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Rundbrief Ausbildung Nr. 2 vom 12. Juni 2012

Bildung in Europa wird noch mobiler

Bis zu 5 Millionen Menschen - fast doppelt so viele wie bisher – können künftig einen Teil ihres Bildungswegs im Ausland absolvieren. Der EU-Ministerrat hat mit dem neuen EU- Programm für Bildung, Jugend und Sport Deutschlands Vorschläge zur Ausweitung aufgegriffen.


Mobilität in Europa trägt wesentlich zum Zusammenwachsen der europäischen Gesellschaften bei. Das bisherige Erasmus-Programm beispielsweise ermöglichte rund 2,5 Millionen Studierenden - davon 400.000 aus Deutschland - einen Auslandsaufenthalt. Damit dient das Programm nicht nur der persönlichen Entwicklung der Bürger Europas.


"Wir bauen Brücken zwischen unseren Bildungssystemen", sagte Bundesbildungs-ministerin Annette Schavan anlässlich der Tagung des Bildungsministerrats.


Deutschland hat sich gemeinsam mit Frankreich dafür eingesetzt, dass die verschiedenen Zielgruppen individuell in den Blick genommen werden. Anders als von anderen Ländern vorgeschlagen, soll es bei der Aufteilung zwischen seinen vier Einzelprogrammen Schulbildung (bisheriges Programm Comenius), Hochschulbildung (Erasmus), Berufliche Bildung (Leonardo da Vinci) und Allgemeiner Erwachsenenbildung (Grundtvig) bleiben.


Damit ist es gelungen, ein entscheidendes Erfolgskriterium der aktuellen Förderprogramme auch für die Zukunft zu sichern. Dazu gehört auch die umfassende Berücksichtigung des in Deutschland bedeutenden dualen Ausbildungssystems. "Es ist gelungen den besonderen Stellenwert des Austauschs in der beruflichen Bildung und des deutschen Ausbildungssystems auf europäischer Ebene zu vermitteln", sagte Schavan. Künftig sollen deutlich mehr Auszubildende in andere europäische Länder gehen.


Um zu vermeiden, dass die einzelnen Zielgruppen miteinander um Fördergelder konkurrieren müssen, hat Deutschland erreicht, dass jede Zielgruppe ein bestimmtes Mindestbudget erhalten wird. Zudem wird die berufliche Bildung auch in der Zusammenarbeit mit außereuropäischen Ländern gestärkt. Die Europäische Kommission hatte zuvor vorgeschlagen, diese Zusammenarbeit auf den Hochschulbereich zu konzentrieren.


Die Bundesregierung hat am Ende auch verhindert, dass Brüssel übermäßige Vor-gaben zur Verwaltung des Programms in den Mitgliedstaaten durchsetzt. "Wir wissen aus unserer Erfahrung selbst am besten, wie wir unsere jungen Menschen erreichen und sie bei der Antragstellung und Vorbereitung begleiten können." Deutschland verfügt mit dem Deutschen akademischen Austauschdienst (DAAD), dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem Pädagogischen Austauschdienst über eine differenzierte, nutzernahe Umsetzungsstruktur. Diese Einrichtungen sind Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet und nur sie können die notwendige Qualität bei der Umsetzung sicherstellen.


Als Reaktion auf eine deutsch-französische Initiative wird das Programm schließlich auch betonen, dass neben der Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten übergreifendes Ziel auch die Vermittlung der gemeinsamen europäischen Werte sein muss. Die endgültige Beschlussfassung über das Förderprogramm erfolgt nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments, die für Herbst 2012 erwartet wird.