"Riestern lohnt sich"
Die Riester-Rente erfährt auch und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiterhin großen Zuspruch. Mehr als 12 Millionen Vorsorgeverträge sind bislang abgeschlossen worden. Die private Altersvorsorge wird als Ergänzung zur gesetzlichen Rente immer wichtiger. Und der Staat hilft beim Sparen kräftig mit durch Zulagen und Steuervorteile.
Auch in 2009 ist die Riester-Rente weiter im Aufwind. Im zweiten Quartal 2009, in den Monaten April bis Juni, haben rund 220.000 Bürgerinnen und Bürger ein Riester-Sparkonto eröffnet. Zählt man die Neuabschlüsse des ersten Quartals 2009 (260.000) hinzu, so sind in der ersten Jahreshälfte 2009 schon fast eine halbe Million private Altersvorsorgeverträge abgeschlossen worden. Seit der Einführung in 2001 sparen nunmehr rund 12,6 Millionen Menschen mit einem Riester-Rentenvertrag.
Auch die Zahl der sogenannten Wohn-Riester-Verträge ist beträchtlich gestiegen. Sie ist von 22.000 in 2008 auf nunmehr 66.000 im zweiten Quartal 2009 angestiegen. Im ersten Quartal 2009 betrug diese Zahl bereits 34.000. Rückwirkend zum 1. Januar 2008 wurden die Fördermöglichkeiten der Riester-Rente um den Erwerb oder den Bau selbstgenutzter Wohnimmobilien ("Wohn-Rister") erweitert.
Zuschüsse und Steuervorteile durch den Staat machen die Riester-Zusatzvorsorge lukrativ
Die Grundzulage beträgt 154 Euro und die Kinderzulage 185 Euro jährlich. Für jedes seit dem 1. Januar 2008 geborene Kind fließen 300 Euro pro Jahr auf das Riester-Konto. Zugleich beträgt der höchstmögliche Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung 2.100 Euro.
Vielfältige Sparmöglichkeiten
Immer mehr Bürgerinnen und Bürger in Deutschland erkennen die Notwendigkeit zusätzlicher finanzieller Absicherung nach dem Arbeitsleben. Und sie nutzen die vielfältigen Sparmöglichkeiten. Die ergänzende Alterssicherung ist eine notwendige und gute Investition in die eigene Zukunft. Die Bundesregierung gibt hierfür durch zielgerichtete Förderung zusätzlichen Schub.
Die Menschen haben die Wahl zwischen Rentenversicherungen, Bank- und Fondssparplänen. Je nach Sparform können Verträge bei der Sparkasse oder Hausbank, aber auch bei Versicherungen, Fondsgesellschaften oder freien Fondsvermittlern abgeschlossen werden. Daneben soll auch die Förderung selbst genutzten Wohneigentums im nächsten Jahr besser in die private Riester-Vorsorge integriert werden.
Wer arbeitslos ist, erhält die Förderung, wenn er Arbeitslosengeld bezieht. Auch in der Elternzeit erhalten Riester-Sparer die Zulagen. Sie müssen aber mindestens 60 Euro in den Vertrag einzahlen.
Beispiel: Ein Ehepaar mit zwei kindergeldberechtigten Kindern (eins 2005 geboren, das andere 2008) und einem Verdienst entscheidet sich für das Riester-Sparen. Es investiert die notwendigen vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens - bei 30.000 Euro also 1.200 Euro. Hiervon übernimmt der Staat 639 Euro in Form von Zulagen (154 Euro Grundzulage plus 185 Euro für Kind 1 und 300 Euro Kinderzulage für Kind 2). Die Zulagen machen mehr als die Hälfte der Sparsumme aus, mit der die Familie Jahr für Jahr zusätzlich für das Alter vorsorgt. Falls der nicht berufstätige Ehepartner einen eigenen Riester-Renten-Vertrag abschließen würde, flössen auch hierauf weitere 154 Euro Grundzulage. Dann würde die Gesamtförderung bei 793 Euro liegen. Die Förderquote betrüge 66 Prozent.
Mehr als fünf Milliarden Euro an Zulagen ausgezahlt
Seit Beginn der Auszahlungen 2003 hat die "Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen" (ZfA) über 5,3 Milliarden Euro Riesterzulagen überwiesen. Die Auszahlung von Zulagen erfolgt vierteljährlich. Zum Zahltermin 15. Mai 2009 hat die ZfA rund 1,6 Milliarden Euro Zulagen an Riester-Sparer ausgezahlt. Das ist die bislang höchste Summe, die zu einem Zahltermin Riester-Sparern gutgeschrieben wurde.
Die ZfA mit Sitz in Brandenburg an der Havel ist Teil der Deutschen Rentenversicherung Bund. Sie wurde zum Start der Riester-Rente vor fünf Jahren gegründet.
Altersvorsorge macht Schule
Damit ergänzendes Altersvorsorgesparen für noch mehr Menschen selbstverständlich und das Aktivwerden leichter wird, hat die Bundesregierung im Januar 2007 die Initiative "Altersvorsorge macht Schule" gestartet:
In speziellen Kursen an bundesweit mehr als 500 Volkshochschulen machen erfahrene Beraterinnen und Berater der Deutschen Rentenversicherung Interessierte zu Alterssicherungsexperten in eigener Sache - unabhängig von Vorkenntnissen und individuellen finanziellen Möglichkeiten.
"Altersvorsorge macht Schule" ist ein neutrales, unabhängiges Informations- und Bildungsangebot, das Hilfe zur Selbsthilfe bietet.
Informationen zur Initiative, zu teilnehmenden Volkshochschulen, Dauer und Ablauf der Kurse sowie zur Anmeldung erhalten Sie auf der Internetseite www.altersvorsorge-macht-schule.de oder telefonisch unter 0800 - 10 00 48 00 (kostenloses Servicetelefon der Rentenversicherungsträger).
Informationen und Beratung rund um die zusätzliche Altersvorsorge gibt es auch bei Banken, Sparkassen, Versicherungen und Investmentgesellschaften oder im Internet unter:
- www.bmas.de/portal/34740/rente.html (Schwerpunkt "Zusätzliche Altersvorsorge")
- www.deutsche-rentenversicherung.de
- www.stiftung-warentest.de
