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Der "Orden Pour le mérite" – Auszeichnung mit Tradition

Der "Orden Pour le mérite" gehört zu den höchsten Auszeichnungen in Deutschland für besondere Leistungen in Kunst und Wissenschaft.

Angeführt vom Ordensprotektor, Bundespräsident Christian Wulff, ziehen die Ordensmitglieder in den Saal des Berliner Konzerthauses einBild vergrößern Einzug der Ordensmitglieder Foto: REGIERUNGonline/Koall

"Mitglieder des Ordens können nur Frauen und Männer werden, die durch weit verbreitete Anerkennung ihrer Verdienste in der Wissenschaft oder in der Kunst einen ausgezeichneten Namen erworben haben", so die Satzung des Ordens.

Große Namen aus Wissenschaft und Kunst

Dem Orden Pour le mérite (deutsch: "Orden für das Verdienst") gehören heute 37 deutsche und 36 ausländische Wissenschaftler und Kulturschaffende an, darunter 14 Nobelpreisträger. Zu den Mitgliedern des Ordens zählen unter anderen die Entwicklungsbiologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard, der Lyriker Durs Grünbein, der Krebsforscher Robert Weinberg und der Schriftsteller Umberto Eco. 

Die Anzahl ist auf vierzig deutsche und vierzig ausländische Träger beschränkt. Die Mitglieder, „Ordenskapitel“ genannt, versammeln sich zweimal im Jahr zu internen Gesprächen und Verhandlungen. Sie bestimmen auch neue Träger des Ordens per Wahl. Die drei Klassen, Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Künste, sollen in der Mitgliedschaft etwa gleich stark vertreten sein.

Einmal im Jahr, hält der Orden in Gegenwart des Staatsoberhauptes eine große, öffentlich zugängliche Sitzung ab. Der Ablauf folgt einem Ritus: Totenehrungen, Vorstellungen neu hinzu gewählter Ordensträger, Festvortrag eines der Mitglieder und konzertante Musik.

Der Beauftragte der Bundesregierung  für Kultur und Medien betreut und finanziert den Orden.

Geschichte des Ordens

Der Orden wurde 1740 von Friedrich dem Großen für besondere militärische Leistungen gestiftet. Er war neben dem Orden vom Schwarzen Adler die bedeutendste Auszeichnung, die in Preußen vergeben werden konnte. Auf Anraten Alexander von Humboldts stiftete König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen 1842 die zivile Klasse: den „Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste“. Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, der Rechtshistoriker Friedrich Carl von Savigny und der Geologe Christian Leopold von Buch zählten zu den ersten Trägern.

„Wir Friedrich Wilhelm IV (1795-1861), von Gottes Gnaden König von Preußen, thun kund und fügen hiermit zu wissen, daß wir dem Orden Friedrichs des Großen: pour le mérite, welcher seit langer Zeit nur für das im Kampfe gegen den Feind errungene Verdienst verliehen worden ist, eine Friedens-Klasse für Künste hinzufügen wollen.“ Aus der Satzung zur Gründung der „Friedensklasse des Ordens pour le mérite“.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 verbot die Verfassung der Weimarer Republik dem Staat, Orden jeglicher Art zu verleihen. Die Tradition wurde aber in der Form einer "freien Vereinigung hervorragender Gelehrter und Künstler" weitergeführt. In dieser Zeit wurden Käthe Kollwitz als erste Frau und Albert Einstein als erster Jude in den Kreis aufgenommen. Während des Nationalsozialismus ist den jüdischen und anderen unliebsamen Trägern die Auszeichnung aberkannt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der damalige Bundespräsident Theodor Heuss 1952 die Tradition des Ordens wieder auf.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 23.09.2012