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Mittwoch, 2. Februar 2011

Nachvermittlung erfolgreich

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Die Partner des Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs haben am Ende der Nachvermittlungsaktionen eine positive Bilanz gezogen: Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt hat sich 2010 weiter verbessert.

Laut Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit hat sich die Zahl der zum 30. September 2010 unversorgten Bewerber mehr als halbiert. Als unversorgt waren zu diesem Zeitpunkt noch 12.300 Bewerber erfasst, das sind 3.400 weniger als im Vorjahr. Bis zum Ende der Nachvermittlung konnte diese Zahl auf 5.800 unversorgte Bewerber reduziert werden.

Noch ausreichend Angebote vorhanden

Aber auch für die verbliebenen Jugendlichen stehen noch ausreichend Angebote zur Verfügung, darunter 9.700 unbesetzte Plätze für Einstiegsqualifizierungen in Betrieben. Die Paktpartner rufen daher diese Jugendlichen auf, diese Angebote noch kurzfristig zu nutzen. Die Einstiegsqualifizierungen haben sich als erfolgreiche Brücke in die betriebliche Berufsausbildung erwiesen.

Wie in den Vorjahren konnte jedem Jugendlichen, der zu den Nachvermittlungs-aktionen von Kammern und Agenturen für Arbeit erschien, mindestens ein Angebot unterbreitet werden. 98 Prozent bekamen dabei einen Ausbildungsplatz oder eine betriebliche Einstiegsqualifizierung angeboten.

Pakt erfolgreich

Der Erfolg der Bemühungen der Paktpartner ist insofern bemerkenswert, als viele Betriebe die Entscheidung über Ausbildung noch im Schatten der Finanz- und Wirtschaftskrise trafen. Die demografische Entwicklung mit dem einhergehenden Bewerberrückgang führte in manchen Regionen sogar dazu, dass zahlreiche ausbildungswillige Betriebe keine passenden Bewerberinnen und Bewerber finden konnten.

Mit großem Engagement haben die ausbildenden Unternehmen, die Paktpartner und die Bundesagentur für Arbeit ihre Zusagen erfüllt:

  • Jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen konnte ein Angebot auf Ausbildung oder Qualifizierung gemacht werden.
  • 70.300 neue Ausbildungsplätze wurden von Kammern und Verbänden eingeworben.
  • 42.800 Betriebe konnten erstmalig für Ausbildung gewonnen werden.
  • Für die Einstiegsqualifizierungen (EQ) stellten Betriebe 29.010 Plätze zur Verfügung.
  • Die Ausbildungsquote der Bundesverwaltung lag 2010 mit 7,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über der im Pakt gegebenen Zusage von 7 Prozent.
  • Bund und Länder haben das Bund-Länder-Ausbildungsprogramm Ost 2009/2010 mit insgesamt 5.000 Plätzen fortgeführt.
  • Die Bundesagentur für Arbeit hat im Jahr 2010 40.000 Eintritte in außerbetriebliche Ausbildung gefördert.

Laut Bundesinstitut für Berufsbildung schlossen Betriebe zum 30. September 2010 560.073 Ausbildungsverträge neu ab. Diese Zahl liegt um 0,8 Prozent unter der Zahl von 2009. Dieser Rückgang ergibt sich vor allem aus der besonderen Situation in den neuen Ländern. Durch die stark rückläufige Zahl von Schulabgängern stellten Betriebe 7,4 Prozent weniger Auszubildende ein als ein Jahr zuvor. Vor allem nahm das Interesse an öffentlich geförderten Ausbildungsplätzen um 19 Prozent ab, während die Zahl betrieblicher Plätze unverändert ist.

Bemerkenswert ist auch, dass die Zahl der Verträge leicht über dem Niveau von 2003 - dem letzten Jahr vor dem Ausbildungspakt - liegt, obwohl gleichzeitig die Zahl der Schulabgänger deutlich - um 9 Prozent - zurückgegangen ist; letztere hat sich in den neuen Bundesländern sogar nahezu halbiert.

Anstrengungen fortsetzen

Die Partner des Ausbildungspakts werden ihre Anstrengungen fortsetzen, Ausbildungsangebote einzuwerben und diese auch zu besetzen. Dabei beachten sie die demografische Entwicklung. Erwartet wird, dass die Zahl der Schulabgänger insbesondere aufgrund doppelter Abiturjahrgänge in großen Bundesländern insgesamt ansteigt.

Die Zahl von Schulabgängern, die eine Berufsausbildung anstreben, also überwiegend solche, die die Schule mit maximal einem mittleren Abschluss verlassen, sinkt allerdings weiter. Die Nachfrage nach Ausbildungsstellen könnte kurzzeitig ansteigen wegen der Aussetzung der Wehrpflicht. Allerdings wird die Zahl von Ausbildungsinteressierten insgesamt auch längerfristig abnehmen.

Daher wollen die Paktpartner zukünftig noch stärker alle Potenziale auf dem Ausbildungsmarkt - sowohl bei leistungsstarken wie auch -schwächeren Jugendlichen - besser als bisher erschließen. Der Ausbildungspakt 2010 bis 2014, der im Oktober 2010 mit der Kultusminis­terkonferenz und der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung als neue Partner verabredet wurde, nimmt dieses Ziel dementsprechend verstärkt in den Blick. Im Fokus der Bemühungen stehen daher insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund, Altbewerber sowie lernbeeinträchtigte, sozial benachteiligte und behinderte Jugendliche.

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