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Bürokratieabbau

Die Erfahrungen anderer Länder nutzen

Der methodische Ansatz der Bürokratiekostenmessung mit dem Standardkosten-Modell (SKM) hat sich international bewährt. Das Modell wird in mehreren Ländern bereits erfolgreich praktiziert.

Bereits seit den neunziger Jahren befassen sich die Niederlande mit der Messung von Bürokratiekosten. Dort wurde das Standardkosten-Modell entwickelt. Mittels dieses Modells ermittelten die Experten für die Niederlande Belastungen durch staatliche Informationspflichten in Höhe von rund 16 Milliarden Euro. Das entsprich 3,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts! Das ins Auge gefasste Abbauziel von 25 Prozent soll noch in diesem Jahr erreicht werden.

Das niederländische Programm

In einem zweiten Schritt messen die Niederlande auch die Bürokratiekosten der Bürger. Vorrangig wird die Belastung bestimmter Gruppen ermittelt und gesenkt: beispielsweise behinderter Menschen oder chronisch Kranker.

Eine zentrale Rolle in der Erprobung des Standardkosten-Modells spielen neben den Niederlanden auch Dänemark und Großbritannien. Hier wurden ebenfalls Bestandsmessungen durchgeführt, ein Abbauziel festgelegt und Schritte zur Erreichung dieses Ziels eingeleitet.

Auch Frankreich, Belgien und Österreich wenden die Methode mittlerweile an.

Der Nationale Normenkontrollrat hat hierzu im Juni 2007 eine Studie vorgelegt.

Die Anwendung des Standardkostenmodells im europäischen Bereich

Deutschland hat bei der Entwicklung eigener Konzepte zum Bürokratieabbau aus den Erfahrungen anderer europäischer Staaten lernen können und gibt mittlerweile seine eigenen umfangreichen Erfahrungen in der Anwendung des Standardkosten-Modells weiter.

Europäische Vernetzung schreitet voran

Innerhalb der EU haben sich 22 Mitgliedsstaaten für die Anwendung des Standardkosten-Modells entschieden.

Das "Standard Cost Model Network" bildet die informelle Kommunikationsplattform zum Austausch von Informationen und Erfahrungen dieser Länder auf internationaler Ebene. Bisher sind folgende Staaten im Netzwerk: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Irland, Lettland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Slowenien, Spanien, Schweden, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern.

Drei bis viermal im Jahr treffen sich die Mitgliedstaaten. Eine "Methodengruppe" und eine "Vereinfachungsgruppe" diskutieren spezifische Fragestellungen und analysieren unterschiedliche Lösungsansätze.

Deutschland ist seit Herbst 2006 Mitglied des "Standard Cost Model Network" und engagiert sich in der Methodengruppe.

Europäisches Netzwerk für Bürokratieabbau

Bürokratieabbau im internationalen Vergleich