Mittwoch, 23. Dezember 2009
8000 Schüler erhalten Hilfe auf dem Weg in die Ausbildung
Der Startschuss für die Teilnehmer am Bund-Länder-Programm "STARTKLAR!" Mit Praxis fit für die Ausbildung" fiel im Butzweilerhof, dem Ausbildungszentrum der Handwerkskammer zu Köln. Damit ist es gelungen, die zahlreichen Akteure auf dem Gebiet der Berufsorientierung in Nordrhein-Westfalen zusammen zu bringen. Jugendliche von Klasse 8 bis 10 werden eine praxisnahe, individuelle Betreuung aus einem Guss erhalten. Bei dem Programm arbeiten Bundesagentur für Arbeit, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zwei Landesministerien zusammen. Drei Jahre lang werden Jugendliche in die Berufswelt eintauchen können.
In der Werkstatt einer Berufsbildungsstätte können die Jugendlichen in der 8. Klasse in drei verschiedenen Berufsbereichen tätig sein. Erfahrene Ausbildungsmeister etwa in den Berufen Tischler, Maurer oder Metallbauer betreuen sie. "Diese erste Phase entspricht dem erfolgreichen Berufsorientierungsprogramm des BMBF, das seit April 2008 bundesweit schon mehr als 61.000 Jugendliche absolviert haben", betonte der Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel. Dort zeigte sich, wie junge Menschen eines neues Selbstwertgefühl erlangen, wenn sie selbst Hand anlegen und etwas herstellen können. Außerdem begreifen die Jugendlichen direkter den Zusammenhang zwischen erforderlichem Schulwissen und späterem Beruf.
"Wer einmal den nötigen Holzbedarf für ein Regal errechnet hat, weiß, wie wichtig Mathematik für jeden Tischler ist", erklärte der Staatssekretär des Schulministeriums NRW, Günter Winands. die Ministerien erhoffen sich von STARTKLAR! einen besseren Start in die Ausbildung. Dadurch werden auch Ausbildungsabbrüche verhindert, weil die Jugendlichen viel genauer den Beruf wählen können, der ihren Fähigkeiten und Interessen entspricht.
Ziel des Programms ist eine passgenaue Berufswahl und eine verbesserte Ausbil-dungsreife für den angestrebten Beruf. Da die sich teilnehmenden Jugendlichen im Laufe der drei Jahre rund 600 Stunden neben der Schule zusätzlich qualifizieren, werden sich auch die Berufschancen wesentlich verbessern.
In den Klassen 9 und 10 können die Schülerinnen und Schüler gezielt auf ihre Fähig¬keiten und Interessen ausgerichtete Langzeitpraktika absolvieren. Gleichzeitig erhalten sie ein individuelles Bewerbungstraining.
In der dritten Phase in der Klasse 10 konkretisieren die Schülerinnen und Schüler ihre Berufswahl und bereiten sich auf den Schulabschluss und den Übergang in eine duale Ausbildung vor. Sie können dabei spezifische Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen. Eine anschließende Phase der Nachbetreuung sichert die Stabilität der geschlossenen Ausbildungsverhältnisse.
Das Bund-Länder-Programm sieht für die erste Phase in der achten Klasse ein Volumen von einer Million Euro im Jahr 2009 und 4,5 Millionen Euro im nächsten Jahr vor. In dieser ersten Phase können damit maximal 8000 Schülerinnen und Schüler an bis zu 150 Haupt-, Förder- und Gesamtschulen gefördert werden. Praxis¬elemente greifen inhaltlich und didaktisch ineinander mit schulischen Angeboten. STARTKLAR! könnte Vorbild für andere Bund-Länder-Vereinbarungen auf dem Gebiet der Berufsorientierung werden.
"Angesichts der demografischen Entwicklung und der damit verbundenen zurück-gehenden Schulabsolventen-Zahlen ist STARTKLAR! der richtige Weg, den Fach-kräftemangel bei den kleinen und mittleren Unternehmen frühzeitig anzupacken und die Jugendlichen in ihrer Ausbildungsplatzwahl und Berufsfindung zu unterstützen", sind sich die beteiligten Akteure aus Bund und Land einig.

