Knapp jeder dritte Gründer hat einen Zuwanderungshintergrund
Unternehmen von Migrantinnen und Migranten werden für den Wirtschaftsstandort Deutschland immer wichtiger. Allein im Jahr 2009 standen sie hinter 30 Prozent der rund 412.000 Neugründungen.
„Wer berufliches Engagement zeigt und Flexibilität mitbringt, der kommt in unserem Land beruflich und persönlich voran.“ Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer
In den vergangenen Jahren haben immer mehr Zuwanderer eigene Unternehmen gegründet. Waren sie 2004 nur in 15 Prozent aller Neugründungen engagiert, hat sich ihr Anteil nach Angaben des Bonner Institutes für Mittelstandsforschung nun verdoppelt.
Migranten tragen zur Vielfalt des Wirtschaftsstandortes Deutschland bei
Die Selbstständigen mit Migrationshintergrund tragen mit ihren Unternehmen nicht nur maßgeblich zum Bruttoinlandsprodukt bei, sondern auch zur Vielfalt des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Selbstständige Migrantinnen und Migranten sind in über 90 verschiedenen Wirtschaftszweigen anzutreffen, darunter viele mit hohem Wachstums- und Innovationspotenzial.
Bei der Beteiligung an der betrieblichen Ausbildung hingegen gibt es noch viel ungenutztes Potenzial. Während durchschnittlich jeder vierte Betrieb in Deutschland ausbildet, ist dies bei den Selbstständigen mit Migrationshintergrund Schätzungen zufolge nur jeder siebte. Dabei fehlt es den Unternehmerinnen und Unternehmern nicht an Bereitschaft, sondern vor allem an Information. Viele Betriebsinhaber wissen nicht, dass und wie sie ausbilden können. Hinzu kommen Ängste vor bürokratischem Aufwand und den Ausbildungskosten. Dabei ist Ausbildung ein guter Weg, um Fachkräfte für den eigenen Betrieb zu gewinnen.
Bundesregierung fördert die Qualifizierung von Ausbildern
Die Bundesregierung fördert gezielt die Qualifizierung von Ausbilderinnen und Ausbildern aus diesen Unternehmen. In 38 Städten werden Qualifizierungsseminare angeboten, um auf die Ausbildereignungsprüfung vorzubereiten.
Derzeit unterstützt die Bundesregierung mit dem Programm „Jobstarter" ausbildende Unternehmer und Unternehmerinnen mit Migrationshintergrund. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds finanzierte „Koordinierungsstelle Ausbildung in Ausländischen Unternehmen" (Kausa) ist Teil des Jobstarter-Programms der Bundesregierung. Dabei werden zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen.
