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Bundesregierung stärkt Kulturwirtschaft

Die Kulturwirtschaft gehört zu den wachstumsstärksten Branchen der Weltwirtschaft. Sie bietet Chancen für mehr Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum und Innovation. Anliegen der Bundesregierung ist es, dieses Potenzial weiter zu erschließen.

Logo Initiative Kultur- und KreativwirtschaftBild vergrößern Foto: InitiativeKKW

Zur Kulturwirtschaft gehören nicht nur die Bereiche Musik, Theater und bildende Kunst, sondern auch das Verlagswesen, die Film- und Rundfunkwirtschaft sowie Journalisten- und Nachrichtenbüros. Auch Werbe- und Designagenturen, Architekturbüros und der ständig wachsende Bereich der Softwareentwicklung werden dazu gezählt.

Weltweit wächst in diesen Branchen die Zahl der Arbeitsplätze. Schon jetzt arbeiten mehr Menschen im Kultur- und Kreativsektor als in der Automobilindustrie.

Gemeinsame Strategie zur Entwicklung der Kulturwirtschaft

Die Bundesregierung und die Regierungen der anderen EU-Staaten widmen der Kulturwirtschaft deshalb große Aufmerksamkeit. Die europäischen Kulturministerinnen und –minister haben sich 2007 unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft auf Eckpunkte für zukünftige Initiativen geeinigt. Sie zielen auf eine stärkere Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen im Kultursektor, da ihnen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des wirtschaftlichen Potentials im Kulturbereich zukommt. Betriebswirtschaftliche Fragen sollen stärker in die Aus- und Fortbildung von Kulturschaffenden einbezogen werden. Außerdem ist geplant, auf europäischer Ebene Programme und Initiativen zu entwickeln, die die Kulturwirtschaft fördern.

Initiative der Bundesregierung

Vor fünf Jahren hat der Beauftragte für Kultur und Medien gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die "Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung" ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, die Chancen der Kultur- und Kreativwirtschaft weiter zu erschließen: Ihre Wettbewerbsfähigkeit soll gestärkt, ihr Arbeitsplatzpotenzial besser ausgeschöpft und weiterentwickelt werden.

Inzwischen konnten bereits Erfolge erzielt werden. Unter dem Dach des „Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes“ ist für freischaffende Künstler und kleine Kreativbetriebe ist ein spezielles Förderangebot entwickelt worden. Seit 2010 beraten regionale Ansprechpartner kreative Unternehmerinnen und Unternehmer in insgesamt acht Regionen an mittlerweile über 80 Orten. Dabei arbeiten Sie eng mit den bestehenden Beratungs- und Förderangeboten zusammen.

Video "Ein Tag im Leben zweier Regios"

Die Nachfrage nach dem Angebot war von Anfang an außerordentlich groß. Bundesweit werden jährlich mehrere Tausend Beratungsgespräche durchgeführt. Eine Befragung ergab eine gute Resonanz: Nach drei Monaten betrachten 74 Prozent der Befragten ihre Geschäftsentwicklung als eher positiv. 60 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen das Gespräch „einen Mehrwert“ gebracht hätte.

Außerdem werden besonders gute Geschäftsideen im Rahmen des Wettbewerbs "Kultur- und Kreativpiloten Deutschland" ausgezeichnet. Das soll andere Kreative ermutigen und das innovative Potenzial der Branche veranschaulichen.

Informationen zum Workshop "Öffentlich geförderter, intermediärer und privater Kultursektor - Wirkungsketten, Interdependenzen, Potenziale"

Impulse für die Kultur- und Kreativwirtschaft

Seit mehreren Jahren fördert der Beauftragte für Kultur und Medien eine ganze Reihe von Initiativen und Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Die Filmindustrie ist eine arbeitsplatzintensive Branche mit enormen Wachstumspotentialen. Wichtige Impulse gehen hier von der Filmförderung des Bundes aus, die den deutschen Film als Kultur- und als Wirtschaftgut stärkt. Der Deutsche Filmförderfonds, der seit Anfang 2007 Filmproduktionen in Deutschland unterstützt, hat sich dabei schon im ersten Jahr als Erfolgsmodell erwiesen: Gestiegen ist nicht nur die Zahl der in Deutschland gedrehten Kinofilme, sondern auch die Zahl der Beschäftigten in der Filmbranche.

Ein anderes Beispiel ist die „Initiative Musik“. Von der Bundesregierung und der Musikbranche getragen soll sie die Musikwirtschaft stärken, wobei ein Zusammenwirken kultureller und wirtschaftlicher Kräfte im Sinne einer Private-Public-Partnership angestrebt wird. Dabei wird die Rock-, Pop- und Jazzmusik erstmals auf Bundesebene durch gezielte kulturwirtschaftliche Förderungen gestärkt.

Auch im Bereich der Bildenden Kunst trägt der Beauftragte für Kultur und Medien zur Förderung der Kulturwirtschaft bei. Er unterstützt Verbände und Vereinigungen wie den Deutschen Museumsbund, den Deutschen Künstlerbund, den Bundesverband bildender Künstlerinnen und Künstler sowie die Arbeitsgemeinschaft der Kunstvereine.

Zusammenarbeit von Kultur- und Tourismusbranche stärken

Die vom Bund geförderten Kultureinrichtungen von nationaler Bedeutung wie die Museen der Stiftung preußischer Kulturbesitz, das Haus der Geschichte, Museen und Gedenkstätten zur deutschen Geschichte sind für Besucher aus dem In- und Ausland besondere Anziehungspunkte. Auch die mit Bundesmitteln gepflegten Parks, Gärten, UNESCO-Welterbestätten und städtebaulichen Ensembles sind herausragende touristische Attraktionen.

Die Bundesregierung sieht in der engeren Zusammenarbeit zwischen Tourismus- und Kulturbranche neue Chancen für die Kulturwirtschaft. Ziel ist deshalb eine für beide Seiten gewinnbringende Kooperation von Kultur und Tourismus. Dabei sind positive Auswirkungen sowohl auf die Kultureinrichtungen selbst, auf das Image der jeweiligen Städte und Gemeinden sowie auf Hotels, Gastronomie und Dienstleistungsgewerbe zu erwarten.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 19.12.2012