Mittwoch, 9. November 2011
Nachfrage nach Meister-Bafög gestiegen
In Zeiten großen Fachkräftebedarfs nimmt auch das Interesse an beruflicher Weiterbildung deutlich zu. Deshalb ist das Interesse an mit dem Meister-Bafög geförderter Weiterbildung groß. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, erhielten im vergangenen Jahr mehr als 166.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Fortbildungen Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungsgesetz, besser bekannt als Meister-Bafög. Das sind 5,6 Prozent mehr Geförderte als im Vorjahr. „Die große Nachfrage zeigt, wie wichtig dieses Förderinstrument für die berufliche Bildung ist, sagte Bundesbildungsministerin Schavan.
Lebenslang lernen
Lernen endet nicht mit dem Ausbildungs- oder Hochschulabschluss. Seit 1996 unterstützt das Meister-Bafög den Ausbau beruflicher Qualifizierung. Es motiviert den Fachkräftenachwuchs zur Fortbildung. Für potenzielle Existenzgründer bietet es den Anreiz, nach erfolgreichem Abschluss der Fortbildung den Schritt in Selbstständigkeit zu wagen und Arbeitsplätze zu schaffen.
Wenn die Weiterbildung auf dem Beruf aufbaut und mindestens 400 Unterrichtsstunden umfasst, ist eine finanzielle Förderung möglich. Dies gilt sowohl für eine Vollzeit- wie für eine Teilzeitausbildung.
Höherqualifizierung und Familie vereinbar
Alleinstehende ohne Kinder können bis zu 675 Euro monatlich erhalten, Verheiratete mit zwei Kindern bis zu 1310 Euro. Ein Teil des Geldes ist ein Darlehen, das allerdings unter bestimmten Umständen nicht vollständig zurückgezahlt werden muss.
So werden bei bestandener Prüfung nicht nur 25 Prozent des Darlehens erlassen, sondern auch 48 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erstattet. Bis zu 66 Prozent des Restdarlehens entfallen, wenn danach ein Unternehmen gegründet und Auszubildende oder Arbeitnehmer eingestellt werden.
Für die restlichen Kosten ist ein zinsgünstiges Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau möglich.
Immer mehr Menschen verwirklichen beruflichen Aufstieg
Nach den neuesten Zahlen haben sich 61 Prozent der Geförderten in Teilzeitmaßnahmen und 39 Prozent in Vollzeitmaßnahmen fortgebildet. Mit 51 Prozent nahmen Fortbildungsabschlüsse im Bereich Industrie und Handel die Spitzenstellung ein. 29 Prozent der Geförderten nahmen an Fortbildungsmaßnahmen im Handwerk teil. Dort ist die Quote derer, die sich später selbstständig machen, besonders hoch.
Den größten Anteil an den Geförderten hatten mit 34 Prozent die zwischen 25- und bis unter 30-Jährigen. Die Zahl der geförderten Frauen betrug 2010 rund 52.000. Im Vergleich zum Vorjahr stieg sie damit um rund sechs Prozent. Die Zahl der geförderten Männer stieg auf knapp 115.000 und damit um 5,5 Prozent.
Die Förderzusagen für 2010 umfassten insgesamt 519 Millionen Euro. Das sind 13,8 Prozent mehr als 2009.
"Mit Hilfe des Meister-Bafögs verwirklichen viele Fachkräfte ihre Höherqualifizierung und ihren beruflichen Aufstieg und helfen so mit, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern", erklärte Schavan.

