Alterssicherung auf drei Säulen
Eine zusätzliche Altersvorsorge wird immer wichtiger für die Bundesbürger. Dennoch setzt sich aber nur eine Minderheit mit der eigenen Finanzsituation im Alter auseinander. Das ergab eine Allensbach-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.
Bislang reichte die gesetzliche Rente, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Durch die Folgen der demografischen Entwicklung wird dies in Zukunft schwieriger. Die Menschen sollten ihre Alterssicherung künftig auf drei Säulen aufbauen. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung werden die betriebliche und die private Altersvorsorge immer wichtiger.
Attraktive staatliche Unterstützung
Der Staat hilft beim Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervergünstigungen, in der betrieblichen Altersversorgung mit extra Beitragsersparnissen in der Sozialversicherung. Außerdem wurden mit dem Alterseinkünftegesetz die Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersversorgung nochmals verbessert und die Attraktivität der Riester-Rente erhöht.
Ergänzende Alterssicherung ist eine langfristige Angelegenheit. Es gilt, sich schon heute gut zu informieren und das Leben für morgen zu planen.
Informiertsein ist alles
Dabei hilft die gemeinsam von der Bundesregierung mit Partnern auf den Weg gebrachte Initiative "Altersvorsorge macht Schule". Ein Kursangebot an Volkshochschulen soll Interessierte in Altersvorsorge fit machen.
Entscheidend ist, die individuell passende Altersvorsorge treffen zu können. Je nach der eigenen Lebens- und Einkommenssituation gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Initiative will dazu beitragen, sich einen Überblick unabhängig von privaten Beratern verschaffen zu können.
"Altervorsorge macht Schule" wendet sich an alle. Für die Teilnahme an den Kursen werden keine Vorkenntnisse oder besonderen finanziellen Möglichkeiten benötigt. Insbesondere jüngere Menschen bis zu 45 Jahren sind angesprochen. Je früher der Einstieg in die finanzielle Vorsorge, desto höher der Ertrag.
Experten in eigener Sache
Die Altersvorsorgekurse finden bundesweit an mehr als 500 Volkshochschulen statt. Das Angebot ermöglicht allen Interessierten, mit geringem Aufwand zu Vorsorgeexperten in eigener Sache zu werden.
Die Deutsche Rentenversicherung hat für die Kurse rund 300 Referentinnen und Referenten geschult. In den Seminaren geben sie unter anderem Antworten auf folgende Fragen:
- Was kann ich von der gesetzlichen Rente erwarten?
- Wie kann ich zusätzlich vorsorgen?
- Welche Modelle der privaten Vorsorge gibt es?
- Für wen lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge?
- Wie finde ich das für mich beste Produkt?
Haben Sie genug Rente?
Zwei Drittel der 1.059 Befragten gaben bei der Allensbach-Umfrage an, eine regelmäßige Beschäftigung mit der eigenen Versorgungssituation im Alter sei wichtig. Doch nur etwa ein Drittel hat bereits ausgerechnet, wie viel Geld im Alter ungefähr zur Verfügung stehen könnte. Von den 50- bis 60-Jährigen haben über die Hälfte ihre finanzielle Situation im Alter noch nicht berechnet.
Den meisten Bürgerinnen und Bürgern wird erst bei der Überprüfung der Altersvorsorge das Ausmaß der Versorgungslücke bewusst. Die Mehrheit erwartet, dass sie im Alter weniger Geld zur Verfügung haben werden, als zunächst angenommen.
Knapp die Hälfte wiederum hält ihre bisherigen Vorkehrungen für die Altersvorsorge für ausreichend. Davon haben die meisten auch zusätzlich Geld angelegt. Immerhin gaben bereits 13 Prozent der Befragten an, später in Rente zu gehen als bisher geplant.
