Integrationsbeauftragte
Donnerstag, 17. November 2011
- Pressemitteilung:
- 423
- Ausgabejahr:
- 2011
Staatsministerin Maria Böhmer nach dem Gespräch mit türkischen und griechischen Mitgliedern des Integrationsbeirates: "Das Treffen ist ein wichtiges Zeichen der gemeinsamen Anteilnahme"
"Die abscheulichen Morde der rechtsextremistischen Terrorgruppe haben mich entsetzt. Die Verbrechen sind an Kaltblütigkeit und Menschenverachtung kaum zu überbieten. Den Opfern- eine Polizistin, acht Männer mit türkischen und einer mit griechischen Wurzeln- sowie ihren Familien gilt mein tiefes Mitgefühl. Das habe ich heute bei meinem Treffen mit Mitgliedern des Integrationsbeirates deutlich zum Ausdruck gebracht", betonte Staatsministerin Böhmer.
"Die Verbrechen haben unfassbaren Schmerz über die Familien der Opfer gebracht. Zusätzlich waren sie und ihre getöteten Angehörigen zum Teil jahrelang falschen Verdächtigungen ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, dass die Familien jetzt Klarheit haben. Sie sollen wissen: Wir stehen an ihrer Seite. Unser gemeinsames Anliegen ist es, den Opfern und ihren Familien ihre Würde zurückzugeben“, so Böhmer.
„Für die Sicherung des Zusammenhalts in unserer Gesellschaft ist es zwingend erforderlich, dass die Verbrechen umfassend aufgeklärt werden. Es muss schnell und zugleich gründlich geklärt werden, weshalb die Neonazis nicht gefasst werden konnten. Welche Rolle spielten die Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden sowie der Verfassungsschutz? Gab es weitere Unterstützer des Verbrecher-Trios? Wurde die Gefahr rechtsextremistischen Terrors in Deutschland unterschätzt? Keine Frage darf unbeantwortet bleiben“, forderte die Staatsministerin. Vereinbart wurde bei dem Gespräch heute, dass sich der Integrationsbeirat intensiv mit dem Thema „Bekämpfung von Rassismus“ auseinandersetzen wird.
„Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt haben keinen Platz in unserer Gesellschaft. Ich bin überzeugt: Die überwältigende Mehrheit schätzt die Vielfalt in unserem Land und setzt sich für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben ein“, betonte Staatsministerin Böhmer.
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung hatte kurzfristig Mitglieder des Beirates eingeladen, die türkischen und griechischen Organisationen angehören. An dem Gespräch nahmen neben der Staatsministerin teil:
- Frau Athena Leotsakou - Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland (in Vertretung von Mehmet Tanriverdi)
- Herr Apostolos Georgios Malamoussis - Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland
- Herr Ali Ertan Toprak - Alevitische Gemeinde in Deutschland
- Herr Hilmi Kaya Turan - Türkische Gemeinde Deutschland (in Vertretung von Kenan Kolat)
- Herr Mustafa Yaman - Türkisch- Islamische Union der Anstalt der Religion e.V. (Ditib)
„Unser heutiges Treffen diente dazu, ein Zeichen der gemeinsamen Trauer und der Anteilnahme mit den Familien zum Ausdruck zu bringen“, betonte Böhmer.
