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Jugendintegrationskurse

Zielgruppe:

Junge Zugewanderte ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse, die das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht mehr schulpflichtig sind und die Aufnahme einer schulischen oder beruflichen Ausbildung anstreben.

Bei Personen bis 23 Jahre soll die Teilnahme am Jugendintegrationskurs der Regelfall sein. Bei älteren Teilnehmenden bis 26 Jahre soll im Einzelfall entscheiden werden, da diese oft schon in Familienverantwortung stehen und eine zügige Erwerbstätigkeit anstreben.

Schwerpunkte:

Erste fachliche Begriffe aus den Schulfächern Mathematik, Naturwissenschaften, Gesellschaftskunde, Wirtschaft, Geografie, Fremdsprachen. Das Niveau entspricht dabei maximal den Anforderungen der 9. Klasse Hauptschule.

Weitere Themen:

Gesundheitsversorgung, Familienplanung, Alkohol- und Drogenprävention, Gewaltprävention, aktive Freizeitgestaltung, gesellschaftliches Zusammenleben der Generationen in Deutschland, migrationsspezifische Problemstellungen, ehrenamtliches Engagement.

Beim abschließenden Sprachtest wird ein spezieller Prüfungssatz für Jugendliche verwendet.

Umfang:

900 Stunden Sprachkurs, 45 Stunden Orientierungskurs. Die maximale Teilnehmerzahl pro Kurs liegt bei 15 Personen. Teilnehmende, die nach 900 Stunden den Sprachtest nicht bestehen, können bis zu 300 Stunden Sprachkurs wiederholen. Die erneute Teilnahme am Abschlusstest ist kostenfrei.

Weitere Besonderheiten:

Sprachstandstests:

Neben den obligatorischen Zwischentests am Ende des Basis- und der Aufbaukurse werden regelmäßig kursbezogene, informelle Sprachstandstests durchgeführt, um die Jugendlichen an regelmäßige Leistungskontrollen wie in der Schule und der Ausbildung zu gewöhnen.

Individuelle Lernvereinbarungen:

Lehrkraft und Teilnehmer/in halten eine Vereinbarung zur Anleitung und Unterstützung des selbstständigen Lernens schriftlich fest. Sie überprüfen sie im Verlauf des Kurses regelmäßig und modifizieren sie bei Bedarf. Die Mitarbeiter/innen der Jugendmigrationsdienste sind in die Entwicklung der Lernvereinbarungen einzubeziehen.

Möglichkeit des Spracherwerbs über das Niveau B1 hinaus:

Wenn der Zwischentest nach 600 Stunden zeigt, dass die Kursteilnehmer/innen mehrheitlich bereits das Sprachniveau B1 erreicht haben, werden die verbleibenden 300 Stunden zur Festigung, Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse bis hin zum Sprachniveau B2 genutzt.

Praktikum/praxisnahe Hospitation:

Im 8. Kursabschnitt (nach 700 Stunden) sollen die Teilnehmenden ihre bereits erworbene Sprachkompetenz in authentischen Situationen anwenden und Einblicke in die Aufgaben von Schüler/innen, Studierenden oder Auszubildenden erhalten. Bei der Auswahl, Suche, Vor- und Nachbereitung der Praktika/Hospitationen sind die Jugendmigrationsdienste einzubeziehen.