Bundesregierung und Branchenverbänden 2009 ins Leben gerufen.
Der Deutsche Computerspielpreis 2012 wurde am 26. April in Berlin verliehen.
Vergeben wurden Preise in sieben Kategorien:
- Bestes Kinderspiel (75.000 Euro)
The Great Jitters: Pudding Panic, Entwickler und Publisher: kunst-stoff GmbH, Berlin - Bestes Jugendspiel (75.000 Euro)
Harveys Neue Augen, Entwickler: Daedalic Entertainment GmbH, Hamburg, Publisher: rondomedia GmbH, Mönchengladbach - Bestes mobiles Spiel (50.000 Euro)
Das Verrückte Labyrinth HD, Entwickler und Publisher: Ravensburger Digital GmbH, München - Bestes Serious Game (50.000 Euro)
Vom fehlenden Fisch – Die geheimnisvolle Welt der Gemälde, Entwickler und Publisher: Kunsthalle Bremen, Bremen - Bestes Browsergame (50.000 Euro)
Drakensang Online, Entwickler und Publisher: Bigpoint GmbH, Hamburg - Bestes Deutsches Spiel (50.000 Euro)
Crysis 2, Entwickler: Crytek GmbH, Frankfurt / Publisher: Electronic Arts, Köln - Bestes Nachwuchs-Konzept aus Schüler- und Studentenwettbewerb (35.000 Euro)
About Love, Hate and the other ones, Entwickler und Publisher: Kunsthochschule Kassel, Kassel
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Computerspielpreis 2012
Foto: Bundesregierung/Eckel
Außerdem wurden zwei nicht dotierte Sonderpreise verliehen. Sie gingen in der Kategorie Browsergame an das Spiel des Kölner Entwicklers und Publishers Krystian Majewski für "Trauma" und an Frederic Schimmelpfennig, der für "Pan It!" den Sonderpreis der Fachjury Nachwuchskonzept entgegennehmen konnte. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer unabhängigen Jury.
Vielfalt und Qualität der Spiele
Für den mit insgesamt 385.000 Euro dotierten Deutschen Computerspielpreis waren 21 Spiele nominiert. Mit 136 Spielen überstieg die Zahl der eingereichten Produktionen erneut die des vergangenen Jahres. Nach Meinung von Experten ist nicht nur die Vielfalt, sondern auch die Qualität der eingereichten Spiele so hoch wie in keinem Jahr zuvor. Dies gelte besonders für die von Studenten und Schülern eingereichten Spielkonzepte.
Anlässlich der Preisverleihung wies Kulturstaatsminister Bernd Neumann darauf hin, dass die Vielfalt des Angebots nicht nur ein kultureller Gewinn sei, sondern auch handfeste wirtschaftliche Vorteile habe. Dies lege die aktuelle Marktlage nahe: Verzeichneten die Umsätze in den USA, Japan und Großbritannien 2011 Einbußen, konnten sie hierzulande im selben Zeitraum sogar noch leicht zulegen.
Zu den Nominierungsentscheidungen des Computerspielpreises erklärte Neumann: "Eine Auswahlentscheidung der Jury bei einem der 21 nominierten Computerspiele gibt jedoch Anlass, darüber nachzudenken, ob weiterhin auch Spiele prämiert werden können, die nur für Erwachsene zugelassen sind – denn ein Spiel, das aufgrund von Gewaltdarstellungen nicht für Jugendliche geeignet und deshalb nur für Erwachsene zugelassen ist, kann schwerlich ´kulturell und pädagogisch wertvoll´ sein. Genau dieses Kriterium war aber die Zielsetzung der Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die diesen Preis 2007 initiierten." Neumann hat deshalb mit den Abgeordneten des Kulturausschusses des Bundestages vereinbart, dass über die Vergabekriterien erneut diskutiert und entschieden wird.
LARA-Awards für die besten internationalen Angebote
Bereits zum zweiten Mal wurde im Rahmen der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises die undotierten LARA-Awards vergeben. LARA – Der Deutsche Games Award wurde vom Fachmagazin GamesMarkt und G+J Entertainment Media ins Leben gerufen.
Mit den LARA-Awards werden die besten internationalen Angebote in den Kategorien "Bestes internationales Konsolenspiel", "Bestes internationales Computerspiel" und "Bestes internationales mobiles Spiel" ausgezeichnet.
Preisträger sind in diesem Jahr:
- LARA - Bestes Internationales Computerspiel
The Elder Scrolls V: Skyrim, Bethesda Game Studios / Bethesda Softworks (ZeniMax) - LARA - Bestes Internationales Konsolenspiel
Portal 2: Valve / Electronic Arts - LARA - Bestes Internationales Mobiles Spiel
Super Mario 3D Land: Nintendo
Mit dem LARA of Honor wurde in diesem Jahr William Ralph Wright ausgezeichnet.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann vergibt den Deutschen Computerspielpreis gemeinsam mit den Branchenverbänden Biu und G.A.M.E. Bundesregierung und Branchenverbände haben den Deutschen Computerspielpreis 2009 ins Leben gerufen, um die Entwicklung qualitativ hochwertiger, pädagogisch wertvoller Spiele deutscher Hersteller zu fördern und deren Vermarktung zu unterstützen. Die Preisgelder werden je zur Hälfte vom Bund und den Branchenverbänden getragen. Sie müssen für die Entwicklung neuer Spiele verwendet werden. Ausgewählt werden die Preisträger von einer unabhängigen Jury aus Fachleuten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien. Die Preisverleihung findet im jährlichen Wechsel in Berlin und München statt.
