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Montag, 19. November 2012

Gemeinsame Erklärung der Partner des Ausbildungspaktes

(Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V., des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, des Bundesverbandes der Freien Berufe, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, der Kultusministerkonferenz und der Bundesagentur für Arbeit vom 5.11. 2012)

"Junge Menschen beim Übergang in betriebliche Ausbildung gezielt unterstützen"

Der Ausbildungspakt will die Chancen junger Menschen beim Übergang von der Schule in betriebliche Ausbildung verbessern. Dazu ist die Vorbereitung auf diesen Übergang von zentraler Bedeutung. Ein wesentliches Ziel der allgemeinbildenden Schule ist es, die Ausbildungsreife sicherzustellen und - in Zusammenarbeit mit Partnern - eine fundierte und möglichst frühzeitige Berufsorientierung zu vermitteln. Erfreulicherweise hat sich die Zahl der Eintritte in den Übergangsbereich in den letzten Jahren deutlich reduziert (Rückgang um rd. 120.000 gegenüber 2005). Dennoch sehen die Paktpartner weiterhin Handlungsbedarf, da auch 2011 immer noch knapp 300.000 Jugendliche in einer Vielzahl von unterschiedlichen Maßnahmen eingemündet sind. Diese Maßnahmen werden grundsätzlich von den jeweiligen Akteuren mit viel Engagement durchgeführt. Häufig fehlt jedoch ein Überblick über die unterschiedlichen Aktivitäten und ihre Wirksamkeit.

Logos der PaktpartnerBild vergrößern Foto: Bundesregierung

Ausbildungsreife Jugendliche sollten direkt in eine betriebliche Ausbildung integriert werden. Besonderer Unterstützung bedürfen jene Schulabgänger, die keinen direkten Zugang in betriebliche Ausbildung finden. Die Paktpartner sind sich einig, dass es diesen Unterstützungsbedarf trotz demographischer Entwicklung und steigender Ausbildungschancen schwächerer Jugendlicher weiterhin geben wird. Auch diese Jugendlichen sollen so rasch wie möglich und ohne Umwege in eine Berufsausbildung und zu einem Berufsabschluss geführt werden. Dazu benötigen schwächere Jugendliche eine besonders intensive Betreuung und Beratung sowie passgenaue Angebote.

Optimale Übergänge sind nur möglich, wenn die Angebote im Übergangsbereich transparent und effizient sind. Hierzu ist erforderlich, dass die vielfältigen Programme und Förderinstrumente besser aufeinander abgestimmt und dort, wo es sinnvoll ist, gebündelt werden. Dabei sollen die Rahmenbedingungen und regionalen Bedarfslagen auch unterschiedliche Lösungen ermöglichen. Als Netzwerkplattform und Analyseinstrument kann der Arbeitsmarktmonitor der Bundesagentur für Arbeit dienen. Gefragt sind in diesem Prozess verschiedene Ebenen und Akteure: Bund, Länder und kommunale Ebene, sowie Arbeitsverwaltung, Wirtschaft, Schule, Jugendhilfe etc..

Die Paktpartner verfolgen nachstehende Ziele:

  • frühzeitige und flächendeckende Berufsorientierung für alle Schüler und Schülerinnen sicherstellen
  • durch frühzeitige Beratung und individuelle Betreuung Schulabschluss/Ausbildungsreife erreichen und Kompetenzen der Jugendlichen beispielsweise durch Potenzialanalysen transparent machen,
  • Ausbildungsvermittlung weiter verbessern, Mobilität unterstützen und Jugendliche und Betriebe passgenau zusammenbringen,
  • betrieblichen Angeboten in Berufsvorbereitung und Ausbildung den Vorrang geben und bei Bedarf mit Hilfe passgenauer Unterstützungsangebote stärken,
  • Maßnahmen passgenau und mit individueller Förderung gestalten sowie praxisnah ausrichten,
  • Verzahnungen schaffen sowie Qualifizierungswege im Übergangsbereich durch Ausrichtung an den Inhalten der Ausbildungsordnungen zeitlich anrechnungsfähig und anschlussfähig gestalten
  • Bildungswege am Übergang kontinuierlich begleiten
  • Transparenz über Maßnahmen herstellen und Aktivitäten koordinieren.

Zur Optimierung der Übergänge wird die Wirtschaft weiterhin intensiv bei den Unternehmen für betriebliche Ausbildungsvorbereitung werben und diese z.B. durch Beratungsangebote unterstützen. Die Bundesregierung wird diese Maßnahmen im Rahmen ihrer Bildungsprogramme strukturell flankieren. Die Länder werden ihre Anstrengungen zur Sicherung von Ausbildungsreife und Berufsorientierung fortsetzen.

Die Paktpartner werden sich gegenseitig frühzeitig und umfassend über ihre Aktivitäten informieren, diese überschneidungsfrei gestalten und noch besser aufeinander abstimmen. Sie werden regelmäßig berichten und ggf. weitere Prozesse anstoßen.

Die Partner und Akteure vor Ort werden aufgerufen, an einem regionalen Übergangsmanagement aktiv mitzuwirken, um jedem Jugendlichen den schnellstmöglichen Einstieg in die Ausbildung zu ermöglichen.