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Kulturerbe

Deutsche Digitale Bibliothek

In Sammlungen von Museen stöbern, Romane herunterladen oder wissenschaftliche Beiträge lesen: Über das Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek können Nutzer dies ganz bequem von zu Hause aus erledigen. Seit Herbst 2012 ist eine Vorläuferversion öffentlich verfügbar.

In der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar zeigt ein Fototechniker die Arbeitsgänge bei der Digitalisierung einer gedruckten englischsprachigen Ausgabe von Goethes 'Faust. Foto: picture-alliance / dpa' Bild vergrößern Auch wertvolle alte Buchausgaben werden digital erfasst Foto: picture-alliance/ dpa

Die Deutsche Digitale Bibliothek ist das Zugangsportal zu digitalen Objekten aus Kultur und Wissenschaft in Deutschland. Insgesamt 1.800 Einrichtungen, Bibliotheken, Archive, Museen, Mediatheken, wissenschaftlichen Institute, sind bislang registriert. Schrittweise vernetzen sie ihre digitalisierten Quellen in der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB). Bereits jetzt sind kulturelle Schätze wie Handschriften, alte Filme in voller Länge, Einspielungen klassischer Musikstücke, aber auch digitalisierte Bücher kostenfrei online verfügbar.

Zugleich werden die Einrichtungen in eine Kultur- und Wissenschaftslandkarte der Bibliothek aufgenommen. Ein Mausklick und sie zeigt die beteiligte Institution in einer Stadt oder Region. Von dort kommt man direkt in den digitalen Bestand der Einrichtung.

Was bietet die Deutsche Digitale Bibliothek?

Die Deutsche Digitale Bibliothek bietet ihren Nutzerinnen und Nutzern ein inhaltlich und technisch attraktives Angebot. Die zur Verfügung stehenden Inhalte werden fortlaufend und zügig erweitert. Dazu dürfte auch die vor kurzem vom Deutschen Bundestag beschlossene Digitalisierungsoffensive (BT-Drs. 17/6315) wesentlich beitragen.

Die technologischen Vorteile der Deutschen Digitalen Bibliothek sind beeindruckend. Erstmals werden Inhalte unterschiedlichster Art vernetzt und mit semantischen Hintergrundinformationen verbunden. Vor allem die technische Abbildung menschlicher Assoziationen ist bisher einmalig und eröffnet neue Möglichkeiten des Lernens.

Die Recherche- und Präsentationstechniken ermöglichen eine semantische Suche sowohl in Texten als auch in multimedialen Inhalten wie Bildern und Filmsequenzen. Tausende Suchtreffer können gezielt auf eine handhabbare Anzahl reduziert werden. Dies geschieht durch Suchfilter – sogenannten „Facetten“ -, die nach Bedarf variiert werden können. Virtuelle Museumsbummel werden dadurch ebenso möglich wie 3D-Betrachtungen einer Skulptur oder eines Kulturdenkmals.

Nutzer können thematisch verwandte Inhalte verschiedener Einrichtungen per Mausklick miteinander verknüpfen. Es ist damit zum Beispiel unerheblich, in welchem Museum oder in welcher Stadt Gemälde eines Malers ausgestellt sind und wo sich Biographien über ihn befinden – alles ist nur noch einen Mausklick entfernt. Dass dabei das geltende Urheberrecht gewahrt wird, ist selbstverständlich.

Durch nutzerspezifische Angebote und Recherchemöglichkeiten sollen vor allem auch Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen angesprochen werden.

Digitalisierte Kulturgüter in öffentlicher Hand

Das Bundeskabinett hat die Errichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek am 2. Dezember 2009 gebilligt. Die Ministerpräsidentenkonferenz der Länder hatte ihr bereits auf ihrer Jahrestagung im Oktober 2009 zugestimmt. Von den kommunalen Spitzenverbänden war sie ebenfalls gebilligt worden.

Die Suchergebnisse der Deutschen Digitalen Bibliothek sind von kommerziellen Interessen nicht beeinflusst. Die digitale Verfügungsgewalt für die dort zugänglichen Kulturgüter bleibt in öffentlicher Verantwortung. Da Kulturgüter Teil der kulturellen Identität von Nationen und damit genuin öffentliche Güter sind, sei dies besonders wichtig, hatte Kulturstaatsminister Bernd Neumann im Mai 2009 anlässlich der Debatte über die Google-Aktivitäten („google books“) im EU-Ministerrat erklärt.

Deutscher Beitrag zur Europeana

Die Deutsche Digitale Bibliothek ist Deutschlands Beitrag zur Europäischen Digitalen Bibliothek "Europeana". Die Einrichtung der Europeana, in die die Deutsche Digitale Bibliothek integriert wird, hat der Rat der Europäischen Union auf Vorschlag der EU-Kommission bereits 2006 beschlossen. Das Zugangsportal zur Europeana wurde am 20. November 2008 vom Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso freigeschaltet.

Deutsche Digitale Bibliothek und Europeana werden das digital verfügbare Angebot bedeutender Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen aus ganz Deutschland und Europa zusammenführen und multimedial erschließen. Dadurch bieten sie nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, das reiche Kulturerbe sowie umfassende wissenschaftliche Informationen aus Deutschland und Europa über das Internet zu nutzen.

Gemeinsam finanziert von Bund und Ländern

Für den Aufbau der Infrastruktur der DDB stellte der Bund bis Ende 2012 rund 8,5 Millionen Euro zur Verfügung. Für den Betrieb haben Bund und Länder bis Ende 2012 gemeinsam weitere 7,8 Millionen Euro aufgewendet. Bis 2015 werden jährlich zusätzlich 2,6 Millionen Euro für die DDB zur Verfügung stehen. Der Bund wird 2013 weitere 1 Million Euro in den Ausbau der Beta- zur Vollversion der DDB investieren. 4 Millionen Euro stehen für Sonderprojekte zur Digitalisierung von Kulturgut zur Verfügung. Das Investitionsvolumen für Aufbau und Betrieb des DDB-Portals beläuft sich bis Ende 2013 auf rund 24 Millionen Euro.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 28.11.2012