Die Kultur- und Kreativwirtschaft erzielte im Jahr 2008 einen Umsatz von 132 Milliarden Euro. Rund eine Million Menschen und insgesamt 238.000 Unternehmen sind in diesem Bereich tätig.
Eine Vielfalt, die sich auch in den Unternehmensformen und –größen spiegelt: Neben selbständigen Künstlern, Publizisten und anderen Freiberuflern sind es vor allem viele kleine und mittlere Unternehmen wie zum Beispiel Werbeagenturen, Verlage, Galerien oder Musikproduktionsfirmen, die den Umsatz erwirtschaften.
Chancen nutzen
Auch zukünftig bietet dieser Wirtschaftszweig große Chancen für mehr Beschäftigung, Wirtschaftswachstum und Innovation. Unterstützt wird die Branche darin von der Bundesregierung.
Deshalb hat sie 2008 die "Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft" ins Leben gerufen. Koordiniert wird sie vom Beauftragten für Kultur und Medien und dem Bundeswirtschaftsministerium. Beteiligt sind auch das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Justiz, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Ihre Zusammenarbeit soll gewährleisten, dass sich die Zuständigkeiten einzelner Ressorts - zum Beispiel für Urheberrecht, Steuern oder soziale Sicherung - im Sinne der gemeinsamen Sache verbinden.
Strukturen analysieren
Um Struktur und Perspektiven dieser Branche besser beurteilen zu können, hat die Initiative 2008 ein Gutachten in Auftrag gegeben. Außerdem haben der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Bundeswirtschaftsministerium 2008/2009 mehrere Branchenhearings veranstaltet.
Auf ihrer Jahrestagung Mitte Juni 2009 konnte die Initiative eine Bilanz ihrer bisherigen Erkenntnisse vorstellen. Gleichzeitig wurden erste Maßnahmen und Projekte beschlossen. Im Mittelpunkt stehen dabei die stärkere Vernetzung innerhalb der Branche und verbesserte Beratungsmöglichkeiten für die Akteure.
Beratung und Vernetzung fördern
Noch im vergangenen Jahr wurde deshalb das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes in Eschborn eröffnet. Als Forum der kreativen Szene gehört es zu seinen Aufgaben, den kreativ Tätigen eine feste Plattform zu bieten, auf der Sie ihre Bedürfnisse und Ansprüche in die Bundespolitik einbringen können.
Um die Arbeit des Kompetenzzentrums vor Ort zu verankern, werden zurzeit acht Regionalbüros eingerichtet. Ihre Aufgabe wird es sein, in den Regionen individuelle Angebote wie Orientierungsberatungen oder Sprechtage anzubieten und die regionale Vernetzung der Akteure zu organisieren.
Teilbranchen stärken
Der Beauftragte für Kultur und Medien fördert schon jetzt eine ganze Reihe von Initiativen und Teilbranchen der Kulturwirtschaft. "Wir haben mit Maßnahmen wie dem Deutschen Filmförderfonds oder der Initiative Musik gezeigt, wie die Kultur- und Kreativwirtschaft erfolgreich gestärkt werden kann. Davon profitieren die Künstlerinnen und Künstler, aber auch und zugleich die Kulturlandschaft und der Wirtschaftsstandort Deutschland", erklärt Kulturstaatsminister Bernd Neumann.
Dies gilt auch für den Deutsche Computerspielpreis, der Ende März 2009 zum ersten Mal verliehen wurde. Durch die Auszeichnung pädagogisch und kulturell wertvoller Spiele möchte die Bundesregierung auch die Entwicklung interaktiver Unterhaltungssoftware in Deutschland fördern.
In der Bildenden Kunst unterstützt der Beauftragte für Kultur und Medien zudem eine ganze Reihe von Verbänden und Vereinigungen. Unter ihnen sind der Deutsche Museumsbund, der Deutschen Künstlerbund, der Bundesverband bildender Künstlerinnen und Künstler sowie die Arbeitsgemeinschaft der Kunstvereine.
Zusammenarbeit unterstützen
Auch durch die Förderung national bedeutsamer Kultureinrichtungen trägt der Beauftragte für Kultur und Medien zur Kulturwirtschaft bei. Als besondere touristische Attraktionen ziehen sie Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland an.
In der engeren Zusammenarbeit zwischen Tourismus- und Kulturbranche sieht die Bundesregierung neue Chancen für die Kulturwirtschaft. Sie strebt deshalb eine für beide Seiten gewinnbringende Kooperation von Kultur und Tourismus an.
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 29.3.2010.