Gruppe der Zwanzig
Die G20
Die Gruppe der Zwanzig (G20) ist seit 2009 das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die bedeutendsten Industrie- und Schwellenländer stimmen sich dort über die notwendigen wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen ab.
Bild vergrößern
G20-Gipfel 2010 in Toronto
Foto: REGIERUNGonline / Bergmann
- Was ist die G20?
- Wer gehört zur G20?
- Wie entstand die G20?
- Wie arbeitet die G20?
- Kontakt mit Interessengruppen und Nicht-G20-Ländern
Was ist die G20?
Die Gruppe der 20 (G20) ist nach dem Beschluss der Staats- und Regierungschefs der G20 vom September 2009 das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit der bedeutendsten Industrie- und Schwellenländer. Die G20 ist – wie die G8 – ein informelles Forum. Sie ist keine internationale Organisation, sie besitzt weder einen eigenen Verwaltungsapparat noch eine permanente Vertretung ihrer Mitglieder.
Auf Grund der informellen Strukturen spielt die jeweilige G20-Präsidentschaft eine besonders wichtige Rolle, in ihren Händen liegen die Organisation sowie die Agenda des Gipfels. 2012 hat Mexiko die G20-Präsidentschaft inne, 2013 die Russische Föderation.
Die G20-Staaten repräsentieren knapp über 80 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP), drei Viertel des Welthandels und rund zwei Drittel der Weltbevölkerung.
Wer gehört zur G20?
Bild vergrößern
Foto: REGIERUNGonline
Der G20 gehören 19 Staaten sowie die EU an. Dies sind: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexico, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die Vereinigten Staaten von Amerika.
An den G20-Gipfeln nehmen regelmäßig außerdem auf Einladung der Präsidentschaft folgende Internationale Organisationen teil: Internationaler Währungsfonds (IWF), Weltbank (WB), Financial Stability Board (FSB), Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Welthandelsorganisation (WTO), Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und Vereinte Nationen (VN).
Darüber hinaus kann die Präsidentschaft weitere Staaten und Regionalorganisationen einladen. Bisher wurden regelmäßig Spanien und die Vorsitzenden von Afrikanischer Union und NEPAD (New Partnership for Africa's Development), ASEAN sowie weitere wechselnde Gäste eingeladen.
Wie entstand die G20?
Als Reaktion auf die Finanzkrise der neunziger Jahre in Asien beschlossen die G7-Finanzminister 1999 die Einrichtung der G20 auf Ebene der Finanzminister und Notenbankchefs aus den bedeutendsten Industrie- und Schwellenländern. Das Gründungstreffen fand im Dezember 1999 in Berlin unter deutschem Vorsitz statt.
Angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise kamen im Herbst 2008 zum ersten Mal die Staats- und Regierungschefs der G20 zu einem Gipfeltreffen zusammen. Sie erstellten einen Maßnahmenkatalog, um in der Krise deutlich gewordene Schwächen des Weltfinanzsystems möglichst rasch mit geeigneten Reformen zu beseitigen und die Folgen der Krise für die Realwirtschaft einzudämmen.
Seitdem ist die G20 das zentrale informelle Forum, welches sich der Entwicklung von Lösungen für die globalen Herausforderungen zuwendet. Inzwischen wendet sich die G20 auch anderen Herausforderungen zu. Beim G20-Gipfeltreffen in Cannes im November 2011 standen etwa die Reform des internationalen Währungssystems und die Preisvolatilität bei Rohstoffen ebenso wie die Entwicklungspolitik auf der Agenda.
Wie arbeitet die G20?
Der sichtbarste Teil des G20-Prozesses sind die Gipfeltreffen, deren Organisation und Vorbereitung in den Händen der jeweiligen Präsidentschaft liegen. Im Vorfeld der Gipfel entwickelt sich zwischen den Regierungen ein dichter Prozess der politischen Abstimmung.
Bisher hat es auf Ebene der Staats- und Regierungschefs Gipfeltreffen in Washington (November 2008), London (April 2009), Pittsburgh (September 2009), Toronto (Juni 2010), Seoul (November 2010) Cannes (November 2011) und Los Cabos (Juni 2012) gegeben. Der nächste G20-Gipfel wird 2013 in St. Petersburg von der Russischen Föderation ausgerichtet.
Die Themen für den Gipfel werden von hochrangigen Mitarbeitern vorbereitet. Diese werden "Sherpas" genannt und treffen sich mehrmals im Jahr. Deutscher G20-Sherpa (persönlicher Beauftragter der Bundeskanzlerin für den G20-Gipfel) ist Prof. Dr. Lars-Hendrik Röller, wirtschafts- und finanzpolitischer Berater der Bundeskanzlerin.
Kontakt mit Interessengruppen und Nicht-G20-Ländern
Die jeweilige G20 Präsidentschaft hält engen Kontakt mit verschiedenen Interessengruppen und Nicht-G20-Ländern (so genanntes Outreach).
Auch die Bundesregierung bindet die Zivilgesellschaft umfassend in die Vorbereitungen zu den G8- und G20-Gipfeln ein. Vor jedem Gipfel findet ein Austausch mit Nichtregierungsorganisationen (NRO), Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften sowie mit Vertretern des Parlaments und ausländischer Botschaften statt.
Darüber hinaus lädt die Bundeskanzlerin regelmäßig im Vorfeld der Gipfel internationale NROen zu einem Meinungsaustausch insbesondere zu den Themen Entwicklungspolitik und Klimaschutz nach Berlin ein.
Auch der deutsche G8/G20-Sherpa trifft regelmäßig Vertreter von nationalen Nichtregierungsorganisationen, um mit diesen über G8- und G20-Themen zu sprechen. Nach jedem Gipfel informiert die Bundesregierung die Ausschüsse des Deutschen Bundestages über die Ergebnisse des Treffens. Die Berichte der Bundesregierung zu den G8- und G20-Gipfeln der vergangenen Jahre finden Sie unter: Berichte und Erklärungen der Bundesregierung.
