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Rundbrief Ausbildung Nr. 1 vom 09. Februar 2012

Azubi-Gehälter legen deutlich zu

Auszubildende verdienen im Westen fast drei Prozent mehr als vor einem Jahr, im Osten sind es sogar fast fünf Prozent. Die Durchschnittseinkommen liegen bei 708 Euro beziehungsweise 642 Euro brutto. Damit nähern sich die Gehälter auch der Lehrlinge immer mehr an. Inzwischen wird im Osten 91 Prozent der westlichen Vergütungshöhe erreicht.

Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2011. Grundlage der Berechnungen sind die durchschnittlichen Vergütungen für 185 Berufe in West- und 150 Berufe in Ostdeutschland. In diesen Berufen werden 89 Prozent der Auszubildenden ausgebildet.

Zwischen den Ausbildungsberufen gibt es erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe (siehe Schaubild 1). So waren 2011 in den Berufen des Bauhauptgewerbes hohe Ausbildungsvergütungen vor allem in Westdeutschland tariflich vereinbart: Sie lagen dort bei 943 Euro pro Monat. Ebenfalls hoch waren die Vergütungen beispielsweise bei den Mechatronikern und Industriemechanikern. Eher niedrige Ausbildungsvergütungen gibt es bei den Tischlern, Malern und Lackierern, Bäckern, Floristen und Friseuren.

In Westdeutschland bewegten sich die Vergütungen für 59 Prozent der Auszubildenden zwischen 500 und 799 Euro. Weniger als 500 Euro erhielten 3 Prozent der Auszubildenden, 800 Euro und mehr gingen an 38 Prozent der Auszubildenden. In Ostdeutschland waren für 51 Prozent der Auszubildenden Vergütungen von 500 bis 799 Euro zu verzeichnen. Unter 500 Euro lagen die Vergütungen für 27 Prozent der Auszubildenden, 22 Prozent erhielten eine Vergütung von 800 Euro und mehr.

Schaubild 2 für Rundbrief Ausbildung 1 2012Bild vergrößern Schaubild 2 Foto: BIBB

Auch zwischen den Ausbildungsbereichen bestanden 2011 in West- und Ostdeutschland deutliche Unterschiede (siehe Schaubild 2). Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden in Industrie und Handel (West: 781 Euro, Ost: 701 Euro) und im Öffentlichen Dienst (West und Ost: 760 Euro) erreicht. Unter dem Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Handwerk, bei den Freien Berufen und in der Landwirtschaft. Zu berücksichtigen ist hier allerdings, dass insbesondere in den Bereichen Industrie und Handel sowie Handwerk die Vergütungen zwischen den einzelnen Berufen stark differieren.

Das BIBB errechnet auch die Vergütungsdurchschnitte für die weiblichen und männlichen Auszubildenden: Danach kamen 2011 in Westdeutschland die männlichen Auszubildenden auf durchschnittlich 721 Euro, die weiblichen auf 688 Euro. In Ostdeutschland betrug der tarifliche Durchschnittswert für männliche Auszubildende 658 Euro und für weibliche 614 Euro. Die abweichenden Vergütungsdurchschnitte erklären sich dadurch, dass junge Frauen häufiger in Berufen mit einer eher niedrigeren Ausbildungsvergütung anzutreffen sind als junge Männer.