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Denkmalschutz und Baukultur

Fachleute schätzen, dass es in Deutschland rund 1,3 Millionen Kulturdenkmäler gibt: von Einzeldenkmälern bis zu ganzen historischen Stadtkernen. Ein Drittel davon gilt als gefährdet oder dringend sanierungsbedürftig. Neben Ländern und Gemeinden hilft auch der Bund, dieses kulturelle Erbe zu erhalten.

Die Fagus-Werke, 1911-12 nach dem Entwurf von Walter Gropius und Adolf Meyer erbaut, gehören seit kurzem zu den UNESCO WelterbestättenBild vergrößern Werden mit Mitteln aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm saniert: Fagus-Werke in Alfeld Foto: picture-alliance / akg-images

Denkmalschutz und Denkmalpflege sind zwar in erster Linie Aufgaben der Länder, der Erhalt wichtiger nationaler Kulturdenkmäler ist aber von je her auch ein Schwerpunkt der Kulturpolitik des Bundes.

Durch verschiedene Programme, für die er beträchtliche Mittel einsetzt, fördert der Kulturstaatsminister die Rettung und Sanierung gefährdeter Baudenkmäler. Eine wichtige Säule der Denkmalförderung ist das Denkmalpflegeprogramm "National wertvolle Kulturdenkmäler".

Programm "National wertvolle Kulturdenkmäler" -
Antrag und weitere Informationen

Das Programm "National wertvolle Kulturdenkmäler" wurde ins Leben gerufen, um die Erhaltung von Baudenkmälern, archäologischen Stätten und historischen Parks und Gärten zu unterstützen, die in herausragender Weise nationale Ereignisse oder die Entwicklung der deutschen Kulturlandschaften deutlich machen. Von 1950 bis 2012 konnten mit Mitteln aus diesem Programm mehr als 600 Kulturdenkmäler mit rund 342 Millionen Euro erhalten und restauriert werden.

Im Jahr 2013 standen für das Programm Fördermittel in Höhe von rund 9 Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kommt seit dem Jahr 2000 eine Sonderförderung in Höhe von bisher rund 31,7 Millionen Euro für die Erhaltung des Weltkulturerbes "Völklinger Hütte", die auch im laufenden Jahr 2013 fortgesetzt wird.

Sonderinvestitionsprogramm für besondere Maßnahmen

2007 hat der Bund ein 400 Millionen Euro umfassendes Sonderinvestitionsprogramm zum Erhalt des kulturellen Erbes aufgelegt – das größte Denkmalschutzprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik.

Zugute kommt es zum Beispiel der Klassik Stiftung Weimar sowie der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin und Potsdam, die dadurch dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen vornehmen können. Oder der Berliner Staatsoper Unter den Linden, deren Restaurierung durch diese Mittel ermöglicht wird.

Förderung auch kleinerer Denkmalschutzprojekte

Seit 2008 hat der BKM neben den sonstigen Denkmalpflegeprogrammen bisher drei Denkmalschutz-Sonderprogramme mit insgesamt rund 100 Millionen Euro aufgelegt, durch die der Bund dringende Sanierungsarbeiten an bedeutenden Kulturdenkmälern ermöglicht. Für ein weiteres Denkmalschutz-Sonderprogramm sind 2013 bis zu 25 Millionen Euro vorgesehen.

Die Maßnahmen erstrecken sich über das gesamte Bundesgebiet und leisten damit einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft. Diese zusätzlichen Bundesmittel, die durch Kofinanzierung in mindestens gleicher Höhe von Ländern, Kommunen, Eigentümern und engagierten Projektträgern ergänzt werden, kommen vor allem kleinen und mittelständischen Bau- und Handwerksbetrieben zugute.

Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz

Die Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) ist organisatorisch beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien angesiedelt. Sie betreut neben den laufenden Geschäften die Veranstaltungen des DNK und ist für seine Publikationen zuständig.

Deutscher Preis für DenkmalschutzBild vergrößern Deutscher Preis für Denkmalschutz Foto: Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz

Das Nationalkomitee bildet auf Bundesebene eine Klammer um die föderal strukturierte Denkmalpflege und ist eine Schnittstelle zwischen Regierungen, Verwaltung und Fachebene. Es beeinflusst als fachliches und politisches Gremium maßgeblich die Denkmalpolitik in Deutschland. Eine der Kernaufgaben des Komitees ist es, die Ziele und Aufgaben von Denkmalschutz und Denkmalpflege in der Öffentlichkeit zu vermitteln.

Das DNK deckt mit rund 200 Aktiven aus Bundes- und Landespolitik, Kirchen, Verwaltung, kommunalen Spitzenverbänden, Hochschullehrern, Handwerk, Medien etc. ein gesellschaftlich breites Spektrum ab. Ihm gehören neben Fachleuten auch Vertreter aller gesellschaftlich relevanten Kräfte an, die sich in Deutschland mit Denkmalpflege befassen. Zu den Arbeitsinstrumenten des Komitees zählen politische Empfehlungen und Arbeitshilfen, intensive Pressearbeit, Tagungen und Veröffentlichungen sowie die Verleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz.

Bund und Länder unterstützen diese Arbeit durch verlässliche Finanzierung der Geschäftsstelle, wo die für die Expertenarbeit notwendigen fachlichen, organisatorischen und strukturellen Ressourcen bereitgehalten werden.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 15.01.2013.