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Mittwoch, 2. Februar 2011

Ausbildungsmarktpolitische Instrumente werden neu gebündelt

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Die Bundesregierung engagiert sich mit vielfältigen Maßnahmen in der beruflichen Bildung. Gemeinsam mit den Ländern will sie die Anzahl junger Menschen ohne Schulabschluss halbieren. Der Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs von Politik und Wirtschaft sorgt dafür, dass insbesondere auch leistungsschwachen Jugendlichen eine Ausbildungschance geboten wird.

Ihre Maßnahmen für leistungsschwache Schulabgänger und Altbewerber wird die Bundesregierung neu bündeln. Um Altbewerber in Ausbildung zu bringen, führte die Bundesregierung vor drei Jahren den jetzt für Altbewerber ausgelaufenen Ausbildungsbonus ein. Das Programm wird für Auszubildende aus von Insolvenz oder Schließung bedrohten Betrieben bis 31.12.2013 fortgeführt. Über den Ausbildungsbonus für Altbewerber zog die Bundesregierung jetzt Bilanz.

Hilfe für Altbewerber

Für das Ausbildungsjahr 2008/2009 vermerkte die Statistik der Bundesagentur für Arbeit insgesamt 533.355 Bewerberinnen und Bewerber, davon 201.908 die schon länger als ein Jahr eine Lehrstelle suchen. Im Rahmen ihres Konzepts „Jugend – Ausbildung und Arbeit“ hat die Bundesregierung deshalb 2008 den Ausbildungsbonus verabschiedet. Bis 2010 sollten damit 100.000 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden. Bis einschließlich September 2010 gab die Bundesanstalt für Arbeit insgesamt 66,3 Millionen Euro dafür aus.

Der Ausbildungsbonus war eine unterstützende Maßnahme für Unternehmer, die bis Ende 2010 Jugendliche einstellten, die bereits länger vergeblich nach einem Arbeitsplatz suchten oder besonders förderungsbedürftig sind. Den Bonus in Höhe von 4.000 bis 6.000 Euro erhielten Arbeitgeber, die Jugendliche ohne Schulabschluss, mit Sonder- oder Hauptschulabschluss oder Lehrlinge aus insolventen Betrieben ausbildeten.

Rückgang der Schulabgängerzahlen

Inzwischen gehen die Schulabgängerzahlen stark zurück, besonders in den neuen Bundesländern. Fehlende Ausbildungsplätze stellen daher kein so massives Problem mehr dar wie noch vor wenigen Jahren.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit suchten Ende September 2010 nur noch 12.300 junge Menschen eine Lehrstelle, von denen über die Hälfte in der Nachvermittlungsaktion noch eine Stelle erhielten.

Bilanz des Ausbildungsbonus

Bis September 2010 lag die Zahl der bewilligten Anträge auf einen Ausbildungsbonus bei 40.430. Das ursprünglich angepeilte Ziel von 100.000 zusätzlichen Aus-bildungsplätzen war offenbar zu ehrgeizig. Infolge der Wirtschaftskrise, die es Betrieben schwerer machte, das Kriterium „zusätzlich“ zu erfüllen, hätte es nicht erreicht werden können, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage.

Da es in Zukunft weniger Schulabgänger geben werde und die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung auch auf dem Ausbildungsmarkt ankomme, sei von verbesserten Chancen der Altbewerberinnen und Altbewerber auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt auszugehen.

Der Ausbildungsbonus sollte Arbeitgeber eigentlich veranlassen, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat nun aber ergeben, dass es deutliche Hinweise auf Mitnahmeeffekte gibt. Bei einer Befragung gaben 71 Prozent der beteiligten Betriebe an, dass sie den Ausbildungsplatz auch ohne Förderung geschaffen hätten. Für 2011 plant die Bundesregierung eine Überprüfung ihrer arbeitsmarktpolitischen Instrumente. Der Ausbildungsbonus gehört dann nicht mehr dazu.

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