Freitag, 5. März 2010
Höchster Vergütungszuwachs seit 1995
2009 verdienten Auszubildende im Durchschnitt 666 Euro monatlich. Im Vergleich zum Ausbildungsjahr 2008 sind dies 24 Euro mehr. Damit stieg ihre tarifliche Vergütung um 3,7 Prozent. Das ist die stärkste Erhöhung seit 14 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Dabei wuchsen die durchschnittlichen Vergütungen in den neuen und alten Bundesländern unterschiedlich stark: im Westen um 3,3 Prozent, im Osten um 4,9 Prozent. Die neuen Bundesländer erreichten damit 88 Prozent der westlichen Vergütungshöhe. Vor einem Jahr waren es erst 86 Prozent.
Über 30 Jahre Beobachtung der tariflichen Vergütung
Seit über 30 Jahren beobachtet das BIBB mit Hilfe der „Datenbank Ausbildungsvergütungen“ die Entwicklung. Die Datenbank ermöglicht, fast alle bedeutenden Ausbildungsberufe für die qualitative Auswertung zu berücksichtigen. Stichtag für die jährliche Ermittlung ist der 1. Oktober.
In der Datenbank werden nur stärker besetzte Berufe erfasst: 184 Berufe in den alten und 148 Berufe in den neuen Bundesländern. Damit sind 88 Prozent aller Auszubildenden abgedeckt.
Große Vergütungsunterschiede

Zwischen den Ausbildungsbereichen bestanden 2009 in West- und Ostdeutschland deutliche Unterschiede im Vergütungsniveau (siehe Schaubild 2). Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen zahlten Betriebe aus Industrie und Handel und im Öffentlichen Dienst. Unter dem jeweiligen Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Handwerk, bei den Freien Berufen und in der Landwirtschaft.
Innerhalb der Ausbildungsbereiche bestehen erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe zwischen verschiedenen Berufen (siehe Schaubild 3). Die mit Abstand höchsten Ausbildungsvergütungen erhalten Binnenschiffer und Binnenschifferinnen mit 949 Euro pro Monat. Hohe Vergütungen sind seit langem auch in den Berufen des Bauhauptgewerbes (zum Beispiel Maurer/Maurerin) tariflich vereinbart: Sie betrugen 2009 in Westdeutschland durchschnittlich 895 Euro und in Ostdeutschland 709 Euro pro Monat.
Eher niedrige Ausbildungsvergütungen erhalten Auszubildende in den Berufen Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin, Friseur/Friseurin, Florist/Floristin und Bäcker/Bäckerin.

Unterschiede zwischen den Ausbildungsjahren
Bei allen Beträgen handelt es sich jeweils um die durchschnittlichen Vergütungen während der gesamten Ausbildungszeit. Für die einzelnen Ausbildungsjahre ergeben sich für 2009 folgende Werte:
In den alten Ländern betrugen die Vergütungen im ersten Lehrjahr durchschnittlich 610 Euro, im zweiten 673 Euro und im dritten 749 Euro pro Monat.
In den neuen Ländern beliefen sich die Ausbildungsvergütungen im ersten Lehrjahr auf durchschnittlich 534 Euro, im zweiten auf 597 Euro und im dritten auf 653 Euro pro Monat.
Männer verdienen mehr als Frauen
Eine weiteres Ergebnis des BIBB: Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer. Grund dafür ist, dass weibliche Auszubildende häufig Berufe mit niedriger Ausbildungsvergütung wählen. Das sind zum Beispiel Berufe wie Friseurin oder Floristin.
In den alten Bundesländern verdienten die Männer durchschnittlich 692 Euro. Das sind 34 Euro mehr als ihre weiblichen „Mitazubis“. Ähnlich hoch die Differenz in den neuen Ländern. Hier verdienten die männlichen Auszubildenden mit 610 Euro sogar 41 Euro mehr.

